Die grün-lila Schleife - wenns nicht mehr geht

    • Die grün-lila Schleife - wenns nicht mehr geht

      Wie findet ihr die Idee und den Entwurf? 4
      1.  
        Gut/Brauchbar (2) 50%
      2.  
        Verbesserungswürdig (1) 25%
      3.  
        Doof (1) 25%
      Eigentlich wollte ich ja eine Pause machen, aber es gibt etwas, dass mich schon seit Oktober geschäftigt und da wir gerade in einem anderen Baum über Suizidalität austauschen, möchte ich euch meinen Entwurf zeigen und ein paar Meinungen hören, ob das doof ist oder brauchbar!

      Ihr kennt doch bestimmt das red ribbon (die rote Schleife), die am Weltaidstag getragen wird?
      Ribbons gibt es aber in den unterschiedlichsten Farben und hat die unterschiedlichsten Hintergründe.
      Die Sache, die jetzt kommt, geht ursprünglich auf eine Bipolare zurück - nämlich auf Marylou Selo. Sie hatte die Idee eine lila Schleife als Notanker zu etablieren, wenn jemand sonst nicht verbalisieren kann, dass er dringend Hilfe braucht. Gefunden habe ich das letztes Jahr auf der Seite der ÖGBE. Ich hänge den link an, wo man das pdf. anschauen und runterladen kann: lila-schleife-selo-stiftung.pdf
      Wiso Lila fragt ihr euch? Sie war im Mittelalter die Farbe der Verrückten. Insgeheim wundert es mich überhaupt nicht, dass per Zufall Lila (deep purple) meine Lieblingsfarbe ist. Als ob ich schon als Kind gewusst hätte, dass ich ziemlich durchgeknallt bin...

      Ich finde das von der Marylou eine total klasse Idee, zumal auch ich zu den Leuten gehöre, denen das ganz ganz ganz schwer fällt zu sagen, wenn es kritisch wird.
      Letztes Jahr auf der Bipolar-Tagung habe ich sie mal live und in Farbe erleben düfen :thumbup:

      Leider stehen totale viele Leute auf Lila, sodass die lila Schleife von allen möglichen anderen Erkrankungen in Beschlag genommen wird: zum Beispiel diverse Krebserkrankungen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, sogar für Leukämie habe ich es schon gesehen.

      Das hat mich entwas frustriert, weil damit die message nicht mehr eindeutig ist.
      Deshalb kam ich auf folgende Idee: Ich dachte, dann machen wir die Sache halt zweifarbig. Lila bleibt, weil das super von der Bedeutung passt und die Erfinderin würdigt und ich füge einen bestimmten hellen Grünton hinzu in kleinerem Anteil. Warum das? Weil es für den Hoffnungsschimmer stehen soll, der an die Verwendung der Schleife gebunden ist, denn derjenige, der sie benutzt, tut das ganz sicher nicht aus Spaß. Außerdem verkörpert Zweifarbigkeit im Kontrast, der die Bipolarität wiederspiegelt - ein bisschen so, wie Licht und Schatten, grün für Hoffnung und Leben und Lila für unsere dunkle Seite, die ver-rückte.

      Die Verwendung könnte folgendermaßen aussehen: Die Schleife soll zum Beiepiel im Rahmen eines Notfallplan ihre Funktion finden. Eingeweihte Personen wissen, was sie zu bedeuten hat. Wenn also jemand, der tief in einer Krise steckt und zum Beispiel schwere Suizidgedanken hat, das aber nicht sagen will oder kann, dann hinterlässt er an einem gut-sichtbaren Ort für den Finder die Schleife oder er gibt die ihm einfach. Er könnte sie auch in einen Umschlag stecken und wo hin legen, jemanden den Umschlag im Gespräch rüberschieben, sie schicken, in den Briefkasten werfen, an den Kühlschrank pinnen, auf den Nachttisch legen, als Foto schicken oder als MMS, egal wie. Hauptsache sie kommt an.
      Ich hab da mal eine provisorisch gebastelt. Vorgestellt hatte ich mir Satinband. Leider hatte ich sowas in der entsprechenden Farbe gerade nicht da und weil Sonntag ist, muss ich mich bis morgen gedulden. Was nicht heiß, dass ich nicht andersweitig experimentiert habe mit Geschenkband. Leider ist dies hochglänzend und das ist schwierig mit der Beleuchtung und leider eine sehr fummelige Arbeit, weil widerspenstig und ich musste mehrere nebeneinanderkleben. Trotzdem will ich es nicht vorenthalten. Wenn ich eine schönere gebastelt habe, werde ich euch die neuere Variante nicht vorenthalten :heart:
      (Auf dem Bild sieht das Grün leider eher golden aus, aber das täuscht)

