Frage Betreff Mollath...

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    • Frage Betreff Mollath...

      Könnte es sein, dass der Gustl irgendwie im paranoid-kämpferisch-psychotischen Sinne "unterwegs" war damals ?
      Einiges kommt mir aus meinen beiden Manien doch "irgendwie" sehr bekannt vor...
      Also bipolar -
      Was meint Ihr ?

      eule4
      "So sehr die Gegenwart sich um den Beweis ihrer Alternativlosigkeit auch bemüht, wird sie dennoch von der Zukunft abgelöst."


      Felix Kriwin
    • Der Gustl ist nicht bipolar. Der Gute ist ein Kind mit (über)ausgeprätem Gerechtigkeitssinn.
      Als er zig Briefe, darunter auch an den Papst, über die Mißstände der Bank seiner Frau geschrieben hat,
      waren die teils, voll von Grammatik und Rechtschreibfehlern,
      das heißt er war in der Zeit schon durch den Wind,
      diese Streßreaktion ist auch verständlich,
      weil diese Schritte Gleichbedeutend, mit der Trennung seiner langjähringen Lebensgefährtin waren.

      Aber er ist der erste Mensch der den Atem hatte in der Psychiatrie (7 Jahre) darauf zu bestehen,
      gesund zu sein (obwohl er längst entlassen worden wäre, wenn er sich krankheitseinsichtig gezeigt hätte)
      und seinen Gesundheitszustand nachträglich von einem Gericht besätigen zu lassen.
      Davor ziehe ich den Hut! Er hat sich selbst vielleicht dadurch geschadet aber die Welt wird
      dadurch ein klein wenig besser.

      Wer und was "krank" ist liegt in der Betrachtungsweise des Einzelnen und der Gustl hat seine Entscheidung getroffen.

      Eule, natürlich kann man es auch so sehen, das er im kämpferisch paranoiden psyotischen Sinne unterwegs war.
      Allerdings, wenn, würde ich sagen, ist er es immer noch (sehr beständig, nicht bipolar)
      und das ist gut so ;)
      der ist einfach so.

      Vielleicht wollte er auch ein wenig ein "Held" sein,-
      jedenfalls zeigt der folgende Beitrag aus welchem Holz er
      er sich geschnitzt hat.

      [url]https://www.youtube.com/watch?v=do2ohK9_sBk[/url]


      LG
    • Irgendwas ist nicht ganz "echt" an ihm, aber wenn DAS eine Unterbringung rechtfertigen würde, gehörten 90 % in die Forensik. Dann wäre draußen weniger los, man muss es positiv sehen: Ebenfalls 90 % der psychiatrischen Gutachter sind grenzdebile Schwachköpfe, der Beruf fordert geradezu dazu heraus: Nichtswissen + Geschwätz + Arroganz = erfolgreicher, Ferrari-fahrender Psychiater. Eine Idiotentruppe!
    • Also ich fand ihn auch nicht ganz 'frisch', dafür muß man aber nicht weggesperrt werden ! In Berlin, Hamburg, Bremen, den Großstädten in NRW / NieSa. , könnte das vermutlich (?) nicht passieren. Jedenfalls hab ich dort abgedrehtere Typen rumlaufen sehen. In Bayern ticken die Uhren ein wenig anders, bestätigt mir auch mein dort lebender Grosser immer wieder (intoleranter und viel strenger/ schärfer).
      Gut, dass Mollath draussen ist, gut, dass das Nachspiele hat.
      lG
    • Oh, in NRW kann das ebensogut passieren, das habe ich bei einer Mandantin hautnah mitbekommen. Ich habe ein ganzes Jahr prozessieren müssen, um sie da wieder rauszubekommen!

      Das Schlimme ist: Wenn Du einmal in der Forensik sitzt, gibt es keine Rechtsstaatlichkeit mehr, die Tatsache, dass Du dort sitzt, wird als Beweis für Deine Irresein gewertet, auch von den psychiatrischen Grutachtern. Die Chance dort überhaupt mal wieder herauszukommen, sind gering, weil Dich die Gesellschaft vergisst, Freunde wenden sich ab, über kurz oder lang auch die Familie, die Dich fortan todschweigt, ein viel schlimmeres Schicksal, als jeder Knasthäftling es ertragen muss. Du hast auch kein Geld, einen wirklich engagierten Anwalt zu beauftragen. Diese Form des Wegsperrens hat sich seit dem Dritten Reich nicht großartig geändert, die Art und Weise der Unterbringung auch nicht, auf den Einsatz von Zyclon-B wird allerdings wohl neuerdings verzichtet. Das erledigt man heute mit Benzos und Neuroleptika, man enthauptet heute halt lieber von innen nach außen als umgekehrt.

