Umfrage Medikamente

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    • Was gibt es denn für einen Haken bei Seroquel?


      Als ich antriebslos war, meine Gedanken ständig über mein Ableben und das meiner Lieben kreisten, sodass ich nur mehr schwarz sah und verzweifelt dachte, dass es täglich mit dem Sterben soweit sein könnte, hat mir dann letztendlich die Kombination Wellbutrin 300mg, Venlafab 375mg und Saroten 60mg geholfen, dass diese Gedanken in den Hintergrund traten. Leider hatte ich durch die Medikation mit ziemlichen Nebenwirkungen zu kämpfen, nämlich irreale Bedürfnisse, die ich absolut nie mit den Medikamenten in Verbindung gebracht hätte.

      Momentan wurde mir Citalopram verschrieben.
    • Ich werde die Medikamente immer von 2 Seiten beleuchten, weil ich alles andere für unprofessionell halte und sonst ein falscher Eindruck entstehen könnte!
      Des Weiteren schreibe ich bzgl. der negativen Aspekte nur auf, was mir besonders ins Auge fällt, aber es gibt hier und da noch durchaus weitere Dinge, die man beachten sollte, aber dafür ist dieser Thread nicht gemacht und deshalb schenk ich es mir!

      Lamotrigin (Lamictal®)
      • deutliche Verbesserung der Stimmung und des Antriebs, während der Wirkspitzen auch keine/kaum negativen Gedanken und Steigerung des kreativen Denkens, vielleicht auch weniger Angst
      • allerdings löst es bei mir zum Beispiel Schlafprobleme aus (verkürzte Schlafzeit, häufiges Erwachen) und ich reagiere offensichtlich etwas allergisch darauf, ab 100mg spüren viele eine deutliche Appetitsteigerung, keine antimanische Wirkung, deulich merkbare Schwankungen des Spiegels im Tagesverlaufs
      • Kopfschmerzen, wenn man schlampig in der Einnahme ist; mir sind auf das Zeug auch schon die Leberwerte angestiegen und es gibt noch eine Reihe anderer Laborparameter, die man besser im Auge behalten sollte (deshalb wird man bei anständiger Behandlung in regelmäßigen Abstanden zur Blutentnahme einbestellt)
      Bupropion (Elontril®, Wellbutrin®)
      • gut antriebssteigernd, stimmungsmäßig nicht so der Kracher
      • starke gastrointestinale Nebenwirkungen, die dazu geführt haben, dass ich es ohne Pantoprazol gar nicht nehmen konnte, sonst wäre ich dauergrün im Gesicht rumgelaufen; die ständige Übelkeit bzw. Magenschmerzen sind schon rechr unangenehm (bekommen aber nicht alle), außerdem muss man aufpassen, dass es nicht zusammen mit anderen Medikamenten in Kombination zu Bluthochdruck führt
      Seroquel® (Quetiapin)
      • Hypomanie hatte ich da gar keine mehr, antidepressive Wirkung zuerst recht gut, später immer schlechter, schützt relativ stark vor Angst, negativen Denkmustern und reduziert auch Suizidalität (kann mich aber nicht mehr zu 100% erinnern, ist schon so viele Jahre her); man schläft wieder (wenn man diesen halbkomatösen Zustand Schlaf nennen kann...) --> aber: wenn es einem vorher sehr schlecht ging, weil man gar nicht mehr schlafen konnte, findet man das zu anfangs als echte Erleicherung; es verleiht ein dickeres Fell
      • Nachteile: auf das heftigste sedierend (fühlt sich abartig an, bestimmt den Lebensrhythmus und macht Schichtdienst unmöglich), kann zu Gewichtszunahme führen, die dann die entsprechenden Nachfolgeerkrankungen mit sich bringt...und noch paar andere Sachen
      Modafinil (Vigil®)
      • bezieht sich ausschlielich auf meine Konstellation aus BS + komorbide Störung! --> stark beruhigende, antisuizidale, ausgleichend Wirkung mit Fokussierung der Aufmerksamkeit
      • Nachteil: keine Retardierung, d.h. Haupteffekte halten absolut max. 2 Stunden!; erhöht merklich den Blutdruck, bei nicht täglicher Einnahme bekommt man eine Art Entzugskopfschmerzen
      • außerdem "oll-label" und schwer verschrieben zu bekommen und für manche sicher nicht geeignet wegen Maniegefahr (?)
      5 HTP (5-Hydroxytryptophan, direkte Vorstufe von Serotonin)
