Aus der Forschung: MBSR schlecht für Bipolare/Warum?

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    • Ich weiß nicht, ob der Begriff Therapeut überhaupt geschützt ist, zumindest gibt es ja auch die Heilpraktiker-Therapeuten etc. pp.

      Tja, die mögen zuwenig Erfahrung von wirklichen Depression haben. Als ich die nichtwirkenden ADs nahm, hätte die Therapeutin mich wahrscheinlich auch gedeckelt empfunden, weil sie wahrscheinlich nicht unterscheiden kann zwischen, Symptomen tiefer Depression und Deckelung von Medikamenten. Ich nahm Medis, aber ich war weiterhin in tiefer Depression, unlebendig, antriebslos, und alles was typisch depressiv ist. Oder die Dame wertet auch Neuroleptika und Benzodiazepine als Antidepressiva, sie werden ja durchaus auch gegen die Depression eingesetzt, ja und die deckeln oder packen in Watte.

      Oder jedeman der Trizyklische ADs über Tag genommen hat, traucht dort auf, die eigentlich einen schlafanstoßende Wirkung haben. Aber das ADs deckeln sollen, wäre auch völlig unlogisch. Von der Depression bin ich sowas von gedeckelt, dass ich gerade aus dieser Deckelung heraus möchte. Viele ADs sind deshalb auch antriebssteigernd und aufhellend ohne aufzuputschen. Wenn sie endlich ihre Wirkung erzielen, machen sie die meisten erst Psychotherapietauglich, die besten Fortschritte in der Therapie hatte ich gemacht, als endlich ein Medi wirkte und ich keine tiefen Einbrüche mehr hatte.

      Aber es ist kein Medi, welches mir die Ängste oder Sorgen nimmt, auch keines, dass ich keine Traurigkeit mehr empfinden könnte oder mir alles egal ist. Es ist aber eines, welches mir die fast damals schon chronischen richtigen Suizidgedanken genommen hat.

      Medikamente kritisch zu betrachten und sie hinterfragen, das ist alles in Ordnung. Zu fordern, das wir mit unseren Bedenken, Fragen und Unsicherheiten ernst genommen werden, auch das sollte eigentlich selbstverständlich sein. Das man uns zuhört und unsere Schilderungen von Nebenwirkungen ernst nimmt und das die Behandler mit uns nach Alternativen suchen, auch das ist eine Forderung, die immer und immer wieder wiederholt werden muß. Das sie mit uns auf gleicher Augenhöhe aggieren und uns über die Wirkungen und Nebenwirkungen aufklären und unsere Selbstbestimmtheit fördern, sollte eigentlich Pflicht sein. - ABER deshalb sollte man nicht anfangen nun alles zu verteufeln und teils auch sehr suspekte Geschichten zu erzählen.

      Ich frage mich, wann endlich auch mal die "Kritiker" begreifen, dass jeder Mensch verschieden ist, jeder Mensch deshalb auch anders auf eine Behandlung anspricht und was dem einen hilft, muß dem anderen noch lange nicht helfen und das betrifft alle Behandlungsoptionen, ob klassisch oder alternativ. Warum bestehen die Kritiker so sehr auf ein, entweder oder, anstatt ein sowohl als auch?

      Manchmal habe ich das Gefühl, hier wird ein Feldzug aus ganz persönlichen Gründen ausgeführt und da ist es denjenigen eher herzlich egal, ob sie da evtl. Leute mit eher Schaden oder nicht.

      Jeder muß seinen Genesungsweg selbst ausloten, das hängt einerseits von dem Schweregrad einer psychischen Krise ab und andererseits auch, welche Dinge für die spezielle Person verträglich sind und welche nicht. Da gibt es durchaus die, die aus verschiedensten Gründen ohne Medis auskommen, dann diejenigen, die zumindest eine zeitlang Medikamente benötigen, dann diejenigen, die evtl. langfristig Medikamente brauchen, etc. pp.

      Wichtig ist, sich gerade zu Anfang sich viel zu informieren, sich selbst zu beobachten, Strategien zu entwickeln, Selbsthilfeerfahrungen auszutauschen und sich durchaus auch die Option offen zu halten, es mit Medikamente zu versuchen, es ist keine Schande, man muß sich deshalb nicht schämen und wenn man mit ihnen UND weiteren Behandlungsangeboten eine Stabilität hinbekommt und sich durch sie gesund fühlt, dann darf man dies auch ruhig so annehmen.

      Sorry, Nüssli, wenn ich dadurch in deinen Baum etwas vom Thema abgekommen bin.

      "Wenn unser Leben die Summe unserer Entscheidungen ist, dann können wir nicht ändern wer wir jetzt sind, ABER mit jeder Entscheidung die wir JETZT treffen, können wir bestimmen wer wir sein WERDEN." (Verfasser unbekannt)

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    • Ja, da weist du warum ich kein Seroquel mehr nehme. Das wird nicht nur in der Regel, sondern auf jeden Fall jeden Tag genommen, sonst bekommst du ein Problem mit dem Spiegel und wie bei allen Substanzen, die auf die Stimmung wirken, induzierst du sonst mehr Schwankungen, als es zu bessern vermag, wenn man es nicht regelmäßig nimmt.

