Revia

    • ist aus meiner Sicht IMMER missbräuchlich, weil es ja auch die körpereigenen Opioide blockiert...
      D.h. konkret, dass es nicht nur von aussen dem Körper zugeführte Suchtstoffe blockt, sondern eben auch die körpereigenen Endomorphine und Enkephaline....
      Dass das gesund sein soll, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen - es führt vielmehr imho direkt in einen depressiven Zustand - nur Masochisten nehmen sowas vielleicht über längere Zeit freiwillig...

      LG
      Eule
      "So sehr die Gegenwart sich um den Beweis ihrer Alternativlosigkeit auch bemüht, wird sie dennoch von der Zukunft abgelöst."


      Felix Kriwin
    • Hallo Verena

      warum nimmst Du dann nicht gleich "Antabus" ? Da wirds Dir wenigstens richtig schlecht und übel dabei, wenn Du da was dazu trinkst...
      Naltrexon blockiert nur die tertiären Synapsen und die Opioidrezeptoren im mesolimbischen Zentrum des Gehirns und da kommt das Alkoholmolekül relativ spät an...
      Und vor allem: er WIRKT ja kaum noch- Du musst also umso mehr saufen....
      Verstehen tue ich das ja nicht - ob es sich um eine Geheimabsprache zwischen der Alkohol- und Pharmaindustrie handeln könnte ?
      Das Naltrexon soll dir doch vorgaukeln, dass Alk nicht mehr wirkt - also säufst Du ja mehr, weil Du denkst, Du verträgst plötzlich mehr, oder wie ?
      Dieses "therapeutische Konzept" verstehe ich einfach nicht, tut mir leid...

      LG
      Eule
      "So sehr die Gegenwart sich um den Beweis ihrer Alternativlosigkeit auch bemüht, wird sie dennoch von der Zukunft abgelöst."


      Felix Kriwin

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Eule4 ()

    • Ganz verstanden hab ich Eule auch nicht - ...obwohl seine Schlussfolgerung ganz plausibel erscheint, habe ich keine Ahnung, ob man wirklich solche direkten Schlüsse ziehen kann.

      Aber Versuchskaninchen biste definitiv nicht - dafür gibt's das Medi viel zu lange schon...

      ...nur unter anderen Namen... Ein marketingtechnischer "Produktrelaunch" also :D :D :D

      Google doch einfach unter Naltrexon nach => da findest du ausreichend Infos wie z.B. infomed.org/screen/2000/P04.html

      oder stell deine frage ins

      forum-alkoholiker.de/selbsthilfe-forum.html

      da kriegste vielleicht mehr "Erfahrungsberichte".

      P.S.: Lust auf chatten???

      glg punkti
    • RE: Also Eule,

      du solltest hier nicht Verena - mit welchen Argumenten auch immer - verunsichern, die sich nun mal im Gegensatz zu dir entschlossen hat, nicht mehr zu saufen!

      Da ist jede Unterstützung hilfreich, der Weg ist schwer genug, wie ich weiß.

      Grüße

      Peter
      You'll never gonna change anything!

      (John Rambo in Rambo IV)
    • da hilft nur der feste WILLE dazu....
      ich weiss wie schwierig das ist - hier zuhause lere ich 2 Flaschen, also 1,5 Liter Rotwein aus Südafrika oder Australien pro Tag...
      Als ich bei meiner Freundin in der Schweiz war, tat es auch erheblich weniger oder an manchen Tagen gar nix...
      Es ist eine Sache der PSYCHE, nicht der Sucht oder Abhängigkeit ( habe ich auch schon gehabt, aber da wars das doppelte, da brauchte ich wirchlich Distraneurin in den ersten Tagen zum Entziehen...)
      Lass Dir nicht ungeprüft Mist erzählen von irgendwelchen "Therapeuten", die grade mal was in ner Fachzeitschrift gelesen haben oder von den "Pharmareferenten" bekniet worden sind, Dich als Versuchskaninchen zu missbrauchen...Naltrexon mag gut sein bei Hardcoreopiatabhängigen aber
      als Alkoholikerin ( vieviel trinkst Du pro Tag bisher?) bist Du mit Distraneurin sicherlich besser dran !

