Vokabular und Respekt in der Psychiatrie

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Nicht nur in der Psychiatrie wird unschönes Vokabular verwendet oder Redewendungen und das auch, wenn Patienten zuhören. Ich erinnere mich an Sätze, wie "Ist die Patientin schon saniert?" In den Ohren eines Laien muss das so klingen, als ob man fragt, ob eine alte Villa wieder aufgemöbelt wurde, obwohl das saniert in diesem Falle aus dem Lateinischen kommt (sanare) und heilen bedeutet (gerne benutzt in dem Zusammenhang, ob ein Patent/in z.B. einen Klinikskeim wieder losgeworden ist, na ja oder eben auch nicht).

      Viel verletzender empfinde ich allerdings die innere Haltung und auch der Umgang, ja sogar (unbewusste Gesten?), die man psychiatrischen Patienten entgegenbringt. Das Personal in der Psychiatrie verhält sich teilweise merkwürdig und ich bin nicht die Einzigste, der das auffällt. Ja wie komisch, dass den Verrückten die angeblich nicht-Verrückten merkwürdig erscheinen...
      Am schlimmsten finde ich, dass manche glauben über diese Leute und ihrem Leben bestimmen zu könnnen, wie sie wollen und alles schon über sie zu wissen, obwohl sie sie 10 Sekunden kennen. Ein paar wirkich schlampige Diagnostiker sind mir da untergekommen, deren Arroganz nur noch wenige toppen.

      Ich weis nicht mal, ob fixieren jetzt so dramatisch klingt (owbohl der Zustand an sich selbst das mit Sicherheit ist). Vielleicht empfindet man den Begriff auch grässlicher, sobald man es schon ein mal gewesen ist, weil man die negativen Erinnerungen damit verbindet??
      Welche Begriffe stören euch denn aus dem Bereich Psychiatrie besonders, die euch da untergekommen sind???

      Oh da fällt mir etwas ein. Mein erster Psychiater damals der sagte mal zu mir "wenn sie merken, dass sie hypomanisch werden, dann kommen sie her, dann schießen wir sie ab". Das hat mich total entsetzt. Eigentlich ist der Psychiater nicht schlecht, aber wieso kommt er auf die Idee, dass hypomanische Menschen das Bedürfnis haben ihren Psychiater aufzusuchen mit dem Wunsch er möge diesen Zustand beenden? Irgendetwas hat der Gute da nicht verstanden... Ich hätte sicher mit ihm einen Café getrunken oder so, aber keine 10 Pferde hätten mich in die Praxis gebracht. Die (guten) Hypomanien erscheinen einen als so kostbare Lebenszeit, dass man an denen hängt, wie an etwas liebgewonnenem.

      LG, Nüssli
      Was tun nach dem Absturz?
      Aufstehen. Krönchen richten. Würdevollen Schrittes weitergehen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Zaubernuss ()

    • Liebes blattl,

      blattl schrieb:

      Ich kann das nicht alles lesen jetzt. Gott sei Dank bin ich jetzt so weit, dass ich mich von NIEMANDEM mehr respektlos behandeln lasse sondern freundlich darauf aufmerksam mache...
      Wie machst Du das?
      Bei mir ist einfach der Selbstwert so weit unten, ich schaffe das nicht. Ich kann mich nicht wehren, bin null schlagfertig sondern fühle mich immer nur total schnell angegriffen und kann dann nicht reagieren.
      zT weil ich einen Kloß im Hals habe und meinem Gegenüber nicht zeigen will dass ich kurz vorm heulen bin...

      blattl schrieb:

      Übrigens habe ich mal ein Theaterstück zu schreiben begonnen, da geht es gleich in der Anfangsszene (an der Aufnahmestation in die Klinik) genau um dieses Thema. Allerdings ist es verschollen..

      Ein Theaterstück darüber fände ich super!!!
      Wieso denn verschollen?
      Hast Du es nicht am Compi abgespeichert??
      Suchen, ausgraben, das wär doch mal was!!!

      Müsli mit Nektarine und Minibanane