Die Systeme "Denken" und "Fühlen"

    • Gefühle und Gedanken

      unterscheiden sich imho dadurch, dass Gefühle von wechselhaften äusseren Einflüssen ebenso abhängig sein können wie von chemischen Disbalancen im Neurotransmittersystem des Gehirns, die wiederum z.B. durch eine Glutamat- oder GABAreiche Ernährung mitverursacht sein können...
      Gefühle sind also wandelhaft und sehr viel leichter beeinflussbar als etwa mathematisches oder philosophisches Denken.
      Denn 1 plus 1 macht eben 2, egal ob in einer Depri oder Manie...und auch der Satz des Pythagoras ist resistent gegen gefühlsmässige Ausnahmezustände...

      LG
      Eule
      "So sehr die Gegenwart sich um den Beweis ihrer Alternativlosigkeit auch bemüht, wird sie dennoch von der Zukunft abgelöst."


      Felix Kriwin

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    • Fakt ist, wenn Männer keinen Sex haben/kriegen, werden sie eklig. Das sagte mir jetzt eine Freundin auch. Ausnahmen bestätigen immer die Regeln. Das hat nicht unbed. mit irgend einer Krankheit zu tun. (Wer ist hier eklig?)

      PS.: Warum ist denn das schöne Gedicht weg, vom Frosch und radikal..?
      bipolar.at/wbblite/board.php?boardid=1&sid=
      LG Linda
      _________________________________________
      Sonst sollen NUR mit Gift alle Krankheiten bekämpfen, bringt mehr, ist mehr in Akutfällen richtig.
      RattenGiftSekte: http://de.youtube.com/watch?v=PkxkpemtqG0

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    • Kein Sex...

      ...das ist auch nicht allgemeingültig, Linda.

      Ich verzichte schon Monate auf richtigen Sex mit einem Partner, bin ich deshalb eggelich?

      Ich denke nicht,



      Kobold
      Der Klügere gibt nach, aber wenn alle Klügeren nachgeben, wird die Welt von Dummen regiert.

      Das vorherige Avatar zeigte einen Rüsselspringer, der in der Namib, der afrikanischen Nebelwüste, wohnt.
    • RE: Kein Sex...

      Themenwechsel!

      Bin immer noch bei "Sex and the City":-)

      Aber ernsthaft:

      Ich finde alle diese Theorien einleuchtend und logisch nachvollziehbar.
      Ist das vielleicht der Grund, wenns im Kopf mit dem neuronalen Quatsch nicht so passt, das man dann automatisch eine Suchttendenz entwickelt, um diese neuronalen Dinge unbewußt zu beeinflußen?

      Ich meine: Trinkt jemand, so ist es ihm momentan egal, wie furchtbar der nächste Tag wird. Die Erleichterung im Monment scheint wichtiger zu sein, als die Konsequenzen.
      Alkohol und andere Drogen haben Einfluss aufs vegetative Nervensystem. Könnte es einen anderen Weg geben, diesen Einfluss auf gesündere Weise herbeizuführen?

      Oder hab ich da was nicht kapiert?


      glg, Sleepless
    • RE: Bipolarität und Sucht

      Hallo Verena,

      zunächst ist festzustellen, dass von den Bipolaren etwa 40-60% auch suchtkrank werden (sogenannte Komorbidität).

      Typischerweise tritt dabei die Suchterkrankung (weit) vor der Diagnose einer psychischen Störung auf. In vielen Fällen (auch ich vor langer Zeit mit Alk und Medis) setzen die Betroffenen die Suchtmittel als Versuch der Selbstmedikation ein - wohl mehr spürend als wissend, dass 'in ihrem Oberstübchen etwas nicht stimmt'.

      Dieser Verlauf kann zur Folge haben, dass die an der Oberfläche sichtbare Sucht die darunter liegende eigentliche psychische Erkrankung überdeckt und die Diagnose (erheblich) verzögert. Auch das habe ich selbst erlebt. Von meiner Einordnung als Alki über eine langjährige unipolar deressive Diagnose bis zur endgültigen korrekten 'Einsortierung' vergingen 28 Jahre.

      Die 'gesünderen Möglichkeiten', nach denen du fragst, gibt es natürlich - sie sind Gegenstand der eigenen Psychoedukation, die mit einem achtsamen Umgang mit sich selbst beginnt.

      Abendliche Grüße

      Peter
      You'll never gonna change anything!

      (John Rambo in Rambo IV)
    • RE: Bipolarität und Sucht

      Hallo Snoopy!

      Wie kann man achtsam mit sich selbst umgehen, wenn man sich nicht mal in den Spiegel schauen kann.

      Sucht, unipolare Depression, bipolare Depression,... Alles Dinge, die mich schon 2/3 meines Lebens begleiten.

