Vinzenz
Gedichte
Des Philanthropen Tod.
Ihr verdient es alle
zu sterben eines qualvollen Todes.
Zu Grunde zu gehen, zu verrecken.
Eurer ignoranten Dummheit wegen.
Ich will euch allen in den Kopf schießen
dass ihr fallt, zu Boden,
und das Blut aus euren Köpfen fließt.
Bis ich die Dummheit vertrieben habe,
euch ausgerottet habe.
Bis all das Leid, das ihr mir angetan
zurückgezahlt, gelitten ist.
Erst dann erlös‘ ich mich.
Ich werd gehen, gehen den Weg,
den jeder geht.
Jedoch etwas früher, aber ich war ja laut
mancher Leut‘ schon immer etwas weiter.
Euch dummen, ignoranten, mir die
Welt zu Hölle machenden Gestalten
verfluche ich.
Dass ihr gequält werdet, dass ihr leidet,
dass ihr einander hasst, dass ihr gepeinigt werdet,
euch keiner Liebe zeigt.
Diese Zeilen fielen mir nicht leicht,
doch spricht ja bloß der Hass aus mir.
Ein Bad im Styx
Hin und her gerissen -
zerrissen,
verbissen,
zu Scherben zerbrochen.
Ja, was hab ich denn verbrochen?
Ich schließ die Augen und halt die Ohren zu,
doch der Terror kommt von Innen -
ich kann ihm nicht entrinnen.
Zerstört,
nicht erhört.
EMPÖRT! Könnt ihr ruhig sein,
doch ich antworte euch nicht.
„SPRICH!“ – „Du kleiner Wicht.“
Tief in Gedanken verloren,
erfroren,
erkoren, um zu sein der Menschheitsgepeinigte.
Welch Tragödie -
unters Rad ist sie gekommen,
des kleinen Jungen Seele.
Verdorben,
entstellt,
misshandelt.
In unerreichbaren Sphären
„Mit meinen wortreichen Gedanken meine ich so viel,
erreiche aber nicht annähernd genug.“
Meine vergeudete Seele ist schon lang verblüht.
Sie wird geschändet von vielen.
Wissen die denn nicht, dass was schon tot ist nicht toter werden kann?
Manchmal, da kommt ein kleines Frühlingslüftlein,
doch hat es keine Chance.
Naiv erweckt es mich zum Leben.
Es umkreist mich spielerisch,
doch wird es getötet vom schwarzen Orkan meiner selbst.
In meinen Gedanken könnte ich eine Welt erschaffen,
voller Farben und verlockenden Gerüchen die mich verführerisch
wieder ins Leben zurückrufen,
doch kann ich das nicht.
Ich bin was ich bin,
ohne Freiheit und Sinn.
Ein „trauriges Geschöpf“ werd ich genannt,
doch bin ich’s nicht.
Ich bin bloß die Dummheit, die ich so sehr verabscheue.
Der Abschaum bin ich.
Bipolar
Ein Mythos aus ferner Vergangenheit.
So tot wie verwesen.
So vergessen wie verlangt.
So unglaublich wie impulsiv.
Ein Wunschdenken für die ferne Zukunft.
So hoffnungslos wie unerreichbar.
So zum Scheitern verurteilt wie unmöglich.
So graziös peinigend wie leerend.
Die Freude, die mich einst umgab.
Verrottet, vergoren, verdorben.
Ich seh‘ nur noch schwarz und weiß.
Der Zyklus bestimmt mein Leben.
Zwischen Licht und Schatten.
Manchmal versinkend in der erschöpfend zerstörerischen Manie,
doch meist im schwarzen Loch der Depression,
ja manchmal sogar im psychotischen Wahn
erlebe ich mein Handeln.
Soweit man das noch erleben nennen kann.
Isoliert, hinter einer durchsichtigen Mauer.
Geschützt, vor den Bomben meiner selbst.
Hier, in diesem Bunker lebe ich nun,
soweit man das noch leben nennen kann.
Manie & Depression
Ich laufe so schnell ich kann vor den
gelben, grünen und roten Gestalten davon.
Sie dreschen mit Steinen auf mich.
Schmerzerfüllt schreie ich: „Ich hasse euch! Ich hasse euch!“
Ich laufe und laufe doch komm‘ ich nicht weiter.
„Wovor lauf‘ ich denn weg?“ – keine Antwort.
„Sonst seid ihr doch auch nicht so leise!“
Die Farben vermischen sich und werden immer intensiver.
Ich werde getrieben von einer höheren Macht.
Bin bloß eine Marionette - die Fäden hat jemand anderes in der Hand.
Ich bin auf der Flucht, ich muss verdrängen!
Doch plötzlich stolpere ich über einen Stein und falle hin.
Die Gestalten hören auf mit Steinen nach mir zu werfen.
Der Boden unter mir ist verschwunden.
Ich falle in ein tiefes Loch.
Versuche aufzuwachen aus diesem Alptraum. Vergebens.
Ich will nicht mehr sein, doch ist hier nichts mit dem ich mir mein Leben nehmen könnte.
Ich werde fallen bis ich aufschlage, auf einem harten Boden
wo mich neue Gestalten mit neuen, noch spitzeren Steinen jagen werden.
Kurz vor dem Aufprall hoffe ich gleich zu sterben.
Jetzt lieg‘ ich am Boden, doch spür ich nur den Schmerz .
Der erste Stein trifft meinen gepeinigten Körper.
Plötzlich ist die Kraft wieder da!
Ich renne so schnell ich kann.
Doch als ich es wagte, und zur Seite wich,
sah ich;
all diese Gestalten bin ich.
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