      Ich weis gar nicht, wie ich die Einschleichphase durchgehalten habe. Die 6 Tage waren die Hölle. Man kann tagsüber kaum die Augen offen halten. Vielleicht war ich die einfach froh, dass ich mal wieder schlafen konnte, aber später findet man die sedierende Wirkung einfach nur noch lebensqualitätsraubend.

      Grüße, das Nüssli
      Was tun nach dem Absturz?
      Aufstehen. Krönchen richten. Würdevollen Schrittes weitergehen.
    • @ Heike

      Also der Begriff "Therapeut" ist nicht geschützt, aber sehrwohl der Begriff "Psychotherapeut". Wer Psychotherapeut werden darf und wie, das regelt das Psychotherapeutengesetz. Hier in Deutschland dürfen Ärzte, Psychologen, Pädadogegen und Heilpraktiker die Ausbildung machen und den offiziellen Titel dann tragen.

      Was nimmst du denn für ein Medikament?

      LG, Nüssli
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    • @Nüssli,

      ich nehme als AD Elontril (Bupropion). Seit dem habe ich keine tiefen Einbrüche mehr gehabt, allerdings melancholische Phasen kenne ich durchaus noch, aber die kann ich langsam integrieren. Früher nahm ich zu dem AD noch Lamotrigin. Aufgrund von immer stärkeren NW habe ich das dann langsam ausschleichen können. Seroquel habe ich als Bedarfsmedikation auch noch zu hause, aber schon lange nicht mehr im Einsatz gehabt. Sero habe ich nur für den "Schlaf" genommen und in einer Dosierung von 12,5 mg bis max. 25 mg.

      Viele Grüße Heike

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    • Elontril habe ich auch mehrere Jahre genommen. Ging aber nicht ohne Magenschutz, sonst wurde mir imer wieder im Laufe des Tages schlecht und nach zig Jahren fand ich hatte die Wirkung ganz schön nachgelassen. Es wirkt ja auch nicht so wahnsinnig stark antidepressiv- eher primär aktivierend.
      Am besten gings mir glaub ich mit Lamotrigin in Monotherapie. Leider habe ich große Probleme bekommen, seit ich dazu noch Modafinil nehme wegen der Aufmerksamkeitsstörung. Habe jeden Tag so Weinphasen bekommen und ständig ups und downs im Tagesverlauf. Das ist zu viel für mein zart-saitenes Seelchen. Deswegen habe ich mich entschieden, auf eine andere Kombi umzusteigen. Aber das funktioniert auch nicht :( .
      Jetzt ist guter Rat teuer. Nee und da kann auch keine Entspannungstechnik helfen, wenns in der Neurochemie gar nicht stimmt oder nur mal stundenweise...

      LG, das Nüssli
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    • Zaubernuss schrieb:

      @ Heike

      Also der Begriff "Therapeut" ist nicht geschützt, aber sehrwohl der Begriff "Psychotherapeut". Wer Psychotherapeut werden darf und wie, das regelt das Psychotherapeutengesetz. Hier in Deutschland dürfen Ärzte, Psychologen, Pädadogegen und Heilpraktiker die Ausbildung machen und den offiziellen Titel dann tragen.

      Was nimmst du denn für ein Medikament?

      LG, Nüssli


      Stimmt so nicht ganz: Ein Heilpraktiker darf sich in D OHNE jegliche Zusatzausbildung Psychotherapeut nennen. Eine Bekannte hat die gesamte "Ausbildung" einschließlich Prüfung in 2 Tagen (!) absolviert, es wird ja auch nur Gesetzeskunde abgefragt. Aber abrechnen können die wie die Großen. Heilpraktiker sind gesetzlich legitimierte Scharlatane, gibt es so viel ich weiß in keinem anderen Land, oder sie nennen sich Medizinmänner oder Schamanen,
    • Hallo Jannis,

      also, dass Heilpraktiker sich auch so, PSychotherapeut nennen dürfen ist mir neu. Wenn dem tatsächlich so ist, bekomm ich das kotzen. Ich bezweifle auch, dass alle Klienten das wissen. Aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Heilrpaktiker, die die gesetzlich geregelte Ausbildung nach dem Therapeutengesetz nicht gemacht haben, eine Kassenzulassung bekommen können. Und selbst wenn die nur private Behandeln ist das nicht besser. Es ist unfassbar! Was die für einen Schaden anrichten können!! Psychotherapie kann serwohl Nebenwirkungen haben. Im schlimmsten Fall den Tod des Patienten durch Suizid.
      Oh mir dämmert was. Eine Dame, der ich stundenweise helfe, weil sie eine Behinderung hat, ist Heilpraktikerin mit eigener Praxis. Sie ist spezialisiert auf "Schamanisches Heilen" (und Phytotherapie). Das steht wirklich auf der Visitenkarte. Sie hat mich letztens gebeten, ob ich ihr nicht meine Skripte aus den Vorlesungen "Psychische Störungen" und "Interventionsverfahren" nicht senden könnte. Auch gibt sie Lehrgänge, obwohl sie die Ausbildung selbst erst letztes Jahr abgeschlossen hat und die Praxis serst seit letztem September besteht. Hm mir wird schon immer anders, wenn ich sehe, dass sie wissen an andere weitergibt, obwohl selbst so unerfahren und ich merke ja selbst in Gesprächen, dass sie keine Ahnung von manchen Sachen hat. Solche Heilpraktiker machen ja nie eine praktische Zeit in der Psychiatrie soweit ich weis. Es gibt nicht mal eine einheitliche Regelung der Ausbildung zum HP. Und solche Leute fuschen dann in der Psyche anderer Leute rum, die sich eigentlich noch nie näher mit psychisch Kranken auseinandergesetzt haben und zu denen komen sich verzweifelte Leute, die die schnauze voll haben von Schulmedizin und ihre letzte Hoffnung, darein setzen....
      Ich mein, wenns hilft sich schamanisch behandeln zu lassen, nur zu. Manchen kann das bestimmt nützen, z.B. Leute mit psychosomatischen Problemen. Aber echte Psychotherapie, sollte eine ernsthafte Basis haben und ich finde, dass allen der Titel entzogen werden sollte, die eine entsprechende seriöse Ausbildung nicht durchlaufen haben!