      Ich würde gern wissen, ob ihr euch damit anfreunden könntet- vom farblichen Hintergrund her und auch die Idee, wie der Hilferuf in Gang gebracht wird?
      Wenn ihr Verbesserungsvorschläge habt, dann her damit!
      Ihr könntet natürlich sagen, ist mir doch Wurst, was die für Schleifen bastelt, aber es wäre ja doof, wenn das ungenutzt bleibt. Deshalb spiele ich mit dem Gedanken, dass wenigstens in den SHG's zu etablieren. Vielleicht auch einen Aushang in der Psych zu machen mit einem Behälnis dran, wo man sich welche rausnehmen kann. Mal sehen...

      LG Nüssli
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    • Ich finde die Idee grundsätzlich gut, aber die Frage ist, wie viele diesen Code kennen und erkennen, wenn jemand in Gefahr ist... es gibt schon so viele Schleifen, höchstens erntet man neugierige Blicke, was diese Schleife schon wieder bedeutet... andererseits ist es gut, weil niemand gern direkt das Thema anspricht...
      "Perhaps this final act was meant, to clinch a lifetime's argument
      That nothing comes from violence and nothing ever could
      For all those born beneath an angry star
      Lest we forget how fragile we are..." (Sting)
    • Vorsicht! Missverständnis!!

      Gestern wurde ich bereits schon von einem anderen Forenmitglied angerufen, der auch dachte, die Schleife wird getragen und wie ich sehe, fragile auch, deshalb erläuter ich noch mal was:

      Die Schleife soll NICHT sichtbar getragen werden- sie wird gar nicht angesteckt.
      Vielmehr interagiert sie im VERBORGENEN und nur alljene sind eingeweiht und kennen die Bedeutung, die zur Notfallplanung gehören und wissen, was zu tun ist, wenn der "X" eingetreten ist!

      Beispiel: Ich würde mir für meine Schleife meine Freundin und Arbeitskollegin ausgucken. Sie ist selbst bipolar und ne ganz taffe junge Frau und sehr praktisch veranlagt und eine "Machererin" (quasi so wie ich, wir sind uns da ganz ähnlich). Ich würde sie in die Bedeutung einweihen und in meinem ganz speziellen Fall würde es bedeuten, dass wenn sie von mir eine MMS mit der Schleife erhält, dann geht es mir bereits so schlecht, dass ich mir selbst nicht mehr helfen kann und vor allem, dass ich (mal wieder) das Haus nicht mehr verlassen kann. Dann weis sie "Aha" a) ich schau da vorbei und wenn ich nicht selbst kann, schick ich wen anderes b) bringe am besten gleich paar Lebensmittel mit c) rufe bei der Ambulanz an d) sag an der Arbeit Bescheid ect. ...

      Natürlich trägt man das "mir gehts richtig schlecht"-Schleifchen nicht anpinnt- das würde womöglich dazu führen, dass es vielleicht missbraucht wird.

      Auch liegt es bei euch, wie ihr festlegt, wann es zum Einsatz kommt- also wie tief die Krise ist (ob erst bei schwerster suizidaler Krise oder eben wenn ihr wie ich in Situationen während depressiver Phasen kommt, in der ihr auf andere angewiesen seid- das kann ja auch davon abhängig sein, wem ihr das gebt - ich glaub ja mal nicht, dass meine Ärztin für mich Brot kaufen geht :biggrin: ).

      Grüße, das Nüssli
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    • Hallo Nüssli,

      ich habe es auch anders verstanden, meine 1. Assoziation war sogar ausgesprochen
      negativ:
      de.wikipedia.org/wiki/Kennzeic…_den_Konzentrationslagern
      (Bitte nicht persönlich nehmen, war nur meine Assoziation)

      Nach Deiner Erläuterung wird mir Deine Intention klarer, allerdings brauchen das doch
      "nur" Betroffene, die ihren Zustand nicht mehr beschreiben können (?). Persönlich habe
      ich diese Zustände seit Jahrzehnten nicht mehr gehabt, solange Frau und ich ein Paar
      sind, ist es mir nicht mehr passiert. Allerdings bin ich auch eher auf der manischen Seite,
      bzw. im Mischzustand. Dazu muß ich dann auch nichts mehr sagen, das kann man sehen. :sterbekrank:


      Wenn es hilfreich sein kann, warum nicht ?
      lgw
    • Wendelin schrieb:

      Nach Deiner Erläuterung wird mir Deine Intention klarer, allerdings brauchen das doch
      "nur" Betroffene, die ihren Zustand nicht mehr beschreiben können (?)

