Aripiprazol

Handelsname: Abilify

Mittel aus der Gruppe der Antipsychotika

 

1. Anwendung

akute Manie
Phasenprophylaxe
nicht akut antidepressiv wirksam

Aripiprazol unterscheidet sich in seinem Wirkmechanismus teilweise von anderen atypischen Antipsychotika, da es ein partieller Agonist an Dopaminrezeptoren ist und diese bei dopaminerger Unterfunktion aktivieren kann. Bei Überfunktion wirkt es jedoch dämpfend auf Dopaminrezeptoren. Ähnliche partiell agonistische Effekte zeigen sich auch am 5HT1A-Rezeptor. Diese Eigenschaften machen die Substanz aus pharmakologischer Sicht interessant in der Therapie von Psychosen mit Negativsymptomen, die mit dopaminerger Unterfunktion im präfrontalen Kortex assoziiert sein könnten, sowie bei affektiven Erkrankungen, wo ein „Stabilisierung“ von dopaminergen und serotoninergen Dysbalancen günstige Effekte erzielen könnte. Aripiprazol zeigte sich in zwei großen, placebokontrollierten Studien effektiv als Augmentationsstrategie zu SSRI und SNRI bei unipolaren Depressionen und besitzt in dieser Indikation auch eine Zulassung der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA. Die dabei verwendeten Dosierungen lagen zwischen 2mg und 20mg/Tag. Darüberhinaus gibt es auch Hinweise zur Wirksamkeit als Zusatztherapie zu Bupropion und MAO-Hemmern und bei bipolaren Patienten mit Rapid-Cycling. In der Monotherapie bei akuter bipolarer Depression zeigten sich zwar zunächst in den ersten Wochen positive Effekte, die jedoch nach einigen Wochen gegenüber Placebo nicht mehr signifikant waren. Für positive Effekte als Augmentationsstrategie zu bereits bestehender antidepressiver Medikation bei bipolarer Depression gibt es jedoch einige Hinweise.

Die antimanische Wirksamkeit bei bipolaren Patienten ist ebenso wie der phasenprophylaktische Effekt gut belegt, wo bei in der Erhaltungstherapie manische Rückfälle besser verhindert werden, als Rückfälle in depressive Phasen.

 

2. Dosierung

Die Dosis muss für jeden Patienten individuell bestimmt werden, sie richtet sich nach dem Ansprechen auf das  Medikament.
Die ursprünglich empfohlene Anfangsdosierung von 10-15mg/Tag wird von vielen Patienten initial nicht gut vertragen und
ist nicht selten von starker innerer Unruhe, Kopfschmerzen und Schlafstörungen begleitet.
Es empfiehlt sich daher in vielen Fällen eine vorsichtig einschleichende Dosierung, beginnend mit 2,5mg bis 5mg.
Auch eine Aufteilung auf mehrere Einzeldosen kann die oft in der Initialphase der Therapie beobachteten stark aktivierenden Effekte etwas mildern.
Zur Erhaltung werden meist Dosierungen im Bereich von 10- 15mg eingesetzt, die Maximaldosis liegt bei 30mg.
Für die Augmentation bei depressiven Episoden werden meist geringere Dosierungen im Bereich von 2-20mg/Tag gewählt.
Eine Injektionslösung zur i.m.-Verabreichung steht zur Therapie akuter Erregungszustände bei schizophrenen Psychosen zur Verfügung
und eine längerwirksame Depotformulierung steht derzeit in Entwicklung.
 

3. Wie schnell wirkt Aripirazol?
    Bei akuter Manie setzt die Wirkung sofort ein, erreicht die volle Wirkung nach bis zu 14 Tagen,
    die phasenprophylaktische (rückfallverhütende) Wirkung erst nach einigen Wochen bis Monaten.
     Bitte verändern Sie die verordnete Dosis nicht selbständig und setzen sie das Medikament
     nicht  ohne Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt ab
.

4. Wie lange sollte das Medikament genommen werden?
    Allgemein wird empfohlen, nach einer erstmalig aufgetretenen Manie das Medikament ein Jahr lang zu nehmen.
    Danach kann ihr Arzt eventuell versuchen, die Dosis langsam zu reduzieren, wobei genau auf mögliche Symptome
    einer neu  auftretenden Phase geachtet werden muss.
    Patienten, die schon mehrere manische oder depressive Phasen erlebt haben,
    wird eine ständige Weiterbehandlung empfohlen.

5. Welche Nebenwirkungen kann das Medikament haben?
    Genaue Informationen können Sie dem Beipackzettel des Medikaments entnehmen,
    den Sie bitte aufmerksam lesen  sollten.
    Im allgemeinen wird Aripirazol gut vertragen. In extrem seltenen Fällen können aber auch schwere
    Nebenwirkungen  auftreten,  daher sollten Sie auf mögliche Symptome achten und diese ihrem Arzt melden.
    Gerade in der Initialphase kommt es häufig zu stark aktivierenden Effekten, die durch eine niedrige Anfangsdosis
    und langsam einschleichende Dosierung gemildert werden können.
    Auch Schlaflosigkeit, Angstzustände und Übelkeit werden nicht selten berichtet.
    Bei manchen Patienten kann es zu einer vorübergehenden Verschlechterung psychotischer Symptome kommen,
    die auf die partiell dopaminagonistischen Effekte zurückzuführen sein könnten.
    Auch Blutdruckabfall, Tachykardien und Schwindel können auftreten.
    Extrapyramidal-motorische Störungen treten insgesamt selten auf, am ehesten wird von Akathisie berichtet .
    Gewichtszunahme und diabetogene Effekte sind unter Aripiprazol dagegen nur sehr selten zu erwarten,
    auch besteht kaum ein Effekt auf Serumprolaktin und keine bedeutsame Verlängerung des QTc-Intervalls bei EKG -Untersuchungen.
     Insgesamt weist Aripiprazol daher gerade in der Langzeittherapie wegen des sehr sicheren Nebenwirkungsprofils gute Verträglichkeit auf.


       kaum Müdigkeit (viel weniger als bei anderen AP)
       praktisch keine Gewichtszunahme (viel weniger bei anderen AP, zT sogar Abnahme)
       keine Störung des Zuckerstoffwechsels und Fettstoffwechsels
       Veränderung der Libido   (der sexuellen Lust, sowohl mehr als auch weniger ist möglich)
       Extrapyamidal motorische Störungen "EPS" (siehe: Antipsychotika) :
            sind insgesamt bei Ziprasidon selten, aber können auftreten.
            Sollten Sie Bewegungsstörungen (Krämpfe, Zittern, Starre) haben,
            nehmen Sie bitte die nächste Dosis des Medikaments nicht und
               suchen sie sofort einen Arzt auf.
Sollten Sie von Ihrem Arzt bereits
            ein Gegenmittel mit nach Hause bekommen haben (meist Akineton) und
            dies mit Ihrem Arzt bereits besprochen haben, können Sie mit dessen
            Erlaubnis selbst eine dieser Tabletten als Sofortmaßnahme nehmen.

   

KURZFASSUNG

Gute antimanische Wirkung
Rückfallverhütung mit wenig Nebenwirkungen
wenig bis keine akut antidepressive  Wirkung
Nebenwirkung: keine Gewichtszunahme, kein Diabetes, EPS möglich (siehe Antipsychotika)

 

       

 

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