Amisulprid

Handelsname: Solian

Mittel aus der Gruppe der Antipsychotika

Amisulprid hat im Unterschied zu anderen atypischen AP ausschließlich Wirkungen an Dopaminrezeptoren, wo es dosisabhängig unterschiedliche Effekte erzielen kann und zusätzlich auch ein partieller Agonist ist. Es wurde insbesondere bei Dysthymien und „double depression“ – einer depressiven Episode bei Dysthymie – untersucht und zeigte dort gute Wirksamkeit. Auch für die Wirksamkeit gegen depressive Episoden bei schizophrenen Patienten gibt es Hinweise.

 Für bipolare Patienten gibt es keine kontrollierten Studien.
Manchmal wird es jedoch eingesetzt, wenn andere Strategien keinen ausreichenden Erfolg gebracht haben.

Die folgenden Informationen beziehen sich daher nicht spezifisch auf den Einsatz bei bipolaren Patienten!


Dosierung

Die zur Therapie der Dysthymie oder depressiver Episoden bestuntersuchte Dosierung liegt bei 50mg /Tag, im Rahmen psychotischer Zustände werden jedoch höhere Dosierungen im Bereich von400-800mg/Tag aufgeteilt auf zwei Einzelgaben eingesetzt. Bei im Vordergrund stehender Negativsymptomatik kommt der mittlere Dosierungsbereich zwischen 50 mg und 300mg/Tag in Betracht. Die Dosis muß bei Nierenfunktionsstörungen reduziert werden, bei schwerer Niereninsuffizienz darf es nicht eingesetzt werden.

Pharmakologische Eigenschaften, Pharmakokinetik und Wechselwirkurgen

Amisulprid hemmt in niedriger Dosierung bis etwa 300mg/Tag vorwiegend präsynaptische Dopaminrezeptoren, wodurch es durch Wegfall eines negativen Rückkopplungsmechismus zu einer Verstärkung der dopaminergen Funktion kommt. Dieser Mechanismus wird als Erklärung für die Wirksamkeit bei Negativsymptomen und Depression herangezogen. Erst in höherer Dosierung werden auch postsynaptische Dopaminrezeptoren blockiert, was der antipsychotischen Wirkung zu Grunde liegen soll. Amisulprid hat hohe Affinität zu D2 und D3 Rezeptoren, geringe Affinität zu D4 Rezeptoren und weist keine Effekte an D1- oder nichtdopaminergen Rezeptoren auf. Es unterliegt keiner hepatischen Metabolisierung, sondern wird mit einer Halbwertzeit von 12- 20 stunden unverändert renal ausgeschieden. Es sind keine pharmakokinetischen Wechselwirkungen bekannt. Amisulprid soll nicht zusammen mit L-Dopa oder bei prolaktinabhängigen Tumoren gegeben werden, auch für die Kombination mit Medikamenten, die schwerer Herzrhythmusstörungen auslösen können besteht eine Kontraindikation.

Unerwünschte Wirkungen

Unter Amisulprid kommt es häufig zu einer deutlichen Hyperprolakintämie, die klinische Auswirkungen (sexuelle Funktionsstörungen, Galactorrhoe, Gynäkomastie) haben kann. Andere mögliche Nebenwirkungen umfassen Schlafstörungen, Agitiertheit, vermehrten Speichelfluß, Gewichtszunahme und Herzrhythmusstörungen.
 

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