      • meine Geheimwaffe sozusagen
      • bei akuten Krisen (bzgl. Antrieb, negative Gedanken ect.) lohnt sich sicher die schnell freisetzende Variante, aber hält nicht lange (wirkt aber quasi sofort)
      • wegen der kurzen Wirkung bin ich übergegangen zu: 5 HTP TR ("time release") --> stufenweise wirksame Variante --> nehm ich vorm Schlafen, aber am nächsten Morgen geht's mir gut: bessere Stimmung & Antrieb, kaum oder gar keine negative Gedanken, kaum Gefühl der Erschöpftheit, adieu ihr ständigen Kopfschmerzen, negativen Gedanken, dumme Zyklusstörung usw., außerdem bremst es den gesteigerten Appetit durch das Lamotrigin (seither nehm ich kontinuierlich ab, ohne dafür einen Finger zu rühren, gemein aber wahr)
      • Nachteile: Schwindel, manche bekommen Übelkeit vom 5 HTP (bei meinem derzeitigen Präparat hab ich es aber nicht, hängt vielleicht auch mit der Qualität des Präparats zusammen); kauft bloß nicht billig irgendwelchen Quatsch! Wer weis, was da drin ist!
      • außerdem: man muss es am besten mit einem Zusatzmittel einnehmen, um zu verhindern, dass es falsch verstoffwechselt wird, außerdem muss man es korrekt einnehmen (d.h. nach der Einnahme Kohlenhydrate zu sich nehmen, damit die anderen Aminosäuren von der Blut-Hirn-Schranke abgezogen werden)
      • fraglich ist für manche Bipolare natürlich die Gefahr einer Manie (ich kann es sogar ohne Manieschutz nehmen, deshalb denke ich, muss das im Einzelfall abgewogen werden)
      • 5 HTP wurde übrigens bis in die 70'er Jahre von Psychiatern verschrieben; als aber die ersten SSRI's erschienen wurde es vom Markt verdrängt und heute existiert kein einziges verschreibungsfähiges Präparat mehr auf dem deutschen Markt, man kann es nur noch als "Nahrungsergänzungsmittel" kaufen, die so gut wie alle im Ausland produziert werden (meines ist ein Import aus den Vereinigten Staaten)
      • VORSICHT! Man kann es nicht zusammen mit bestimmten Medikamenten (quasi mehr oder weniger alles, dass auch den Serotoninspiegel erhöht: SSRI's, MAO-Hemmer und eine Reihe weiterer...) nehmen wegen der Gefahr eines zentralen Serotoninsyndroms!!! Wenn ihr euch dafür interssiert müsst ihr wohl oder übel euren Arzt fragen
      • die andere Vorstufe von Serotonin - also Tryptophan- könnt ihr übrigens vergessen, das ist rausgeschmissenes Geld!
      Lavendelölkapseln (Lasea®)
      • als eine Art Beruhigungsmittel auf natürlicher Basis gegen Unruhe, Ängste, innere Angespanntheit, (vielleicht hilft es dem einen oder anderen auch beim Einschlafen)
      • Nachteil: wenn man Pech hat, stößt einem der Lavendelgeschmack auf
      • Vorteil: kein Abhängigkeitspotential
      Hm das wars erstmal, vielleicht fällt mir noch was ein, dass man nehmen kann....

      Das Nüssli
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      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Zaubernuss ()

    • umfrage Medikamente

      Hallo Ihr Lieben,

      ja ich habe in den letzten Jahren vieles durch somit habe ich mir auch nicht gemerkt welches Medikament welche Nebenwirkungen hatte. Am schlimmsten war Dekapine da bin ich dann nach einem halben Jahr mit dem Notarzt ins Spital gefahren, hatte Haarausfall, Ausschlag, chronischen Heuschnupfen, Durchfall, Erbrechen uvm. Alle Ärzte beruhigten mich und waren sicher: Das kommt nicht von Dekapine. Naja, letztendlich behielt ich recht und setzte gleich mal sicherheitshalber alles ab was zu Wahnsinnsentzugserscheinungen führte und eine irre Manie auslöste.

      Dann bin ich wieder brav zum Psych gelatscht und wir haben uns auf Zyprexa 2,5mg geeinigt, weil da die Gewichtszunahme kontrolliert werden kann. Zum Schlafen (die Schlafstörungen und Panikattacken waren extrem im Entzug, bin jede Nacht mit Matratze aus Schlafzimmer ausgewandert und habe meinem Mann eine Apnoe diagnostiziert und sogar die Fachärzte davon überzeugt, daß ER in eine Schlafklinik muß!)