      Na ja die Psychotherapuetenausbildung wird ja eh abgeschafft und zum eigenständigen 10-semestrigen Studiengang mit anschließender Praxiszeit, ehe man die Approbation erhalten kann. Ich denke, dann wird eh Schluss damit sein, dass Heilpraktiker Psychotherapeut werden können. Vielleicht wird dann auch mal aufgeräumt und eine entsprechende Gesetzenänderung ins Auge gefasst, dass sich nicht jeder, der mal eben sich paar Stunden damit beschäftigt, sich Psychotherapeut nennen darf.

      LG, das Nüssli
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    • Wenn die Klienten Ihre Leistung selbst bezahlen wollen,
      und der Behandlers gefragt ist, ist das ein Anzeichen
      auf die Qualität der Behandlung.

      Der ein oder andere Psychotherapeut,
      hat Wartelzeuteb von Wochen und Monaten,
      weil die gesetzliche Krankenkasse
      die Behandlungen übernimmt,-
      über die Qualität seiner Arbeit sagt
      das noch gar nichts aus.
      Der bekommt sein Geld,
      auch wenn der Erfolg sehr fragwürdig ist.

      Meines Wissens, dürfen sich
      Heilpraktiker nicht einfach Psychotherapeut nennen
      sonder müssen ergänzen,- Psychotherapeut nach
      dem Heilpraktiker Gesetz.

      Der Psychiater bei dem ich früher war,
      ist auch Psychotherapeut aber Nüssli,
      ich kann nicht einen roten Faden der
      Psychtherapie erkennen,- (Nüssli, was bedeutet echte Psychotherapie ??! )
      wenn wir sicherlich psychotherapeutisch gerarbeitet haben, sollten..
      gerbacht hat es nicht viel und er ist wirklich schulmedizinisch / psychologisch gut
      ausgebildet..

      Für mich persönlich, ist Byron Katie die beste / erfolgreichste Psychotherapeutin der Welt,
      woran man natürlich wieder erkennen kann, wie individuell der Eindurck ist
      und der Geschmack. [url]https://www.youtube.com/watch?v=9AdN6UUbAwg[/url]
      [url]https://www.youtube.com/results?search_query=byron+katie+deutsch&page=2[/url]

      Es leigt viel am Glück an einen guten Psychotherapeuten zu kommen
      und weniger an seiner Ausbilungsrichtung finde ich.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von positives-denken ()

    • Huhu du,

      weist du mir geht es darum, dass Patienten nicht gefährdet werden. Klar können die gerne ihr Ersprates zum Therapeuten schleppen und das Ganze selbst bezahlen. Meine Mitbewohnerin macht das auch. Aber trotzdem geht sie zu einer Therapeutin, die eine geregelte Ausbildung durchlaufen hat. Dass sie keine Kassenzulassung hat ist ihr persönliches Ding. Erfüllen würde sie aber die Voraussetzungen, das hat die Krankenkasse gepfüft und deswegen darf meine Mitbewohnerin ihre Therapie auch bei ihr machen und sie bezahlen das. (Allerdings mussten wir ganz schön darum kämpfen)

