Quetiapin

Handelsname: Seroquel

Mittel aus der Gruppe der Antipsychotika

 

1. Anwendung
    Quetiapin wird zur Behandlung

        - der akuten Manie
        - zur Rückfallsprophylaxe
        - und neuerdings auch bei bipolarer Depression verwendet

    Die Daten aus den beiden Studien, in denen Quetiapin bei bipolar depressiven Patientent
    untersucht wurde, zeigen eine sehr gute Wirksamkeit, und zwar besser
    als die von anderen Antipsychotika.

    (siehe auch: Neues aus der Forschung).
  
    - neue Ergebnisse weisen auch auf eine gute Rückfallsprophylaktische
      Wirksamkeit hin: neue Studien

2. Dosierung
    Die Dosis muss für jeden Patienten individuell bestimmt werden,
    sie richtet sich nach dem Ansprechen des Medikament und
    muss  vor allem in den ersten Behandlungstagen angepaßt werden.
    Anfangs macht das Medikament müde, diese Nebenwirkung
    vergeht aber nach einigen Tagen in der Regel ganz.
    Die Dosis bewegt sich meist im Bereich von 200 bis 1200mg am Tag und
    wird meist auf mehrere Gaben am Tag verteilt. Die größte Teildosis sollte am Abend eingenommen werden.
    Wenn morgens eine Blutabnahme zur Spiegelbestimmung geplant ist, nehmen sie das Medikament erst
     nach
der Blutabnahme ein, da sonst der bestimmte Wert falsch sein kann.

3. Wie schnell wirkt Quetiapin?
    Bei akuter Manie setzt die Wirkung sofort ein, erreicht die volle Wirkung nach bis zu 14 Tagen,
    die phasenprophylaktische (rückfallverhütende) Wirkung erst nach einigen Wochen bis Monaten.
    Bitte verändern Sie die verordnete Dosis nicht selbständig und setzen sie das Medikament
     nicht  ohne Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt ab
.

4. Wie lange sollte das Medikament genommen werden?
    Allgemein wird empfohlen, nach einer erstmalig aufgetretenen Manie das Medikament ein Jahr lang zu nehmen.
    Danach kann ihr Arzt eventuell versuchen, die Dosis langsam zu reduzieren, wobei genau auf mögliche Symptome
    einer neu  auftretenden Phase geachtet werden muss.
    Patienten, die schon mehrere manische oder depressive Phasen erlebt haben,
    wird eine ständige Weiterbehandlung empfohlen.

5. Welche Nebenwirkungen kann das Medikament haben?
    Genaue Informationen können Sie dem Beipackzettel des Medikaments entnehmen,
    den Sie bitte aufmerksam lesen sollten.
    Im allgemeinen wird Quetiapin gut vertragen.
    In extrem seltenen Fällen können aber auch schwere Nebenwirkungen auftreten,
    daher sollten Sie auf mögliche Symptome achten und diese ihrem Arzt melden.

      - Müdigkeit
      - Gewichtszunahme ( nicht bei allen Patienten, weniger als bei Olanzapin, aber durchaus möglich!)
      - Veränderung der Libido ( der sexuellen Lust, sowohl mehr als auch weniger ist möglich)
      - Störung des Zuckerstoffwechsels (seltener als bei anderen AP, aber möglich)
      - Extrapyamidal motorische Störungen (siehe: Antipsychotika) :
            sind insgesamt bei Quetiapin selten.
            Sollten Sie Bewegungsstörungen (Krämpfe, Zittern, Starre) haben,
            nehmen Sie bitte die nächste Dosis des Medikaments nicht und
               suchen sie sofort einen Arzt auf.
Sollten Sie von Ihrem Arzt bereits
            ein Gegenmittel mit nach Hause bekommen haben (meist Akineton) und
            dies mit Ihrem Arzt bereits besprochen haben, können Sie mit dessen
            Erlaubnis selbst eine dieser Tabletten als Sofortmaßnahme nehmen.


   

KURZFASSUNG

gute antimanische Wirkung
gute antidepressive Wirkung
Nebenwirkungen: Gewichtszunahme (+) seltener und weniger als bei Olanzapin, EPS (siehe Antipsychotika)

       

 

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