      Nachdem ich wieder mit Rivotril 0,5mg begann hatte ich plötzlich keine Probleme mit seinem Geschnarche und auch keine Panikattacken wegen Einbrechern, Mördern usw.)

      Ein Jahr später merke ich daß Zyprexa mich nur gering stabiliesiert, habe Launen, bin hypomanisch und treibe wieder meinen Unfug..der letzte war der, meinen Mann zur Kündigung zu überzeugen, naja, habe den Schaden wiedergutgemacht und ihm gleich in dern folgenden Maie super Job besorgt mit hippen Konditionen, aber passiert ist passiert..

      Jetzt habe ich plötzlich wieder diesen Hautausschlag der sich rasant verschlimmert, weiß aber nicht von welchem der beiden Medikamente er kommt. Bin ein böses Mädel und trinke hin und wieder a Glaser´l G´spritzten und vielleicht kommts ja auch daher - böser Gedanke.

      Jetzt werde ich gerade umgestellt, nehme seint 3 Tagen Risperdal und habe extreme Schlafstörungen, schwitze nachts wie fürchterlich und komme morgens erst nach einer Stunde auf die Reihe. Denke, das ist nicht mein Präparat. Bei mir ist das mit Nebenwirkungen wirklich ein Thema. Bin immer die eine unter einer Million Testpersonen die aber auch wirklich alles aufzeigt..

      Hat jemand nen Tip, bei Risperdal mag ich nicht bleiben..

      LG Manuela ?(
    • ..und warum hast du diesen Thread gestartet?
      Wegen
      - Schlafstörung

      - Antriebslosigkeit

      - Niedergeschlagenheit

      - Angst

      - Panikattacken

      - somatische Beschwerden

      - Manie/Hypomanie?
      "Perhaps this final act was meant, to clinch a lifetime's argument
      That nothing comes from violence and nothing ever could
      For all those born beneath an angry star
      Lest we forget how fragile we are..." (Sting)
    • jeder reagiert unterschiedlich

      Hi all,

      ich nehme als Stabilisator Litihium (halbe Dosis sonst motzt meine Schilddrüse) und Topiramat und bin seit über 7 Jahren stabil.

      Unter Valproinsäure (Depakine) hatte ich auch ziemliche Nebenwirkungen, einmal samt Medikament einen Rückfall - das Medikament verursacht starken Folsäureverlust im Körper, ich nahm irre zu (zu meinen schon zahlreichen Pfunden), starke Magen/Darmprobleme, stumpfe Haare...

      Ich habe auch einige Jahre (nach dem Misserfolg mit Valproin) versucht ohne Medis klarzukommen und kann nur jeden empfehlen die Finger davon zu lassen! Sicher es dauert bis man die passenden hat und die richtige Einstellung - aber was nötig ist ist nötig!

      Medikamente sind für mich eine wichtige "Säule" - die andere sich mit den passenden Menschen zu umgeben bzw. sich sein Leben einzurichten - was ist wirklich wichtig und was macht mich glücklich - denn Egoisten werden seltener krank und man kann sich auch umerziehen.

      Schönen Abend noch! lg R
    • Ich würde auch keinem empfehlen sich mit nix durchschlagen zu wollen! Es ist auch immer eine Frage, wie stabil du ohne Medis bist, aber mir scheint es so, dass du ohne Medikamente manchmal Unfug treibst, so wie du es genannt hast.

      Auch muss man sehen, dass in jeder Krankheitsphase Nervenzellen untergehen. Häufige Krankheitsphasen heißt eben auch große Verluste. Deine kognitiven Fähigkeiten werden damit nicht besser werden. Es wäre auch eine große Belastung für dein Umfeld.