      Ich glaube übrigens auch schon gesehen zu haben an einem Praxisschild, dass die HP's diese Zusatzbezeichung "Psychotherapeut nach Heilpraktikergesetz" tragen.
      Aber wissen alle potentiellen Therapie-Suchenden, welcher Unterschied da zu einem psychologischen Psychotherapeuten oder einem Facharzt für Psychotherapie beteht? Die haben wenigstens schon mal gehört, wie man es vermeidet, dass ein Patient durch Therapie in eine Krise kommt und wie man das erkennt/vermeidet/interveniert. Die wissen auch welche Verfahren für bestimmte Patienten kontraindiziert sind, weil sie eine schwere Destabilisierung auslösen können. Selbst jeder popsliger Psychologistudent, der mind. 4 Smester studiert hat, weis das bis dahin (seidenn er hats schon wieder vergessen). Weist du, ob ein Heilpraktiker auch danach verfährt, die Behandlung wieder auflösen zu wollen, wenn eine Besserung eintritt. Normalerweise sollte ein Therapeut das Bestreben haben diese künstliche Beziehung auf Zeit und Geld wieder zu beenden, wenn er sieht, dass es dem Patienten besser geht. Eigentlich ist das Motto, den Patienten so früh wie möglich in das selbstständige Leben wieder zu "entlassen" (irgendwie doof ausgedrückt). Aber bei den HP's wär ich mir nicht so sicher. Für die ist das eine super Einnahmequelle! Umso länger er zahlungsfähiger und- williger Patient bleibt, der sich vollkommen angewiesen fühlt auf die Therapie desto besser für den Geldbeutel des "Therapeuten". Für den ist das gar nicht so gut, wenn der Patient wieder psychisch auf eigenen Beinen stehen kann. Na ja, aber ich hörte, dass auch so mancher gut ausgebildeter Therapeut manchmal an seinem Patienten klebt, wie ein Kaugummi, weil er die Bestätigung braucht (quasi seine narzistischen Züge bedient). Wie ist das zu verstehen: Wenn ein Patient immer nach einer Sitzung sagt, dass er sich jetzt viel besser fühlt, dann schmeichelt das dem Therapeuten. Wenn der ihm aber keine Werkzege an die Hand gibt, mit denen der Patient sich selbst helfen kann bzw. anderes Denken/Verhalten lernt, dann bleibt er abhängig von dem Therapeuten und so bekommt der Therapeut jede Woche aufs Neue die Bestätigung, wie gut dem Patienten die Gespräche tun (dessen Wirkung nie lange anhalten, aber egal). (Vereinfacht geschildert)

      LG, das Nüssli
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    • Noch was zum Gruseln? Bitte sehr:

      therapie.de/psyche/info/fragen…iater/psychotherapie-hpg/

      Immerhin, die müssen einen Hauptschulabschluss haben, also höchste akademische Weihen. Ansonsten reicht eine (einfache) Prüfung beim Gesundheitsamt aus, die wahrscheinlich in diesem Forum jeder aus dem Stand bestehen würde. Kellnerlehre nicht geschafft, dann macht man halt eine Praxis für Psychotherapie auf, hört sich auch besser an. Eine dieser Dünnbrettbohrerinnen hat mir einmal mit wichtigem Gesicht gesagt, sie betreibe schließlich "systemische Psychotherapie", konnte mir aber nicht erklären, was sich hinter der sperrigen Begrifflichkeit verbirgt. - Unsäglich....

      Und das Schlimmste ist: Dann gehen die Patienten in ihrem blinden Vertrauen so lange zum Heilpraktiker, bis sich zeigt, dass Bachblüten vielleicht doch nicht ideal gegen Krebs helfen und in der Zwischenzeit sind dann schulmedizinische Behandlungsoptionen nicht mehr möglich. Wenn der Arzt dann auch nicht mehr helfen kann, ist er der Böse.

      Mir hat mal eine Heilpraktikerin erzählt, sie könne einen Bandscheibenvorfall (den sie selbst bei einer schlanken Patientin diagnostiziert habe) mit Bachblüten heilen, wer glaubt denn einen solchen Unsinn? - Dabei handelt es sich um einen mechanischen Defekt! Gleiches nimmt sie auch bei der MS für sich in Anspruch. Und einige Privatkassen zahlen auch noch für einen solchen Humbug.

      Die Betreiber von Piercing- und Tatoostudios greifen ohne jegliche Ausbildung durchaus invasiv in die körperliche Integrität ein und können dort viel Schaden anrichten. - Sie dürfen es, weil sie dabei keine Heilkunde ausüben, die Zielrichtung ist "Verschönerung" und nur um diese Abgrenzung geht es.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Jannis ()

    • Das ist etwas erschreckend, dass ein Therapeut sein Verfahren nicht kurz und bündig darstellen kann, zumal es bei der Systemtherapie jetzt nicht so schwer ist. Sie hätte doch einfach sagen können, hier wird die Familie bzw. das Unternehmen/Firma als System angesehen und derjenige, der psychische Auffälligkeiten ziegt ist in dem Sinne nicht psychisch krank, sondern ein sagen wir Symptom dafür, dass an dem ganzen System was falsch läuft und deshalb verhaltensauffälligkeiten auftreten. Deshalb wird bei der Behandlung auch das ganze System mit einbezogen. Ich glaube das wird besonders gerne angewandt bei jungen Frauen mit Essstörung.

      Ich sehe das Piercen noch viel kritischer als das Pfuschen mit unglaublich verdünnten Zeugs. Man kann da echt bleibende Schäden anrichten, wenn man unsauber arbeitet oder wichtige anatomische Strukturen verletzt/zerstört. Und beim Tattoo-stechen kannste dich natürlich auch mit Hepatitis oder HIV oder was weis ich nicht alles infizieren, wenn derjenige nicht jedes Mal neue Nedeln nimmt.
      Wobei das bei den Heilpraktikern auch nicht ganz ohne ist. Stell dir mal die arme Socke mit der MS vor, an dem sie rumdoktort und der in der Zeit wichtige MEdis nicht nimmt. Die MS wird wesentlich schneller voranschreiten. Ich finde das auch einfach nicht gut, dass man mit nur nem Hauptschulabschluss und so ner schlechten Ausbildung sowas machen darf.
      Du kannst theoretisch auch Krankenschwester/Pfleger werden mit Hauptschulabschluss, aber die müssen sich nach oben arbeiten und erst die einjährige Ausbildung machen und wenn sie sich da beweisen können, dann wird ihnen manchmal der Weg zur 3-jährigen Ausbildung geebnet, wo sie dann (offiziell) erst Sachen machen dürfen, die den Patienten massiv gefährden können, wenn es schief geht.