      Genau für diesen Fall ist es auch gedacht. Betrifft also eher Menschen, die an einer depressiven Phase leiden und den kritischen Punkt erreicht haben.
      Bei einer Manie braucht man glaub ich keinen mehr darauf aufmerksam machen (und manische Kranke sehen das ganze glaube ich auch ein bisschen anders. Vor allem wird das gerne verharmlost- das mache ja sogar ich schon, wenn ich hypomanisch bin.)

      Wendelin

      ich habe es auch anders verstanden, meine 1. Assoziation war sogar ausgesprochen

      negativ:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Kennzeichnu…ntrationslagern

      (Bitte nicht persönlich nehmen, war nur meine Assoziation)
      Also das ist natürlich heftig, aber ich finde es ist auch ein bisschen sehr "locker" assoziiert. Was hat denn ein lila Dreeick mit einem zweifarbigen Ribbon zu tun :?: Die Form ist doch ganz anders und es ist ja auch nicht rein lila...
      Für mich hatte die Schleifenform bisher ausschließlich positiven Charakter. Und wie gesagt, sie soll ja auch nicht an der Kleidung getragen werden, sondern eher als Rettungsseil fungieren (sie Grundidee von Marylou). Musst mal das PDF angucken. Sie hat das ganze auf eine Kärtchen gedruckt, statt die Schleife als solche zu benutzen. (Man kann das pdf auch anschauen, ohne es gleich runterladen zu müssen).


      Grüße, Nüssli
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    • Silber Schleife

      nur ganz kurze Frage:

      so wie ich MaryLou kennen gelernt habe, war ihr besonders wichtig die "silberne" Schleife.

      Ich habe das so allgemein als "Solidarität" mit psychisch Erkrankten" interpretiert, und habe auch eine dieser Anstecknadel-Schleifen von ihr selbst bekommen. #

      Silber ist meines Wissens nach auch noch nicht besetzt.



      Ich verstehe voll die Motivation hinter allen diesen Anliegen, fürchte aber eine "Zersplitterung", wie eh schon angesprochen.

      Ich frage mich auch, ob wirklich eine "Schleife" der beste Weg ist, ansonsten unausprechbare Suizidabsichten zu signalisieren,

      oder ob es hier nicht - völlig offen wie - andere Möglichkeiten gibt?





      PS: Wirklich "besetzt" ist rot (AIDS). und in den USA gelb (VeteranInnen). soviel ich weiß.
    • Ich kenne nur noch 2 weitere (zusätzlich zu denen, die du genannt hast), die fest besetzt sind:

      Zum einen hierzulande die rosa Schleife (in den USA verwenden sie pink) der Brustkrebs Foundation

      und das regenbogenfarbene Ribbon der Schwulen- und Lesbenbewegung,

      die hier alle Jahre mal wieder ausgegbraben werden zu bestimmten Gelegenheiten und dann auf unbestimmte Zeit wieder verschwinden...

      Nüssli
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    • Ich fand einen online-Artikel zu ihr. Also ich habe das Gefühl sie fährt seit Längerem total auf Lila ab:

      Marylou Selo ist klein und 69 Jahre alt. Aber an diesem Tag hat sie
      Energie für einen gross gewachsenen 30-Jährigen. Flink kniet sie in
      ihrer lila bestickten Tunika, weissen Jeans und lila Schlupfsandaletten
      auf den Boden, um ein lilaweisses Bodenplakat aufzukleben, und erklärt
      munter: «Ja, ja, Lila war im Mittelalter die Farbe der Verrückten.» Die
      gepflegte Frau darf «verrückt» sagen und «Klapsmühle», sie weiss, wovon
      sie redet.

      Später, auf einem Spaziergang, wird sie immer wieder haltmachen, um
      blitzschnell und mit einem übermütigen Lächeln einen Aufkleber an eine
      Abfalltonne oder eine Plakatwand zu pappen. «Mir geht’s dreckig», heisst
      es auf dem einen und: «Bei Kübeln kann das sein. Bei Menschen auch.».