      Es ist auch eine Frage, was für ein Typ du bist. Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass du gut mit Seroquel klarkommen könntest. Es gibt Leute, die fahren damit super und sind jahrelang stabil und zufrieden. Die Einschleichphase ist nicht so witzig, aber wenn man erstmal drin ist und mit der Sedierung klarkommt und es nur abends vor dem Schlafengehen nimmt, dann kann das eine echte Option sein. Wie komme ich darauf? Erfahrungswert. Leute, die gern mal ein Gläschen trinken, um den Kummer zu ersticken, die haben meist auch mit Sedierung kein nennenswertes Problem (aber du weist ja: keine Regel ohne Ausnahme). Dieses Gefühl nach der Einnahme ist in etwas so, als hättest du was getrunken.
      Deshalb habe ich das Zeug ja jahrelang ausschließlich vor dem Zubettgehen genommen. Außerdem glaub ich, dass du dich mit dem Zeugs besser im Griff haben wirst, denn das ist ein ziemlich gut hervorstechendes Merkmal dieses Präparats. Im Grunde vermisse ich die Ausgeglichenheit und das dickere Fell. Das war mitunter meine stabilste Zeit. Doch ich kam mit der Sedierung nicht klar, aber ich gehöre auch zu den Leuten, die gar keinen Alkohol trinken, weil sie das schummrige Gefühl im Kopf als sehr unangenehm empfinden.

      An Neuroleptika kann man noch reichlich mehr ausprobieren, aber egal, was ich genommen habe, ich könnte dir keines davon reinen Gewissens empfehlen. Ich kann ja nicht ahnen, welche Nebenwirkungen, du bekommen wirst. Seroquel hat jedenfalls eine ganz gut antimanische Wirkung. Auch Abilify, aber dmit habe ich schlechte Erfahrung gemacht (hatte Mischzustände ausgelöst, Suizidalität, massivste Schlafstörungen und Akathisie --> krankhafte Bewegungsunruhe: man muss ständig rumzappeln und macht teilweise stereotype Bewegungen, weil man zwanghaft die innere Unruhe in Bewebgung umsetzen muss, sonst hat man das Gefühl restlos den Verstand zu verlieren, diese Bewegungen sind extrem auffällig und wenn jemand noch nicht wusste, dass du es an der Waffel hast, dann kann es dann jeder sofort an diesen Bewegungen sehen).


      LG, Nüssli
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Zaubernuss ()

    • Heike schrieb:

      Hallo Jannis,

      wie lange nimmst du denn schon kein Ketamin mehr? Und wie lange bist du jetzt aus Lithium raus?

      Viele Grüße Heike


      Ich habe dazu kein Tagebuch geführt, aber Lithium nehme ich seit ca. 6 Monaten nicht mehr und Ketamin hatte ich ja nie als Dauer-Medikation, dafür ist es m.E. auch ungeeignet. Da ich derzeit keine größeren Probleme habe, nehme ich nichts. Bei mir ist der Trigger immer die Durchschlafstoerung, dann hilft mir am besten eine halbe Mirtazapin (viel besser als in höherer Dosierung), die nehme ich aber nur bei Bedarf, den ich im Moment nicht habe. Wenn ich keine Schlafstörungen habe, habe ich auch keine sonstigen Beschwerden. Allerdings gesellt sich zu den Schlafstörungen bei mir gerne noch eine Tachykardie (aber kein Hochdruck) gegen die ich dann einen Betablocker nehme.

      Bei vielen Patienten scheint mir der Irrglaube zu bestehen: Viel hilft viel. In einer Klinik habe ich es sogar erlebt, dass Medikamente untereinander getauscht wurden, 'gib mir deine roten, ich gebe dir meine gelben' oder sogar Tabakwaren dafür die Waehrung waren. Des weiteren habe ich den Eindruck, dass die Medikamentenvertraeglichkeit mit zunehmendem Konsum steigt, die Wirksamkeit aber im gleichen Masse abnimmt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Jannis ()

    • Zu schreiben

      Jannis schrieb:

      Ja, ich nehme nix und komme gut damit klar.
      und sich dann ja doch (ausgerechnet) so'n Knaller wie Mirtazapin reinzuziehen, um nicht im Handumdrehen instabil zu werden (auch wenns nur bedrafsmäßig ist) ist ja nicht ganz p.c. *hust*
      Du erweckst erst den Anschein, du würdest wirklich ohne alles auskommen, was dann doch nicht so ist.
      Es gibt auch einen weiteren User hier, der nichts im festen "Programm" hat, aber auch der hat seine Mittelchen gegen schwierige Zeiten. So ist jedenfalls mein letzter Stand. Er schreibt ja gerade nicht. Aber vielleicht meldet er sich ja noch zu Wort.
      Du darfst aber niemals vergessen, das das keine Leute sind, die im natürlichen Krankheitsverkauf ständigen Phasen schießen (würden). Das sind eher Leute, wie mein Dad, der auch nur alle 5 bis 7 Jahre eine Phase bekommen hat- auch ohne Prophylaxe so große Zwischenstände.