      LG, Nüssli
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Zaubernuss ()

    • Was mich dabei so ankotzt ist, dass wir medizinisch in Deutschland Weltstandard haben, technisch und fachlich top.

      Und dann kommen so ein paar Idioten und nehmen mit dem Leid der Leute die Abkürzung zur Geldbörse des Patienten, indem sie eine nicht wahrnehmbare Ausbildung durchlaufen, idealerweise am Wochenende. Eine fachlich ernstzunehmende Prüfung dauert halt nunmal viele Jahre. Es gibt so viele, die meinen, anderen helfen zu können, quasi eine Berufung in sich verspüren, oder so ein gequirlter Unsinn. Im Bereich der (Küchen-)psychologie am häufigsten anzutreffen. Da hat mal einer "Freud" senkrecht im Kreuzworträtsel richtig gehabt und schon fängt er an, in diesem Sinne zu ordinieren. Hauptschulabschluss finde ich schon krass als Eingangsqualifikation und die Prüfung beim Gesundheitsamt, da stellt einen die Angelscheinprüfung vermutlich vor größere Herausforderungen. Was die Dame mit der systemischen Therapie angeht, die hat jetzt umgesattelt auf "Tierpsychologin", Menschen waren ihr zu kompliziert und der Hund kann sich nicht wehren. Ausbildung und Prüfung braucht man dafür, glaube ich, gar keine. Mein Hund würde der nen Vogel zeigen :)

      Dann gibt es noch die "traditionelle chinesische Medizin", ein Kassenrenner. Nur wird die chinesische Ausbildung hier nicht als Approbation anerkannt. Ich habe denen also empfohlen: "Verkauft Tees, Duftkerzen und Akupunktur gegen Haarausfall" Da diese Zielrichtung der Akupunktur keine Ausübung der Heilkunde ist, braucht man dafür nicht einmal eine Befugnis als Heilpraktiker. Und dann haben die sich als Untermieter mit einem umsatzabhängigen Vertrag bei einem niedergelassenen Arzt eingemietet und schon läuft die Bude, weil der Arzt (was er nicht darf, aber im Eigeninteresse tut) zuweist.

      Homöopathie ist noch so ein Thema, es gibt studierte Ärzte die diese Quacksalberei anbieten, ohne rot zu werden. Ich war aus Versehen mal bei so einem gelandet. Nicht genug damit, das er mich überhaupt nicht untersucht hat (es gab in der Praxis auch keinerlei störende Gerätschaften) hat er am Ende seinen (einzigen) Stempel herausgeholt und auf seinen Rezeptblock gedruckt: "keinen Kaffee" und irgendein homöopathisches Mittelchen. - Sehr individuell. Dann hat er das ganze noch mit dem 3,5 fachen Satz abrechnen wollen (bin PKV), wobei nur 2,3 erstattet wird. Habe ich natürlich nicht bezahlt, danach hat er mich schriftlich (voller Rechtschreibfehler) und telefonisch um mehr Kohle angebettelt und dass ich ihn doch unbedingt wegen weiterer Therapien aufsuchen solle. - Pustekuchen, mein Bedarf war mehr als gedeckt.

      Die von Dir angesprochenen Risiken beim Piercen und Tätowieren gibt es in der Tat und noch mehr, wenn man an die ganzen Meridiane denkt, die da mal eben sorglos angepikst werden. Mir wird immer ganz schlecht, wenn ich ein Oberlippenpiercing sehe, da läuft an Nerven nun alles zusammen, was Rang und Namen hat.
    • Hallo,

      ich sehe es doch noch ein wenig differenzierter. Für Alltagskrisen, wie Trennungsschmerz, Trauerverarbeitung, Jobverlust, Überforderung mit Familie, Kind und Beruf, kleinere bis mittlere Sinnkrisen wie die Midlifekrisis, Kinder aus dem Haus, was nun, etc. pp, können solche psychologischen Berater gerne tätig sein. Wenn der richtige Ansprechpartner im Familien- und Freundeskreis fehlt und bevor sich aus einer kleineren Lebenskrise irgendwann denn doch evtl. eine Größere bis Schwerere entwickelt, können sicherlich solche Berater vielleicht ein bisschen Licht ins Dunkle bringen und die vielen unsortierten sorgenvollen Gedanken mit dem Hilfesuchenden sortieren.

      Ich fand dazu neulich auch einen Artikel zeit.de/2014/22/psychotherapie-beratung-lebenskrise der diese Aussage auch unterstützt. Dann würde ich aber vorschlagen, dass sie sich eben psychologischer Berater oder Lebenskrisenberater oder wie auch immer nennen, damit eben wirklich eine Unterscheidung statt finden kann. Wichtig würde ich allerdings finden, dass bei deren Ausbildung ganz klar signalisiert wird, dass falls der Verdacht auf schwerwiegende psychische Störungen liegen, diese dann von sich aus an professionelle Psychotherapeuten verweisen und nicht versuchen, da herum zu experimentieren und ggf. eine Sache noch verschlimmbessern.