      Die Aufkleber wie auch grosse Plakate an den Busstationen sind Teil
      einer Kampagne, die aufrütteln und zu Gesprächen über psychische
      Krankheiten und mit Betroffenen führen soll (siehe Box). «Es ist sehr
      wichtig, gegen das grosse Tabu anzukämpfen», sagt sie energisch. Zu gut
      weiss sie, was Nichtreden anrichten kann: Ihr Vater Werner Alfred Selo,
      ein deutscher Erz- und Metallhändler, nahm sich nach Jahrzehnten voller
      Migräne und Depressionen 1993 still das Leben.

      Hier der link: google.de/imgres?imgurl=http%3…0&ndsp=20&ved=0CEAQrQMwCg


      Ich finde die Aktion von Marylou total klasse! Ein trauriges, aber sehr wichtiges Thema witzig aufgemacht. Das könnte glatt von mir sein :biggrin: Ich würde mir auch einen abgrinsen, bei jedem Aufkleber, denn ich irgendwo dranpappe und mir ein "Loch ins Knie freuen", wie man hier sagt

      Grüße, Nüssli
      Bilder
      • marylou_lila_plakataktion.jpg

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    • Zaubernuss schrieb:

      Also das ist natürlich heftig, aber ich finde es ist auch ein bisschen sehr "locker" assoziiert. Was hat denn ein lila Dreeick mit einem zweifarbigen Ribbon zu tun Die Form ist doch ganz anders und es ist ja auch nicht rein lila...
      Zuerst klang es für mich wie "Achtung, Bipo in Phase" und daher die
      übertriebene Assoziation.
      Mir geht es sehr um Anti-Stigma-Arbeit, ein Button, ne Schleife etc.
      hätte für mich (!) viel mit Selbststigmatisierung zu tuen. Bisher war
      ich immer noch in der Lage (mit sehr, sehr seltenen Ausnahmen),
      mich zu artikulieren. Trotzdem habe ich jetzt Dein Anliegen ver-
      standen, das muß ja nicht für jeden sein !

      AntiStigmaArbeit: Die Tochter (Ex-Schulkameradin des Sohnes) der
      Nachbarn kam in die Psychiatrie und hat eine BS - DX bekommen.
      Frau und ich gehen jetzt zur verzweifelten Mutter und versuchen ihr
      ein wenig (?) die Ängste zu nehmen, hoffentlich klappt es. Ich werde
      ihr auch diverse Foren empfehlen, vielleicht ist sie bald hier ?
      lgw
    • Ein Symbol für Solidarität wäre wünschenswert - aber ich zweifle daran, dass das ein me-too Produkt à la Schleife sein sollte.
      Da ist die "red ribbon" einfach DAS SIGNAL.

      Also ich würde etwas anderes als ne Schleife vorschlagen... - ...den lila Strick, die pinke Pistole oder den lachsfarbenen Zug... - ...etwas das wachrüttelt!

      Sonst bekommt man keine Aufmerksamkeit mehr zwischen Ukraine, Syrien und Griechenland ;)
    • Es soll dabei nicht um die öffentliche Bekundung von Solidarität gehen, denn sie wird nicht angesteckt, höchstens wem zugesteckt. Sie ist ein Symbol für einen Hilferuf- vielleicht den letzten.
      Ach ich geb's auf. Ihr lest alle nicht richtig und vergleicht viel zu sehr mit der roten Schleife, dabei ist es gar nicht schwer zu verstehen. Demnach habt ihr auch das pdf von Marylou nicht angesehen. Jetzt weis ich auch, warum sie die Schleife nur als Symbol auf eine Karte hat drucken lassen :huh:
      Vielleicht sollte ich mir was anderes ausdenken...

      Grüße, Nüssli
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    • Zaubernuss schrieb:

      Und was soll die mir bringen, wenn ich wieder am kritischen Punkt bin und es um alles oder nichts geht?
      Hop oder top. Es noch mal schaffen oder untergehen...

      Nüssli
      Hallo Nüssli,

      hab nicht so genau gelesen. Wenn es wirklich nur explizit um den "Hilferuf" geht, so kann ich dir versichern, dass mehr als 80% ihren Suizid davor mehr als eindeutig ankündigen...

      ...und ob die restlichen mit Hilfe einer Karte einen letzten Kommunikationsversuch starten, wage ich jetzt zu bezweifeln.

      Also ich sehe da doch mehr Potential in der Entstigmatisierung von psychischen Erkrankungen als in "letzte Hilferuf" Symbolen.