      @ Manuela

      Zum aktuellen Zeitpunkt würde ich keinem raten sich freiwillig einem Leben ohne Medis auszusetzen. Ich habe das selbst schon ausprobiert und nicht nur ein mal. Der Verzweifelte Kampf halbwegs mit den Stimmungsschwankungen klar zu kommen verlangt einem alles an Kraft ab, die man aufbringen kann und nimmt enorm viel Zeit in Anspruch und doch wirst du in vielem scheitern, weil dir mit der Zeit die Kraftreserven ausgehen. Ich hatte mit der Zeit auch immer größere kognitive Probleme. Die gehen zwar wieder weg, wenn man wieder Medikamente nimmt, aber erschreckend war das für mich trotzdem. Du musst auch bedenken, wie du auf dein Umfeld wirken wirst. Sie müssen dich aushalten. Dein Mann, dein Sohn....
      Erst führte sich alles so verführerisch gut an, aber das kann durchaus sein in den ersten Tagen und Wochen und dann kommt irgendwann das Erwachen. Ich fand es ätzend. Absolut alles drehte sich nur noch um die Stimmung und den Antrieb. Das tägliche Scheitern durch zu wenig Antrieb dienen nicht gerade dem SElbstwertgefühl. Das dünnere Fell und das ständige Fehlinterpretieren von Dingen die andere Menschen sagen oder tun erschaffen ein enormes Maß an sozialem Stress und machen das Leben miteinander nicht einfacher. Man geht auch schneller an die Decke- gerade weil, das Fell so dünn ist...

      LG, Nüssli
      Was tun nach dem Absturz?
      Aufstehen. Krönchen richten. Würdevollen Schrittes weitergehen.
    • Mirtazapin soll ein "Knaller" sein? - Dann weisst Du mehr als ich. Die tägliche (!) Dosis wird mit 30 - 45 mg angegeben, ich nehme - hochgerechnet - in der Woche (!) vielleicht 15 mg zu mir und das auch nur, wenn ich nicht schlafen kann, meist aber nichts. Jetzt gerade habe ich 15 mg genommen, weil ich nicht mehr schlafen konnte. Eine Einschränkung am nächsten Tag spüre ich davon nicht. Wenn ich Schmerzen habe, nehme ich ja auch eine Ibuprofen, mache beides aber nicht zur Gewohnheit.
    • Zaubernuss schrieb:

      Es gibt auch einen weiteren User hier, der nichts im festen "Programm" hat, aber auch der hat seine Mittelchen gegen schwierige Zeiten. So ist jedenfalls mein letzter Stand. Er schreibt ja gerade nicht. Aber vielleicht meldet er sich ja noch zu Wort.
      Hi Nüssli,

      ich fühle mich angesprochen :) . Tatsächlich liegt meine regelmäßige Psycho-
      pharmaka-Einnahme 15 Jahre zurück, ich konnte damit nicht leben, länger-
      fristig hätte es mich in den Suizid geführt. Da ich schon immer 'psychologisch
      interessiert' war, habe ich auf intensive Therapien und umfassende ärztliche
      Betreuung gesetzt, damit fahre ich sehr gut. Phasenfrei wird man damit nicht,
      aber ich habe das Gefühl, mein Leben selbst in die Hand nehmen zu können !
      WARNUNG: Dies ist ganz bestimmt nicht der leichteste Weg und sicherlich
      nicht für jeden Bipo geeignet !!
      Als Notfallmedis habe ich Atosil gegen andauernde Schlafstörungen, 25 und 100mg
      Seroquel falls ein Mischzustand unerträglich würde, bzw. ich mich einer Manie
      nähern würde. Hausärztin (Nachbarin) und Psychiaterin sind für mich schnell
      erreichbar, wir haben auch Mail-Kontakt, in dem ich akute Krisen beschreibe.
      (Mittlerweile gibt es ca. '1m Krankheitsakten', von Berlin in den 80ern bis heute)
      Gleich muß ich zur Nuklearmedizin, Schilddrüse ist vergrössert tastbar. :(

      Letzte Woche(n) bin ich um die Medis geschlichen (in Sichtweite), es war knapp
      davor, wie man sicherlich auch hier sehen konnte. :( Aber meine erlernten Tools
      haben wieder gegriffen, auch wenn es eine Woche gedauert hat, früher bin ich
      in eine Phase gerutscht. Das gibt sehr viel Selbstvertrauen, ich bin nicht mehr
      'ausgeliefert'.