      Um die Therapiekosten hätte ich mir fast eine Südseeinsel kaufen können *gequält lach*.

      Also gerade ganz hoch im Kurs steht:

      Gut zusprech und Erfahrung mitteil!

      glg, Sleepless
    • RE: Gut zusprech

      Hallo Verena,

      ich greif mal dein Schlusswort auf und zitiere dazu den guten alten Udo Lindenberg: 'Hinterm Horizont gehts weiter!' :)

      Und Erfahrungen: Da ich bis zu meiner endgültigen Diagnose fast 56 Jahre auf der 'Achterbahn der Gefühle' verbracht habe, sind Erfahrungen aus dem 'Leben eines Taugenichts' reichlich vorhanden. Wenn du was wissen willst, frag einfach - du weißt ja, es gibt keine dummen Fragen...

      Grüßle

      Peter
      You'll never gonna change anything!

      (John Rambo in Rambo IV)
    • RE: Achtsamkeit

      Hallo Verena,

      du schreibst:

      'Wie kann man achtsam mit sich selbst umgehen, wenn man sich nicht mal in den Spiegel schauen kann.'

      Schritt 1 jeder Therapie sollte sein, dass man sich selbst so (an)nimmt, wie man ist - mit allen Stärken und Schwächen, speziell in unserem Falle auch mit unserer Krankheit.

      Grüßle

      Peter
      You'll never gonna change anything!

      (John Rambo in Rambo IV)
    • RE: Gut zusprech

      Also, wenn ich Deine Beiträge lese, dann hab ich nicht das Gefühl, das Du ein Taugenichts bist.

      Immerhin hast Du scheinbar den Frieden mit Dir selbst gemacht.?

      Davon bin ich weit entfernt.
      Ich steuere auf die absolute Katastrophe zu und hab noch keine Ahnung, wie ich das aufhalten kann.
      Mein Thera hat heute zu mir gesagt:"Ich kenne Dich seit 10 Jahren, aber so eine Depri-Phase hab ich bei Dir noch nicht erlebt."

      Werden denn die Phasen immer massiver? Immer schwerer? Immer öfter?

      Gibts denn überhaupt einen Weg da raus?

      Und warum ich? - Mein Thera meint, dass ich das jetzt annehmen muss, bevor ichs überwinden kann.
      Annehmen?! - Hallo Sie, Sie haben einen an der Waffel, aber nehmen sies doch einfach an! *?????*

      Fragen über Fragen *verwirrt sei*

      glg, Sleepless
    • RE: Achtsamkeit

      Hallo Verena,

      ja, ich habe nach meiner Diagnose und einem intensiven Rückblick auf mein Leben vor zwei Jahren meinen Frieden mit mir gemacht. Ich hab dazu fast 56 Jahre gebraucht, andere sind viell. schneller, andererseits sagte mein damaliger Bezugs-Therapeut: 'Manche/r kommt nie bei sich an'...

      Doch zu deinen Fragen bzw. Vermutungen:

      'Werden denn die Phasen immer massiver? Immer schwerer? Immer öfter?
      Gibts denn überhaupt einen Weg da raus?'

      Dazu ein Zitat von Thomas Bock: 'Es gibt so viele Verläufe der bipolaren Störung wie Menschen daran erkranken'. Jeder Verlauf ist anders, eine zuverlässige Prognose nicht möglich = Es gibt immer Hoffnung!

      'Ich steuere auf die absolute Katastrophe zu...'

      Woher weißt du das??? Das spielt sich nur im depressiv geprägten Kreisen in deinem Kopf ab!

      '... und hab noch keine Ahnung, wie ich das aufhalten kann.'

      Musst du auch nicht, was du brauchst, ist ein Grundvertrauen in dich - und das Leben.

      'Und warum ich?'

      Dies ist so ein typischer dysfunktionaler Gedanke in einer depressiven Phase, der das Entwickeln von Vertrauen, Zuversicht und positiven Gefühlen blockiert.

      'Mein Thera meint, dass ich das jetzt annehmen muss, bevor ichs überwinden kann.'

      Recht hat der Mann.

      Liebe Grüße

      Peter
      You'll never gonna change anything!

      (John Rambo in Rambo IV)
    • RE: Zuversicht

      Hallo Verena,

      zu deiner Vermutung 'Ich steuere auf die absolute Katastrophe zu...' passt gut ein Zitat des alten Griechen Epikur:

      'Es sind nicht die Dinge, die uns Menschen Sorgen machen, sondern unsere Vorstellungen über die Dinge'.

      Treffender kann man es kaum formulieren.

      Anders herum gilt das auch für das Glück: Auch das entsteht wesentlich im Kopf...

      Grüßle

      Peter
      You'll never gonna change anything!

      (John Rambo in Rambo IV)