      Das Einzige, was die in diesen Forensiken fürchten, sind Anwälte, die sie auf die Strafbarkeit ihres Tuns hinweisen und die Durchführung androhen. So gestaltete sich auch mein Umgang mit diesen "Ärzten", ich musste ständig drohen, bis meiner Mandantin z.B. Körperhygiene gestattet wurde oder auch nur der Besitz von Büchern und bis tätliche Übergriffe von Mitpatientinnen auf sie unterbunden worden sind, von sexueller Nötigung wollen wir mal gar nicht sprechen. Angenehm war diese Art der Kommunikation bei weitem nicht, ich bin kein Konfrontationsverteidiger, denn gerade hier hätte das Patientenwohl im Vordergrund stehen müssen und das wäre allemal Grund genug gewesen, dass Anwalt und Ärzte kooperieren. Mein einziger Kooperationspartner war aber Gott sei Dank der sehr lebenserfahrene Richter, der durchschaut hat, welch ein übles Spiel zwischen Ärzten, Gutachtern und der Staatsanwalt gespielt worden ist. - Sie kam - noch im Gerichtssaal - ohne jegliche Auflagen frei

      Bei Mollath brauche ich kein Hellseher zu sein, um auf einen Blick zu erkennen, dass der zwar wahrscheinlich nicht vollständig alle Tassen im Schrank hat (das meine ich nicht im Hinblick aus seine intellektuelle Ausstattung, sondern wegen seines missionarischen Ehrgeizes), aber auf der anderen Seite kaum eine so große Störung aufweist, aus der sich eine Unterbringung rechtfertigt. Die Gesellschaft hatte sich seiner schlicht entledigt, vielleicht war er mit seinen (teils ja berechtigten) Anschuldigungen zu unbequem. Ich kenne viele Leute bis in die Vorstandsebene von börsennotierten Aktiengesellschaften, die im sub-klinischen Bereich unterwegs sind, aber die haben auch keinen wichtigen Leuten (oder Banken) auf die Füsse getreten.
    • Hi Jannis,

      ich kenne das leider mehr als gut :( , uns wurde in einer grossen NRW-Stadt NICHT geholfen, weder Krisendienst noch Polizei, bis auf einen "Handschellen"-Abgriff, danach nix mehr. ""Das Kind"" muß erst in den Brunnen fallen, dann wird gehandelt, das wurde uns mehrfach wörtlich gesagt. Ich habe meinen Bruder selbst mit Haldol (nach Arzt-Anweisung) abgefüllt, wir haben es ihm ins Bier gekippt. Und als er dann nach etlichen Tagen langsam müde wurde, haben wir ihn mit PsychKg durch den Klinik-Chef in die Geschlossene gebracht. Übrigens eins meiner Traumata :( , 20 Jahre her. Davor musste aber erst Schaden (für viele Menschen, etliche Kleinkinder) entstehen, der niemals egalisiert werden kann !

      "Bei Mollath brauche ich kein Hellseher zu sein, um auf einen Blick zu erkennen, dass der zwar wahrscheinlich nicht vollständig alle Tassen im Schrank hat (das meine ich nicht im Hinblick aus seine intellektuelle Ausstattung, sondern wegen seines missionarischen Ehrgeizes), aber auf der anderen Seite kaum eine so große Störung aufweist, aus der sich eine Unterbringung rechtfertigt. Die Gesellschaft hatte sich seiner schlicht entledigt, vielleicht war er mit seinen (teils ja berechtigten) Anschuldigungen zu unbequem. Ich kenne viele Leute bis in die Vorstandsebene von börsennotierten Aktiengesellschaften, die im sub-klinischen Bereich unterwegs sind, aber die haben auch keinen wichtigen Leuten (oder Banken) auf die Füsse getreten.""


      Sehe ich auch so,
      lG
    • Nachtrag: Schon mal ein 'manisch' zerstörtes (Inneneinrichtung) 2 Familienhaus gesehen ?
      Oder eine gefällte >10m Tanne, die dem Nachbarn vors Wohnzimmerfenster fiel, frohe Weihnacht ?
      Oder Weihnachtsbaum und Ehebett mitten auf der Strasse, diesen "Effekt" gleich 2 mal in wenigen Jahren ?

      Die insgesamt 6 Kinder, die zur Weihnachtszeit bedrückt sagen, Onkel, Papa ist wieder völligst verrückt ?
      Der Hass, die Parteinahmen, die Ablehnungen, die durch (Groß)-Familien ziehen ?
      Der unwiederbringliche Vertrauensverlust, weil es zu oft passierte ?

      Ich weiß nicht was Mollath (wirklich) gemacht hat, jedenfalls kenne ich bisher keinen ""Forensik-Patient",
      und ich kannte etliche Psychotiker, auch aus den vielen REHA's.

      lG, W.