Termine bei ambulant psychiatrischen Fachärzten Mangelware

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    • Termine bei ambulant psychiatrischen Fachärzten Mangelware

      Hallo,

      leider ist mir heute in Deutschland wieder bewusst geworden, wie stark regionale Unterschiede es in D gibt und dass ich in meiner Region über 4 Monate auf einen Facharzttermin warten muss.

      Beim Antruf bei der kassenärztlichen Vereinigung wurde mir mitgeteilt, dass dieses Problem des Nachwuchsmangels Kurz- und Mittelfristig nicht in den Griff zu bekommen ist. Die Facharztausbildung ist langwierig und teuer und die Absolventen bleiben dann lieber an ihren Unikliniken oder in lukrativen Städten, wie Hamburg oder Berlin.

      Entweder muss sich die Ausbildung ändern, damit sie attraktiver ist oder mehr Anreize geschaffen werden, damit sich eine Praxiseröffnung auch lohnt oder was muss geschehen, damit dieser Versorgungsengpass irgendwann wieder geschlossen wird?

      Viele Grüße Heike

      "Wenn unser Leben die Summe unserer Entscheidungen ist, dann können wir nicht ändern wer wir jetzt sind, ABER mit jeder Entscheidung die wir JETZT treffen, können wir bestimmen wer wir sein WERDEN." (Verfasser unbekannt)

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    • Das ist in Ö nicht anders... ich habe gehört, dass es z.B. in Salzburg (Moritz, ist es so?) erstaunlich wenige KassenpsychiaterInnen gibt, ich habe mal gehört, 4 oder 5, kann es stimmen?
      In Wien gibt es schon ein bisschen mehr, aber sie sind überlaufen und meine -- sehr gute -- Ärztin nimmt z.B. nur selten neue PatientInnen... man muss bei den besseren Ärzten, die Zeit für ihre PatientInnen nehmen, oft 2-3 Stunden Wartezeit trotz Termin in Kauf nehmen.
      Ärzte, die keine Kassenverträge haben, gibt es viele, aber gerade psychisch Erkrankte sind oft wegen ihrer finanziellen Verhältnisse nicht in der Lage, einen Privatarzt oder einen Wahlarzt zu bezahlen.
      Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie sind Mangelware, auch wenn man jetzt einige neue Kinderpsychiatrieordinationen auf Kassa in Wien eröffnet hat.
      "Perhaps this final act was meant, to clinch a lifetime's argument
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    • Der Mangel hat auch sein Gutes. Jedes Angebot muss sich seinen Markt schaffen, auch das psychiatrische. Und die Anbieter wollen schließlich auch leben, ob sie nun zur Problemlösung beitragen - dieses ggf. sogar verstärken - oder nicht. Es geht um Geld, nichts anderes.

      Die Pillenindustrie ist ja zwischenzeitlich ebenfalls dazu übergegangen, Medikamente nicht passend zur Krankheit zu entwickeln, sondern die Krankheit samt ICD-Verschlüsselung zur Pille zu erfinden.

      Deshalb sehe ich z.B. mit großer Sorge, dass die Anzahl etwa forensischer psychiatrischer Kliniken stetig gesteigert wird. Glaubt wirklich jemand, dass die dann nicht belegt werden?
    • Jannis,

      wir brauchen darüber nicht zu diskutieren, dass die Antipsychiatrie, die du ja weitestgehend vertrittst, natürlich am liebsten keine Kliniken und keine Psychiater im Lande haben wollen.

      Aber das ist eben nur eine kleine Gruppe. Nach meiner Erfahrung gibt es aber sehr viele Menschen, vor allem betroffene Menschen, die sich zwar kritisch zu Medikamenten und der vielfachen psychiatrischen Praxis äußern, jedoch dennoch diese nicht ablehnen.

      Und Jannis, wer nur mal ein bisschen schlecht drauf ist, so wie halt anscheinend du, braucht diese natürlich nicht. Aber du kannst dir anscheinend nicht im Entferntesten vorstellen und hast es wohl auch nie erlebt, dass es Menschen gibt, die sehr, sehr stark unter ihren Störungen leiden und extrem beeinträchtigt sind.