      Im vollen Berufsleben wäre das sicherlich nicht möglich, auch deshalb habe ich
      die Rente eingereicht.

      Für Nüssli persönlich:

      Ich wollte Dich weder kränken noch beleidigen (!!), und ganz so heavy habe ich
      es auch nicht gemeint, es sollte eher etwas Frotzelei sein. Frech kannst Du ja
      auch, das ist auch gut so !
      Ich brauchte die Reizabschirmung, mein INPUT war übergelaufen.

      Heute wird (leider) unser Telekom-Anschluß auf IP-Telefonie und VDSL50 umge-
      stellt. Wie ich meine Ex-Firma kenne (zu Bundespostzeiten), läuft das nicht
      reibungslos, bisher habe ich auch nur die Hardware, die neuen Zugangsdaten
      fehlen noch. Ich hab einen mittelmäßigen Horror davor, heute am Nachmittag
      ISDN-Anlage, alle Compis, alle iPhones auf die neue Anlage einzustellen, Kabel-
      arbeiten im verbauten Raum sind auch nötig. :boese:


      CU later, vielleicht erst nächste Woche (?)
      Liebe Grüße von wendelin


      PS: Ich bin mit allen Medikamenten sehr, sehr vorsichtig, meine Großfamilie ist
      mir warnendes Horrorbeispiel.
      BTW: Tobias lebt doch auch ohne regelmäßige Medis ?
    • Kriterien der (Nicht-)Akzeptanz medikamentöser Therapie

      Hi,
      wie viele hier habe ich ein pragmatische Einstellung zu Medikamenten. Mehrfach schon habe ich erwähnt, dass mein Neffe mit der exakt gleichen Differentialdiagnose seit sieben/acht Jahren stabil ist, obwohl er einen anstrengenden Beruf ausübt, was er selbst auf die konsequente Therapie mit Lamotrigin zurückführt. Diese Gewissheit war ein wesentlicher Grund, weshalb er und seine Lebensgefährtin sich entschlossen, ein Kind zu zeugen, dass morgen vor einem Jahr das Licht der Welt erblickte. Angesichts dessen wäre es doch geradezu ideotisch, ihm aus prinzipieller Gegnerschaft zu jedweder medikamentösen Therapie zu raten, das Medikament abzusetzen.

      Lamotrigin habe ich auch geschluckt, zwei Jahre lang, das konsequent in ausreichender Dosis. Außer einigen unangenehmen (allerdings nicht unerträglichen) Nebenwirkungen hat es mir nichts gebracht. Wäre wie bei meinem Neffen die erwünschte Wirkung eingetreten, würde ich es noch heute nehmen, auch auf das Risiko hin mir langfristig körperliche Schädigungen einzuhandeln. Meine depressiven Phasen sind wahrlich nicht von Pappe und auf Dauer kaum auszuhalten. Hätte ich das Medikament gefunden, das sie wenigstens merklich abmilderte oder wenigstens abkürzte, wäre ich nicht auf den Gedanken gekommen es abzusetzen. War aber nicht, und deshalb beschränke ich mich in Absprache mit meiner Ärztin auf Venlafaxin als Bedarfsmedikation. Der Wirkstoff führt bei mir zu einem starken Anstieg des Blutdruckes und zu Tachokardie, was ich jedoch eher zu tolerieren bereit bin als meine Ärztin, obwohl auch der Erfolg von Trevilor eher bescheiden ausfällt.

      Einen - wie mir scheint - vernünftigen Katalog der Kriterien, die bei der Frage, Medikamente absetzen oder nicht, berücksichtigt werden sollten, hat der Landesverband Psychiatrie-Erfahrener NRW (Nordrhein-Westfalen) zusammengestellt.

      Kriterien des Absetzens von Psychopharmaka

      Die letzte Entscheidung darüber, man mag es drehen und wenden, wie man will, liegt bei uns, den Betroffenen. Die Preisfrage bleibt freilich: Was heißt freie Entscheidung im Zustand der Manie oder der schweren Depression?