      LG
      Eule
      "So sehr die Gegenwart sich um den Beweis ihrer Alternativlosigkeit auch bemüht, wird sie dennoch von der Zukunft abgelöst."


      Felix Kriwin
    • Hi snoopydad...

      "jedem Tierchen sein Pläsierchen" ist so ein Grundmotto von mir...
      wenn man nun aber bereits AlkoholikerInnen mit imho völlig untauglichen Opioidrezeptorenblockern
      (und dem dazugehörigen blöden Geschwätz) zur Abstinenz bringen will, obwohl dies imho blöder als blöd ist, sehe ich mich veranlasst, dazu ein paar Takte zu sagen.
      nichts gegen Dich, du hast es ja gepackt bis jetzt...aber ich ja auch...
      wie die Zürcher Präventionsstelle schreibt, unterscheidet man in unserem Alter die "chronischen Trinker" nur noch dadurch ob sie schon immer getrunken haben ( 50-60%), oder ob es Rückfällige sind, die "lange Jahre abstinent waren"...
      Ich habe für mich da immer noch keine konkrete Strategie finden können, aber ich habe gerade wieder Leberwerte vom Labor zurückgekriegt ( GOP 12, GPT 14 Gamma-GT 72), die eigentlich für einen Alkoholiker sehr untypisch sind, wie ich meine...
      Aber es gibt natürlich immer Leute, die denken, es sei zuviel und es ist manchmal auch so und dann kann es vorkommen dass ich ausraste und den Spiess mal umdrehe und frage, was die sich eigentlich denken dabei, mit Topamax und anderen Psychotrips aus der grossen Apotheke durch die Gegend zu fahren und mich in Todesangst zu versetzen, weil sie die linke und rechte Fahrspur werfexeln...

      LG
      Eule
      "So sehr die Gegenwart sich um den Beweis ihrer Alternativlosigkeit auch bemüht, wird sie dennoch von der Zukunft abgelöst."


      Felix Kriwin

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Eule4 ()

    • RE: Hi Eule....

      darauf einen Cabernet ;)

      Aber mal im Ernst: Ich hab damals Antabus 'genossen', mit Distra und auch mal kalt entzogen, war ein paarmal nach Suizid-Versuchen auf der Intensiv und hab dann eine beinharte Langzeittherapie gemacht, die jetzt fast 30 Jahre hält - mein Fazit aus alledem: Es ist scheißegal, mit welchen Mitteln jemand den Weg aus der Sucht findet, wichtig ist am Ende der Erfolg.

      Dem einen kann Beten helfen, anderen die AAs, wieder anderen eben Medikamenten-Unterstützung - nur der Glaube an den eigenen Weg gehört auch dazu und der sollte von außen nicht unnötig erschüttert werden.

      Grüße

      Peter
      You'll never gonna change anything!

      (John Rambo in Rambo IV)
    • Hallo @ all...

      Ich will nochmal versuchen zu erklären, was ich meinte:

      Naloxon und Naltrexon sind OPIAT - Antagonisten - sie werden medizinisch eingesetzt bei Opiatüberdosierungen...
      Darüberhinaus wurden auch synthetische Opioide wie das Valoron (Tilidin) mit Naloxon vermischt, um einen "missbräuclichen Gebrauch" zu verhindern, also um die Junkies davon abzubringen Valoron/Tilidin als Ersatz - Opiat zu gebrauchen.
      Wie ich beschrieben habe, führt zumidest der parenterale Gebrach von Valoron mit Naloxon auf Opiatentzug dann ja auch nicht zu einer Linderung, sondern zu einer VERSTÄRKUNG der ENTZUGSSYMPTOME...
      Ob ein solches Vorgehen nun wirklich der Weisheit letzter Schluss ist, mag jeder selbst für sich beurteilen...
      Das aber ReVia nun für den Alkoholentzug eingesetzt wird, beweist vor allem meine alte These:
      Dass das Äthanolmolekül im menschlichen Gehirn letztlich über dieselben Strukturen im mesolimbischen Belohnungssystem "funktioniert", wie das auch die Opiate tun.
      Ergo hat auch die Entstehung einer Alkoholsucht dieselben Ursachen wie eine Opiatsucht: Ein Regelkreis im Körper fährt bei Dauerkonsum die Produktion der körpereigenen Endorphine herunter,
      so dass dann beim Absetzen des nicht körpereigenen Euphorgens aufgrund eines allgemeinen Mangels
      von Endorphinen und Encephalinen eine starke physiologisch bedingte "Dysphorie" entsteht, die sich beim Alki dann als "Saufdruck" und beim Junkie als "Affen" manifestiert.
      Diese Phase ist aber in der Regel nach spätestens 72 Stunden vorbei, wenn sich der körpereigene Regelkreis wieder eingeschwungen hat...
      Insofern genügt also eine kurzzeitige Gabe von Distraneurin durchaus, um jegliche Entzugserscheinungen von Alkohol aufzuheben.
      Das Naltrexon über diese Phase hinaus irgend eine Wirkung haben soll, kann ich mir nur mit einer Art "virtueller Placebowirkung" erklären ( ich nehme ein Medikament, das mich vor meinem Suchtstoff schützt, den ich ja gar nicht mehr nehme...)
      Gut, wenns hilft - meinetwegen :-)))

      Übrigens gibt es ein neues Medikament, das sowohl gegen Nikotin- als auch Alkoholabhängigkeit zum Einsatz kommt und in den USA Chantix und in Europa als Champix schon zugelassen ist:
      auch dieses wirkt über das Belohnungssystem im mesolimbischen Kern des Gehirns, aber beeinflusst dort direkt die dopaminergen Strukturen, was mir sinnvoller erscheint als über die Opiatstrukturen...
      LG
      Eule
      "So sehr die Gegenwart sich um den Beweis ihrer Alternativlosigkeit auch bemüht, wird sie dennoch von der Zukunft abgelöst."


      Felix Kriwin
    • RE: Hallo @ all...

      Hi!

      Also ich kann Deinen Ausführungen schon folgen, aber jeder, der`s kennt, weiß, dass das sogenannte Craving eine ziemlich unangenehme Sache ist, die monatelang nach einer Abstinenz noch anhält.
      Wie gesagt war ich nie physisch abhängig, dh ich mußte keinen körperlichen Entzug durchstehen.
      Aber psychisch besteht schon viele Jahre eine Abhängigkeit. Das längste, was ich in den letzten 15 Jahren ohne Alk durchgehalten habe, waren 6 Monate. Das war vor dieser starken Depri.

      Heute bin ich bei Tag 7 und es geht mir eigentlich gut.
      Es ist mir völlig egal, ob Revia hilft, weils physisch hilft, oder weils einen Placebo-Effekt hat. Hauptsache es hilft mir, die Zeit des Cravings zu überstehen.

      Ich habe mich nunmal entschlossen nicht mehr zu trinken, weil ich dadurch alles verlieren könnte, was ich noch hab.

      Deshalb werde ich Revia einfach für mich ausprobieren, und wies aussieht wirkts bei mir.

      Ich gebe hier sicherlich keine Medi-Empfehlung ab. Das muss jeder für sich selbst entscheiden.
      Und ich hab mich eben so entschieden. Ich denke, dass das jeder zu respektieren hat und wenns mir hilft, dann werde ich mich bestimmt nicht davon abbringen lassen.

      An dieser Stelle ein dickers Busserl und Danke an Snoopy, Du weißt schon, was ich meine :]

      In diesem Sinne ein schönes Wochenende an alle Leidensgenossen.