      Viele Grüße Heike

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    • Bei uns in Salzburg ist die Wartezeit auch bei ca. 3 Monate für Kassenärzte. Aber Österreich hat zumindest das Wahlarztsystem: beim Wahlarzt/Ärztin bekommt man idR recht schnell einen Termin und immerhin 80% der Kassenkosten zurück erstattet. Es gibt inzwischen wesentlich mehr Wahlärzte als Kassenärzte (-innen). Selbst innerhalb der Psychiatrie können sich eigentlich nicht wenige Leute den Tarif ganz gut leisten, wenn sie so organisiert sind, die bezahlten Rechnungen auch wirklich zur Refundierung einzureichen.

      Der Ärztemangel wird sicher in der nächsten Zeit nicht besser.
    • In unserer Region (450.000 Einwohner auf einer Fläche von über 3100 Quadratkilometern) sind nur ganze 5 ambulante Psychiatriefachärzte anwesend. Also leider kaum Auswahl und wenn, dann müsste ich in die nächste Stadt fahren, was leider bei unseren recht spärlich eingesetzten Nahverkehrsmittel, manchmal so lange dauern kann, bei vielleicht 50km Luftlinie, wie eine Fahrt in das 250km entfernte Hamburg.

      Und ich bin mir sicher, dass solche Landstriche in Deutschland und vielleicht auch in Österreich öfters vorhanden sind.

      Da ist für mich die Frage, was braucht es, damit sich mehr Fachärzte ansiedeln können, denn laut kassenärztlicher Verbund liegt es nicht an dem möglichen Verdienst.

      Viele Grüße Heike

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    • Hallo Heike,

      Du irrst, ich bin nicht antipsychiatrisch drauf. Es ist nur so wie in jeder anderen - auch meiner - Branche, es tummeln sich halt jede Menge Vollidioten. Wenn jemand ohnehin seelisch stark eingeschränkt ist, möglicherweise auch kognitiv, ist die Gefahr halt extrem gross, das mehr Schaden als Nutzen angerichtet wird, das wird niemand leugnen können.

      Und man darf auch nicht vergessen, diese Branche hängt am Fliegenfänger der Pillen-Buden, sie können halt nur verschreiben, was auf dem Markt erhältlich ist und sie trauen sich das auch nur, wenn das Medikament auch eine Zulassung für diese Indikation hat, egal ob Studien die Wirksamkeit bereits bewiesen haben.

      Ein Psychiater (Kliniker) hat jedenfalls Schnappatmung bekommen, als ich ihm kürzlich von meinen Versuchen mit Ketamin berichtet habe. Er kannte das Zeug zwar nicht, wusste aber ganz genau, dass er dagegen Und faselt dann noch von Nebenwirkungen, die er genausowenig kennt.

      Macht ja nix, dass so unbedeutende Kliniken wie die Charité und Max-Planck das längst einsetzen. Mit einer dermassen hanebuechenen Unkenntnis kann ich nichts anfangen.

      Die meisten mir bekannten Psychiater haben m.E. das System nicht verstanden, in dem sie sich bewegen, sie sind Handlanger und Vertriebsmittler der Pharmafritzen und die haben doch überhaupt kein Interesse daran, irgendetwas kausal Kuratives in den Markt zu bringen, dann entfiele ja die Kundschaft für deren Drops. Solche lebenslangen Kunden nennt man in der Betriebswirtschaft "key accounts" und da wäre man ganz schon doof, sich überflüssig zu machen.
    • Bei uns braucht man bei den Ambulanzen auch 2 bis 3 Monate Vorlaufzeit auf einen Erst-Termin. Wenn man erstmal in der Kartei drin ist, dann bekommt man ohne weiteres alle 4 Wochen einen und kann im Notfall auch immer vorbeikommen. Bei den niedergelassenen Psychiatern sieht es schon anders aus. Es gibt keine große Auswahl und manche haben eine geschlossene Kartei. Häufig ist es so, dass die Patienten bei en Niedergelassenen binnen weniger Minuten abgefrühstückt werden.

      In der psychiatrischen Ambulanz ist das ganz anders. Da scheint Zeit nicht die große Rolle zu spielen. 30 Minuten sind eher die Regel, als die Ausnahme. Selbst 45 bis 50 Minuten hab ich schon oft erlebt. Selbst die Zeit im Wartebereich ist da recht kurz. Aber die sind da auch ganz passabel organisiert. Ausnahmen gibt es natürlich dann, wenn jemand akut gekommen ist und der Arzt eine stationäre Aufnahme nebenher klar machen muss.