      Aus diesem Grund würde mir eine derartige Solidaritätsbekundung wie beim red ribbon wirklich gut gefallen... - ...aber wie gesagt, so was zieht nur einmal.

      glg j&n
    • Hallo du,

      ich könnte mir au vorstellen, sie zu benutzen, wenn man bereits Hilfe braucht, es aber nicht sagen kann. Das betrifft sich nicht jeden. Es gibt ja auch solche Bipolare, al auch Unipolare, die förmlich die Nähe anderer suchen, wenn es ihnen schlecht geht, aber ich gehöre ehe zu denen, die sich stark zurückzehen und dann sitzt man ziemlich in der Klemme, wenn man nicht mal mehr genug Antrieb bsetzt, um wenigstens für paar Lebensmittel order einen Arztbesuch den Fuß vor die Haustür zu setzen.

      Ihr würdet euch wirklich ein Solidarisierungssymbol wünschen? Es ist ganz schön mutig sowas anzustoßen und noch viel mutiger, dass selbst wirklich zu tragen, um es zu etablieren!

      Gefallen würde mir das schon. Ich habe es satt, mich vestecken zu müssen und heimlich zu tun. Zwar erwähne ich doch recht vielen Leuten davon, aber man kann es eben nicht überall machen, sonst muss man massiv Angst haben, später keinen gescheiten Arbeitsplatz zu bekommen ect. Viele sind erstaunt, dass ich ihnen das einfach so erzähle, wie andere Leute übers Wetter reden und plötzlich berichten sie auch über eigene negative Erfahrungen aus ihrem Leben. Aber längst nicht alles sind da so offen. Es gibt ja auch die, die total verweigern, wie mein Bruder...

      Dann sag mal, welche Farbe fändest du denn passender? Lila als klassische Farbe der Verrückten (siehe Marylou)? Oder lieber silbern? (siehe Moritz' Beitrag) Oder grün-lila, weil das noch nicht "besetzt" ist?? Oder hast du eine eigene Idee??

      Wir könnten auch eine rein lila-farbene nehmen und noch mit einer anderen Farbe (Silber?) ein Symbol auf einen der Schleifenausläufer drucken lassen...irgendwas in der Art...das sehe bestimmt edel aus...am besten auch ein Symbol aus älterer Zeit, aber keines, dass zu negativ behaftet ist (z.B. mit Verbrennung als Hexe oder so)

      LG, Nüssli
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    • Zaubernuss schrieb:

      Es gibt ja auch solche Bipolare, al auch Unipolare, die förmlich die Nähe anderer suchen, wenn es ihnen schlecht geht
      Das musste ich erst lernen, hab mich früher auch verkrochen, dann wurde
      es noch schlimmer. Das ist wohl auch ein Erfolg der allerersten Reha, wo
      mir die (sehr gute) Psych/Oberärztin gleich folgenden Satz mitgab:
      "Reden Sie, reden Sie, bis der Gesprächspartner es nicht mehr hören will,
      dann gehen sie halt zum Nächsten. Hauptsache es kommt raus, wird sicht-
      und greifbar". Mir hat das sehr geholfen, manche Problematik hat sich buch-
      stäblich in Nichts aufgelöst. :)

      Zaubernuss schrieb:

      Ich habe es satt, mich vestecken zu müssen und heimlich zu tun
      Jeder, der mich einigermaßen gut kennt, weiß um meine Bipolarität, ist ja
      auf Dauer kaum zu verbergen. Wer damit nicht umgehen kann, soll fern
      bleiben, mit allen anderen haben wir ein normales Verhältnis, es werden
      auch durchaus Witze über mich gemacht. (Vorsicht, gleich schmeisst er
      mit Steinen) :biggrin: Früher war ich dafür bekannt, ne Party alleine schmeissen
      zu können, nur mittlerweile bin ich der totale Partymuffel, war wohl zuviel.

      Im Berufsleben war das natürlich nicht so toll, als mein Bipo bekannt wurde,
      gab es gleich die Kündigung (25J. öff.Dienst). Ich gebe zu, ich habe das provoziert.

      Ansonsten erkläre ich manchen Menschen, das bipolar nicht zwangsläufig dauerhaft
      "manisch depressiv irre" bedeutet, dass das nicht zwingend so sein muß. In den letzten
      Jahren bin ich nur sehr selten auf Ablehnung gestossen, und dann war Abstand auch
      besser so. Das gehört zu meiner Anti-Stigma-Arbeit, ich fahre sehr gut damit. :)


      Liebes Nüssli, ich wünsche Dir viel Entspannung und achtsames, nach Persil duftendes
      Wäscheaufhängen. :biggrin: Es wäre schön, wenn Du auch Deine buddh. Übungen wieder
      machen würdest ...

      Alles Liebe von wendelin