      Man weiß in der Medizin und dies ist auch wissenschaftlich untersucht worden, dass Placebo und Noceboeffekte bestehen, die sich die Medizin zunutze machen kann. Solange es nicht um wirklich ernsthafte schwerwiegende Erkrankungen geht und jemand bzg. Schlaflosigkeit oder Nervosität oder kleinere Zipperlein auf Homöopathi schwört und sie tatsächlich ruhiger werden, warum nicht, besser so, als den Körper bei solchen kleineren Dingen gleich mit Chemie belasten. Für mich würde aber ein seriöser Heilpraktiker immer auch an die Schulmedizin verweisen, um ggf. andere Erkrankungen ausschließen zu können.

      Menschen mit Psychosen, langwierigen Depressionen, Manien und dergleichen schwerwiegenden Symptomen mehr gehören nicht zum Lebens- oder psychologischen Beratern sondern zu wirklich professionellen Psychotherapeuten mit fundierter auch klinischer Erfahrung, wie eben auch zu einem Psychiater. Natürlich gibt es auch unter diesen Menschen, die entweder ihren Beruf verfehlt haben oder einfach aus irgendwelchen Gründen irgendetwas übersehen oder wo einfach die verschiedenen Wellenlängen zwischen Klient und Therapeuten nicht passen. Aber ich glaube, das fundierte und klinische Erfahrungen diese Gefahr doch etwas minimieren.

      Viele Grüße Heike

      "Wenn unser Leben die Summe unserer Entscheidungen ist, dann können wir nicht ändern wer wir jetzt sind, ABER mit jeder Entscheidung die wir JETZT treffen, können wir bestimmen wer wir sein WERDEN." (Verfasser unbekannt)

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    • Hallo Heike,

      ja das mag ja alles sein, aber nicht alle schweren Erkrankungen sind so offensichtlich, wie z.B. eine Manie im Vollbild. Wenn man aber gar keine soliden Vorkenntnisse hat, kann man auch nicht erkennen, dass man das Herzchen zum Schulmediziner schicken muss.
      Beispiel: eine Mutter kommt sehr häufig zum HP mit ihrem Kind. Was meinst du wie viele von denen überhaupt schon mal vom Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom gehört haben und das in ihre Überlegung mit einbeziehen? O.k. das ist jetzt selten...
      Oder stell dir vor, da ist jemand in einer schwierigen Trauerphase: Woher soll er denn wissen, wie man mit sowas umgeht? Wie soll er mit Suizidalität umgehen? Wie spricht man so ein heikles Thema an, wenn der Patient es nicht von alleine macht?

      LG, das Nüssli
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    • Geht nun von Psychiatern oder von Heilpraktikern der größere Schaden aus? Dazu darf jeder seine Meinung haben.
      Schöner klingt es, nach dem Nutzen zu fragen. Eine gewisse Grundvorsicht kann weder gegenüber Psychiatern
      noch gegenüber Heilpraktikern schaden.
      Ich möchte es gar nicht an der Berufsbezeichnung ausmachen, wohl fühle ich mich dort,
      wo Geist ist, der meinen übersteigt, das konnte mir noch kein Arzt oder Psychiater bieten.
      Für den der meint, das klingt abgehoben, formuliere ich gerne anderes,
      derjenige, der mir hilft, muß noch verrückter sein als ich,
      damit ich profitiere. So mag es dann der ein oder andere sehen.
      Für mich persönlich kann ich ganz klar feststellen, das mir diejenigen am besten geholfen haben,
      um so weiter sie abseits des Mainstream standen.

      Jannis, geht es Dir nicht ähnlich? Eine Psychiaterin hat Dir besonders weitergeholfen und das nicht etwas wegen ihres
      langjährigen Studiums, sondern trotzdem. Denn das was Sie dir gesagt hat war nicht Mainstream sondern ein Wissen,
      aus langjähriger Erfahrung und Intuition.

      Es herrschte lange eine Skepsis (und sie ist heute auch noch da) von "richtigen" Ärzten gegenüber "Seelen" Doktoren,
      denn bei körperlichen Krankheiten erfolgt eine Diagnose und Therapie aufgrund von einem klaren Sichtbaren Auffälligkeiten
      und Funktionsstörungen, aufgrund von Bildgebenden Verfahren etc.
      Um Anerkennung von Ihrem Berufsfeld zu bekommen, haben die Seelendoktoren die Doktrinen
      und den Wortschatz ihrer Kollegen übernommen. So kam dann das Märchen der Stoffwechselerkrankung ins Bewußtsein.

      Bei der klaren, objektiven (Schul)Medizin, gibt es einen Körper. Diese Eindimensionale Sichtweise, läßt keine andere
      Schlußfolgerung zu als wenn sich ein Mensch nicht so verhält, wie man es erwartet und wie er es doch soll,
      dann muß also der Stoffwechsel in seinem Gehirn eine Störung haben.

      Eine weitreichendere Sichtweise, die die Sichtweise des „objektiven“ des Köprers und den Segen durch moderne Operationen mit einschließt ist:
      "Bewußtsein wird immer offenbar als Leib und der Leib verweist immer auf Bewußtseinsstrukturen."

