Lithium

 Handelsname Quilonorm (retard), Neurolepsin

 

Lithium ist der älteste und wahrscheinlich bekannteste Mood stabilizer. Seine antimanische Wirkung wurde erstmalig 1949 vom autralischen Psychiater John F. Cade beschrieben. In den folgenden Jahren entwickelte der Däne Mogens Schou die Lithium-Therapie - die erste effektive Phasenprophylaxe bei der Bipolar affektiven Störung und damit die erste grundlegend wirksame psychopharmakologische Therapie überhaupt.

 

 

Paul Christian Baastrup, John F.J. Cade (1912 - 1980) und Morgens Schou.

 

 

Verwendung:

 

 

Am besten hilft Lithium bei „klassischen“ euphorischen Manien, wenn Verwandte 1. Grades bereits erfolgreich mit Lithium behandelt wurden, nur eine kleine Anzahl bisheriger  manischer und depressiver Phasen durchgemacht wurde und wenn sich die Beschweren nach einer Phase wieder völlig zurückbilden.

Patienten mit Rapid Cycling Verläufen, psychotischen oder dysphorischen Manien sowie mit Mischzuständen scheinen auf Lithium weniger gut anzusprechen.

 

Dosierung:

 

Die Dosierung richtet sich nach den (regelmäßig durchzuführenden) Blutspiegelkontrollen (Plasmaspiegel).

Nach der Einnahme ist die Konzentration des Medikaments im Blutplasma kurzzeitig besonders hoch. Manche Menschen reagieren auf diese Plasmaspiegelspitzen mit Nebenwirkungen (Harndrang, Zittern, Magen-Darm Beschwerden). Deshalb wird empfohlen, Lithium als Retard-Präparat und in der Hauptdosis abends  einzunehmen.

Für die verschiedenen Lithiumsalze gibt es unterschiedliche Dosierungsrichtlinien – weshalb keine generelle Empfehlung für Beginn bzw. aufrechterhaltung der Lithium-Therapie gegeben werden können.

 

Interaktionen (Wechselwirkungen):

 

Lithium hat eine relativ enge therapeutische Breite – d.h. die therapeutische und potentiell toxische Plasmakonzentration liegen relativ eng beieinander, um das zu verhindern werden regelmäßig Plasmaspiegelkontrollen durchgeführt.

 

Zuallerest (nicht Lithium-spezifisch und von allgemeiner Gültigkeit):

berichten sie ihrem Arzt von allen (incl. homöopathischen und pflanzlichen Präparaten) Medikamenten, die Sie einnehmen – er wird Sie danach fragen, wenn nicht, berichten Sie trotzdem davon !

 

Interaktionen bedeutet, dass es zu

·        Erhöhung der Plasmakonzentration von Lithium (und eventuellen Nebenwirkungen oder Vergiftungserscheinungen) oder

kommen kann.

Wechselwirkungen sind mit folgenden Medikamenten/gruppen möglich (diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit),

 

 

 

Nebenwirkungen:

 

Viele Patienten nehmen Lithiumpräparate über viele Jahre problemlos ein.

Gerade am Beginn der Behandlung treten aber oft Nebenwirkungen ein, die danach wieder spontan verschwinden.

Beobachetete Nebenwirkungen umfassen unter anderem (eine umfassende Liste findet sich auf dem jeweiligen Beipackzettel) :

Konzentrationsstörungen, Gewichtszunahme, Zittern, häufiges Harnlassen, Schilddrüsenstörungen

 

Nebenwirkungen sind unerwünschte Wirkungen des Arzneistoffes bei therapeutischen Konzentrationen im Blutplasma, eine Lithium-Vergiftung ist also eigentlich keine Nebenwirkung, da hier die Plasmakonzentration ja nicht im therapeutischen Bereich (sondern eben zu hoch) ist, trotzdem soll die Lithium-Vergiftung hier beschrieben werden.

 

Symptome einer Lithium-Vergiftung können sein:

 

Ursachen für eine Lithium-Vergiftung können sein:

 

Wenn sie unter Lithium-Therapie an einem der oben genannten Zustände leiden oder z.B. eine OP geplant ist informieren sie auf jeden Fall ihren Arzt !

 

KURZFASSUNG:

Alterprobter "Goldstandard"
guter Schutz vor manischen Episoden
weniger vor depressiven Episoden
regelmäßige Laborkontrollen
Nebenwirkungen: Gewichtszunahmen (++), Schilddrüse
antisuizidale Wirkung
nicht abrupt absetzen! (Suizidrisiko!)
 

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