Risperidon
Handelsname: Risperdal
als Depotspritze: Risperdal consta
Mittel aus der Gruppe der
Antipsychotika
1. Anwendung
Risperidon wird zur Behandlung
- der akuten Manie
- zur
Rückfallsprophylaxe
- die Wirkung in der bipolaren
Depression ist nicht so gut belegt wie für Quetiapin
- besonders gut ist die Wirkung bei
Manie mit psychotischen Symptomen wie
Halluzinationen
oder Wahn.
Berichte über eine eventuelle
antidepressive Wirksamkeit von Risperidon stammen vor allem aus dem
Schizophreniebereich.
Eine Reihe von klinischen Studien untersuchte die antidepressive Wirksamkeit von
Risperidon auch an bipolar depressiven Patienten
mit unterschiedlichen Ergebnissen. Wegen zahlreicher methodischer Mängel fast
aller dieser Studien
(offenes Design, geringe Patientenanzahl, Erfassung von Effektivität in der
Depression nur als sekundäre Fragestellung)
lässt sich allerdings kaum eine sichere Aussage treffen. Die antimanische
Wirkung ist hingegen besser dokumentiert,
auch in der Erhaltungstherapie wird Risperidon in klinischen Alltag eingesetzt.
Es bestehen Hinweise für mögliche Effektivität
bei gemischten Phasen, Rapid Cycling, Bipolar II-Patienten und als
Augmentationsstrategie bei therapierefraktären Fällen sowohl bipolarer,
als auch unipolarer Depression, die mit dem heutigen Stand des Wissens aber noch
nicht mit Sicherheit beurteilt werden können.
In einigen Fällen könnten bipolare Patienten von der Depotformulierung
profitieren, wenn Complianceprobleme bestehen oder wegen unerwünschter Wirkungen
eine möglichst niedriger, dafür konstanter Blutspiegel erzielt werden soll.
2. Dosierung
Die Dosis muss für jeden Patienten individuell bestimmt
werden,
sie richtet sich nach dem Ansprechen des Medikament und
muss vor allem
in den ersten Behandlungstagen angepaßt werden.
Die übliche Anfangsdosis bei manischen und psychotischen
Episoden liegt bei 2mg/Tag,
angestrebt werden meist Dosierungen im Bereich von
4-6mg aufgeteilt auf ein bis zwei Tagesdosen.
Die früher häufig wesentlich höheren Dosierungen sind heute
nicht mehr üblich und zeigen im Regelfall auch keine zusätzliche Wirkung.
Bei älteren Patienten werden in den meisten Fällen auch schon
mit viel niedrigeren Dosierungen (0,5-1mg/Tag)
ausreichende Spiegel erzielt. Die Depotform wird mit 25-75mg
alle 2-3 Wochen verabreicht,
in der Einstellungsphase ist eine überlappende orale Gabe
notwendig.
Der vom Hersteller dafür angegebene Zeitraum von 3 Wochen
scheint eher niedrig angesetzt
und wird im klinischen Gebrauch oft deutlich übertroffen.
Wenn morgens eine
Blutabnahme zur Spiegelbestimmung geplant ist, nehmen sie das Medikament erst
nach der Blutabnahme ein, da
sonst der bestimmte Wert falsch sein kann.
3. Wie schnell wirkt Risperidon?
Bei akuter Manie setzt die Wirkung sofort ein, erreicht die volle Wirkung
nach bis zu 14 Tagen,
die phasenprophylaktische (rückfallverhütende) Wirkung
erst nach einigen Wochen bis Monaten.
Bitte
verändern Sie die verordnete Dosis nicht selbständig und setzen sie das
Medikament
nicht
ohne Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt ab.
4. Wie lange sollte das Medikament genommen werden?
Allgemein wird empfohlen, nach einer erstmalig aufgetretenen
Manie das Medikament ein Jahr lang zu nehmen.
Danach kann ihr Arzt eventuell versuchen, die Dosis
langsam zu reduzieren, wobei genau auf mögliche Symptome
einer neu
auftretenden Phase geachtet werden muss.
Patienten, die
schon mehrere manische oder depressive Phasen erlebt haben,
wird eine ständige Weiterbehandlung empfohlen.
5. Welche Nebenwirkungen kann das Medikament
haben?
Genaue Informationen können Sie dem Beipackzettel des
Medikaments entnehmen,
den Sie bitte aufmerksam lesen sollten.
Im allgemeinen wird Risperidon gut vertragen.
In extrem
seltenen Fällen können aber auch schwere Nebenwirkungen auftreten,
daher sollten Sie auf mögliche Symptome achten und diese
ihrem Arzt melden.
- Müdigkeit
- Gewichtszunahme (eher selten und lange
nicht bei allen Patienten)
- Veränderung der Libido ( der sexuellen
Lust, sowohl mehr als auch weniger ist möglich)
- Störung des Zuckerstoffwechsels (seltener
als bei anderen AP, aber möglich)
- Extrapyamidal motorische Störungen (siehe:
Antipsychotika) :
sind insgesamt bei
Rispderidon
selten.
Sollten Sie Bewegungsstörungen (Krämpfe, Zittern, Starre) haben,
nehmen Sie bitte die nächste Dosis des Medikaments nicht und
suchen sie sofort einen Arzt auf. Sollten Sie von Ihrem Arzt bereits
ein Gegenmittel mit nach Hause bekommen haben (meist Akineton) und
dies mit Ihrem Arzt bereits besprochen haben, können Sie mit dessen
Erlaubnis selbst eine dieser Tabletten als Sofortmaßnahme nehmen.
Risperdal consta:
Ist das einzige Depotmedikament eines
neuen, atypischen Antipsychotikums.
Es wird alle 2 bis drei Wochen intramuskulär gegeben und wird hauptsächlich
in der Therapie der Schizophrenie eingesetzt.
KURZFASSUNG
gute antimanische Wirkung, vor allem bei psychotischen Symptomen
Nebenwirkungen: Gewichtszunahme (+) seltener und weniger als bei Olanzapin, EPS
(siehe Antipsychotika)