      Ich wünsche mir bei der Diskussion kein entweder oder, sondern ein sowohl als auch. Die Setzung: „Es gibt einen Köper,- objketive Medizin“ halte ich für hilfreich beich Chriurgen und besonders bei Zahnärzten, bei dem Phänomen, was mit „psychischen Störungen“ stagmatisiert ist, ist meiner Meinung nach besonders die Setzung sinnvoll: „Es existiert Bewußtsein. Das Bewußtsein, wird offenbar im Leib und der Leib verweist auf Bewußtseinsstrukturen.“

      Weder beim Studium eines Psychiaters noch im Studium eines Psychologen, weden die Einflüsse und Auswirkungen von Bewußtseinsstrukturen derzeit gelehrt. Geschweige denn hinreichend untersucht und unterrichtet.
      Es ist als hätte man das einfach vergessen.

      William James, begründer der amerikanischen Psychologie, schreibt gleich auf der esten Seite seines 1892 erschienen Lehrbuches „Psychology“ einen Satz der wunderbar durch sein Prägnanz besticht.
      „The defintion of Psychology may be best given … as the description and explanation of states of consciousness as such.“

      Wäre die Entwicklung der Psychologie und anderer Humanwissenschaften dieser Empfehlung gefolgt, dann bräuchte ich jetzt nicht schreiben.

      In gleicher Weise äußerte sich Robert Ornstein 1973 in der Einleitung zu seinem Buch: „Die Pychologie ist in erster Linie Wissenschaft vom Bewußtsein.“

      Im Mainstream folgt Psychologie und Medizin nicht diesen Erkenntnissen, sie ging eher den Weg der sozialen Amnesie des Bewußtseins.

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    • Heike, was Du meinst, ist der Friseur, als ausgewiesenem und sturmerprobten Fachmann für alle Lebenskrisen.

      Dagegen ist der Heilpraktiker staatlich legitimierter Scharlatan. Es darf sich zwar nicht "Psychotherapeut" nennen, aber er darf eine "Praxis für Psychotherapie" eröffnen. Welcher Patient kann sich da noch zurecht finden? Exakt diesen Etikettenschwindel prangere ich an.

      Wenn ich meinen Job an der Volkshochschule gelernt hätte und nicht an der Universität könnte ich ihn auch nicht verantwortlich ausüben, dazu ist er zu schwierig. Und zumindest genauso schwierig ist die Medizin. Leider werden Schmalspurausbildungen auch noch gefördert, das ist eine Folge der EU-Vereinheitlichungswut, nach der jeder sich ohne größeren Aufwand Akademiker schimpfen können soll, man schaue sich nur diese Bachelor-"Studiengänge" an. Jeder hiesige Uni-Professor verdreht darüber die Augen.

      Wir haben im Moment die Tendenz, nach der das Wissen in der Medizin auf der einen Seite immer tiefer wird (Spezialisierung) auf der anderen Seite aber auch immer flacher, d.h. bereits angrenzende Fachgebiete werden oftmals nicht mehr überblickt. Darin sehe ich in der Medizin die derzeitige Gefahr. Ich habe es erlebt, dass ein Bekannter von Augenärzten als gesund nachhause geschickt worden ist, weil seine Augen in Ordnung seien. Sehen konnte er aber immer noch nichts. Die Ursache hat dann ein unabhängig aufgesuchter Neurologe gefunden, keine schöne Diagnose übrigens.

      Am besten, man wird erst gar nicht krank oder aber man verschafft sich selbst zumindest einen groben Überblick über medizinische Zusammenhänge, damit man Herr des Geschehens bleibt. Ich hatte das Glück, in einer Familie aufgewachsen zu sein, in der alle Erwachsenen (seriöse) Ärzte waren und mir dort bereits im Kindesalter vieles vermittelt worden ist, insbesondere auch der Satz: "Mach´ einen Riesenbogen um alle Psychiater, die stellen sich keiner nachprüfbaren Medizin." - Über Heilpraktiker brauchte man bei uns zuhause gar nicht anzufangen, da hatte insbesondere mein Vater sofort die Hasskappe an, denn er war es, der versuchen musste, die Fehler dieser Gilde wieder auszumerzen.

      @ Tobi: Du scheinst ja doch nicht abgesegelt zu sein, wie es Nüssli befürchtet hatte aufgrund des Parallel-Threats. Übrigens, die Dame die mir geholfen hat, war keine Psychiaterin sondern Neurologin, in erster Linie aber enge Freundin.

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    • Es ist so herrlich! Jannis findet immer so prägnant passende Worte für unschöne Zusammenhänge. Ich habe mal wieder Tränen gelacht, als ich deinen Beitrag las. Keine Ausnahme. Zumindest ein breites Grinsen, huscht mir häufiger über das Gesicht, wenn ich Beiträge lese, in denen du nach Herzenslust wetterst. Aber fantastisch! Du triffst einfach oft den Nagel auf den Kopf (auch wenn ich nicht immer deiner Meinung bin).

      Hatte ich schon mal erwähnt? --> Der Chirurg ist der natürliche Fein des Psychiaters! (Wobei man Internisten und Chirurgen auch selten harmonisch zusammen gesehen hat...). Ach ich könnte da Stories aus meiner Zeit in der Notaufnahme erzählen....

      Und was die Psychologie angeht: In der Psychologie geht es nicht nur primär um Bewusstsein, sondern auch sehr stark um Wahrnehmung. Das ist deshalb schon interessant, weil Wahrnehmung nicht viel mit Wahrheit zu tu hat und höchst subjektiv ist.