      Gruß
      Laci
      "Tief im Herzen haß ich den Troß der Despoten und Pfaffen, Aber noch mehr das Genie, macht es gemein sich damit." (Hölderlin)

      "Nun müssen diejenigen, welche ihre Gedanken untereinander austauschen wollen, etwas voneinander verstehen; denn wie könnte denn, wenn dies nicht stattfindet, ein gegenseitiger Gedankenaustausch möglich sein?" (Aristoteles)
    • Umfrage Medikamente

      iebe Nüssli,



      Du hast mir sehr weitergeholfen..Deine Aufstellung der verschiedenen Präparate war extrem aufschlußreich. Werde meinem Psych vorschlagen wieder Seroquel und Trittico zu nehmen, waren außer Gewichtszunahme die wenigsten Nebenwirkungen. Wegen dem TR... frage ich ihn mal, hast mich neugierig gemacht.

      Ja, als ich alles absetzte fühlte ich mich mit jedem Tag toller und hörte sogar mit dem Rauchen auf, einfach so, bis mir mein Mann dezent mitteilte, rauch wieder oder geh zu deinem Arzt, wir halten dich nicht mehr aus. Ich habe das nicht bemerkt. Wie schlimm ist das denn. Bin sofort zum Arzt (der mich eigentlich schon erwartete und nicht wirklich verwundert war..) und habe mich wieder einstellen lassen. Ohne Medis tu ich garnichts mehr, du hast vollkommen recht, mit Familie geht das garnicht: Mein Sohn ist elf und wenn ich in einer Manie bin ist das nicht wirklich zu verantworten.

      Liebe Nüssli, bin zwar erst kurz im Forum aber ich danke dafür, daß es Dich gibt!

      Alles Liebe Manuela :agree:
    • Zaubernuss schrieb:

      @ Wendelin

      Ich hatte auch Tobi gemeint. Soweit ich mich erinnere hast du uns noch nie berichtet, dass du keine festen Medis nimmst. Dass du viel mit eigenen Strategien arbeitest, ja, aber alles andere glaub ich kam ansonsten nicht so direkt zum Ausdruck.

      Gute Besserung!

      LG, Nüssli
      Hi Nüssli,

      ich mache keine "Werbung" mehr für "ohne Medis" ! Mir wurde auch von
      ärztlicher/ Psychiaterseite gesagt, dass ich wohl eine sehr rare Ausnahme*
      bin. Ich (bzw.) wir (+Ärzte/ Therapeuten) vermuten, dass ich bis ca. 30 J.
      dermaßen viel weg stecken musste, dass es einfach genug ist, ich wehre
      mich notfalls auch brutal, hoffentlich wird das niemals wieder notwendig
      sein. Und viel zu oft bin ich über verständliche Maße hinaus geschossen,
      glaube mir, dass es Not war, die mir das Hirn vernebelt(e). Auch diese
      Zeilen gelten mehrfach, da ich immer wieder ähnliche Fehler produziere,
      das Leben kann ein steiler, mühsamer Pfad sein.

      In diesem Sinne bitte ich um Entschuldigung, falls Dich meine Worte ver-
      letzt haben ! :verwirrt: Darum bitte ich grundsätzlich, auch ich bin nur ein
      fehlerbehafteter Bipo-Mensch ..


      Für mich wäre es nicht vorstellbar, als extremer Bipo mit Mischzuständen
      ein WG-Zusammenleben mit einem doppelt so alten, schwer depri
      Menschen eingehen zu können, daher meine vielleicht leicht zynischen
      Fragen. Ich habe mehr als 20 Suizide in der Umgebung/ Verwandschaft
      erlebt, auch die Versuche und Androhungen meiner Eltern, man härtet
      ab. In Berlin lebte ich mal mit einer Partnerin, die ließ (depri) überall
      ihre Tage-Unterhosen liegen, überall Fliegen, ziemlich eklig. Hinterher
      stellte sich raus, dass ihr Therapeut bestimmte, mit wem sie zusammen
      sein konnte/ durfte, schon ziemlich abgedreht. Das Leben geht komische
      Wege ...


      Ich wünsche mir, dass wir weiterhin möglichst unvoreingenommen mitein-
      ander kommunizieren können !


      Alles Liebe von wendelin

      * Ausnahme: Nach Lungenembolie/ Rollstuhl, Augenverletzung, Trigeminus-
      neuralgie, deshalb Verlust aller Zähne im Oberkiefer, früher chronisch Magen/
      Darm, Panikattacken etc., weiß ich, worüber ich rede ...


      youtube.com/watch?v=4z2DtNW79sQ