      Heute ist es ja noch etwas anders als früher: Es laufen schon jede Menge Studien (mitunter auch mit bildgebender Verfahren und anderem), die überprüfen, welche Wirkung Medikamente, Psychotherapie oder auch Alternatives (wie Meditation) hat. Das ist natürlich nicht so einfach nachzuvollziehen, wie die Doku einer Wundheilung, eines Bruches oder so, aber immerhin bemüht man sich jetzt um den Nachweis. Selbst Psychoanalytiker haben das mitlerweile eingesehen.

      LG, das Nüssli
      Was tun nach dem Absturz?
      Aufstehen. Krönchen richten. Würdevollen Schrittes weitergehen.
    • Zaubernuss schrieb:

      Es ist so herrlich! Jannis findet immer so prägnant passende Worte für unschöne Zusammenhänge. Ich habe mal wieder Tränen gelacht, als ich deinen Beitrag las.
      LG, das Nüssli


      Och Menno, jetzt fängst Du auch noch so an.... Ich wünschte, rein sachlich schreiben zu können, auch wenn mich etwas aufregt. Leider erlebe ich es vor Gericht recht häufig, dass der Richter einzelne Formulierungen aus meinen Schriftsätzen herausgeschrieben hat und sie dann zum Amüsement der anwesenden Kollegen verliest. Einmal haben wir eine Sitzung unterbrechen müssen, weil der Richter ob dessen einen derben Lachanfall bekommen hat - peinlich, peinlich! - Aber irgendwie verstehe ich mich mit Richtern dennoch sehr gut.

      Einmal sollte ich einen englischen Vertragstext übersetzen lassen und einreichen. Das habe ich nicht eingesehen, weil

      "davon auszugehen ist, dass der notwendig mit akademischen Weihen ausgestattete Senat an der höheren Lehranstalt das Angebot an Sprachübungen des englischen Idioms weiland nicht etwa geschwänzt hat. Soweit einzelne Vokabeln zwischenzeitlich gleichwohl in Vergessenheit geraten sein sollten, mag das als Anlage und Service meines Hauses zu diesem Behufe (Anm. das Wort gibt es wirklich, steht sogar im Gesetz und heißt "zu diesem Zweck") beigefügte Wörterbuch als Gedankenstütze - hic et nunc - Hilfe bietet."


      Gedacht habe ich: "Stellt Euch bloß nicht blöder an, als ihr seid." - Kommt aber schriftlich nicht so geschmeidig daher, könnte ggf. sogar als Beleidigung ausgelegt werden.

      Worüber ich mich im Zusammenhang mit den Heilpraktikern aufrege, ist die allgemein zu beobachtende Dünnbrettbohrerei. Als wäre ein Wettbewerb ausgeschrieben worden, bei dem die Reputation umgekehrt proportional zur Qualifikation bewertet wird: Heilpraktiker schlägt Arzt, Tankstellenassistent schlägt Ingenieur, Fleischwarenfachverkäuferin schlägt Gentechniker.

      Das alles mutet an, als hätte man sich politisch dafür entschieden, dass ab sofort jeder Bürger die 100 Meter in 10 Sekunden laufen kann. Schafft natürlich keiner, deshalb beschließt man, dass die 10 Sekunden wichtig sind und nicht die Strecke, also verkürzt man die Strecke zunächst auf 50 Meter und am Ende bleiben alle 10 Sekunden lang stehen. Dass die Welt völlig verdreht ist, weiß ich schon lange, das wahre Ausmaß wird mir allerdings erst nach und nach bewusst...

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    • Hallo Jannis, glaub mir, das Wohl des Klienten liegt nicht an Akademischer Titeln seines Behandlers.
      Wärst Du in einer Familie mit Heilpraktikern aufgewachsen, hättest Du das Gegenteil gehört,
      was eigentlich auf das selbe hinaus läuft, nämlich das Sie immer wieder die Behandlungswut
      der Akademiker ausbaden dürfen.

      Wer heilt hat recht. Oder würdest Du grundsätzlich lieber die Behandlung bei einem Akademiker wählen,
      auch wenn andere einen besseren Behandlungserfolg vorweisen? Ich will damit sagen, das die Akademiker
      da teilweise auf einem hohem Roß sitzen, von der Seite kommt nämlich ähnlich bei Dir,
      Heilpraktiker brauchen wir nicht, während Heilpraktiker eher begriffen haben,
      das Fachärzte und Operationen ein Segen sein können.

      Ein Heilpraktiker weiß übrigens was ein Münchhausensyndrom ist, jedenfalls ist das Prüfungsstoff.
      Wenn ihr ein bischen mehr wüßtest über Heilpraktiker, vielleicht sogar schon mal in Behandlung,
      würdet Ihr anders reden.

      Die Medizin ist so aufgebaut, das es für alles ein Medikament gibt. Es gibt Leute die das möglichst vermeiden wollen.
      Egal, bei der Diskussion werden wir glaube ich nicht wirklich weiter kommen. Um was es mir geht,
      ist (und das kam bei Dir anders rüber Jannis) das die Arbeit von Heilpraktikern geschätzt werden,
      denn ich kenne zufällig ein paar, die verdammt gute Arbeit leisten.