      Heute war ich zum Beispiel dort und ich war nichts weniger als vollkommen ernüchtert. Meine derzeitige Ärztin dort (die wechseln da ja lustig alle paar Monate) händigte mir meine Blutwerte aus, guckte mal drauf, unterzeichnete sie, um dann zu fragen, wer die denn auswerten soll. Sie könne das nicht machen, sie verstehen nichts von all den Hormonen usw. Es gibt da auch paar erhöhte Werte. Sie wusste nicht mal was der Anti-TPO ist und noch weniger der wofür Anti-TPO und TRAK stehen (also was sich hinter dem erhöhten Wert für ein PRoblem verbirgt). Man hat ja auch noch andere Werte bestimmt. Überall das gleiche Schulterzucken. Ja da wird man dann nach Hause geschickt, so gedanklich mit einem halbherzigen Klopfer auf die Schulter und einem "das wird schon". Hä? bin ich im falschen Filn oder was? Die Frau hat sogar einen bereits abgeschlossenen Facharzttitel in Psychiatrie. O.k. man kann nicht Hans-Dampf in allen Gassen sein, aber das massenweise Blutwerte bestimmt werden, ohn das man mit den Ergebenissen was anfangen kann ist mir nicht so ganz begreiflich, genauso, dass man unfähig ist bestimmte Blutwerte überhaupt korrekt abzunehmen und zu transportieren. Ich sag nur ACTH.... Das ist noch immer nicht gemacht, weil sie es bisher organisaorisch nicht auf de Reihe bekommen haben wegen der Kühlung. Aber auch da sagte sie, wüsste sie nicht aus dem Kopf, wofür das gut sein soll.

      Im Übrigen besteht das Können eines Psychiaters nicht nur aus dem Zücken des Rezeptblocks. Ein gutes Gespräch kann PAtienten auch für eine Weile stabilisieren und überhaupt eine tragfähige Beziehung, die ihm das Gefühl gibt, gut aufgehoben zu sein, ist gold wert. Aber der Wert des Gesprächs ist irgendwie total verloren gegangen. Die Patienten sollen sich am besten alle zusätzlich einen Psychotherapeuten suchen. Am besten einen imaginären, denn es gibt gar nicht genug Therapeuten für all die Menschen, die einen bräuchten.
      Was vermisse ich da meine verstorbenen Psychiater. Der konnte noch herausragend Gespräche führen. Schon das Setting war besonders und hinterher fühlte man sich so viel leichter und zuversichtlicher. Diese Art von Psychiater scheint auszusterben. Ich habe bisher keinen zweiten getroffen, der so ist.

      Ich sag es mal mit den Worten von Freddie Mercury, der übrigens zusammen mit mir am 5. September Geburtstag hatte. (Er wäre 69 Jahre alt geworden):

      In seinem Song "Heaven for everyone"

      In these days of cool reflection (reflection)
      You come to me and everything seems alright
      In these days of cold affections
      You sit by me and everything's fine

      This could be heaven for everyone
      This world could be fed, this world could be fun
      This could be heaven for everyone
      This world could be free, this world could be one




      Immer, wenn die dick geschriebene Stelle im Singtext höre, dann muss ich lächeln. Denn es erinnert mich an all die gute Zeit, die wir hatten. Genau dieser Moment ist unverrückbar abgespeichert und ich trage ihn sicher in meinem Herzen bis eines Tages der Vorhang fällt. Die Stimmung, die durch den Song vermittelt wird, entspricht genau diesem inneren Frieden und irgendwie auch Trost, den man in seiner Gegenwart hatte. Hört euch den Song mal an, man kann nicht anders als zufrieden lächeln.

      Genau dieses "Du sitzt bei mir und alles ist gut" - dieses Gefühl kann nicht jeder erzeugen. Da gehört auch ein großes Stück Talent und Können dazu. Na ja und die passende Persönlichkeit.
      Wäre meine Derzeitige Ärztin nicht so, wie sie ist, hätte sich die Lage bestimmt nicht so zugespitzt. Ich habe es nicht mal für nötig gefunden da aufzukreuzen. Wozu auch? Wenn man bei ihr war ist man am Ende nur verunsichert und auch ärgerlich.

      Grüße, Nüssli
      Was tun nach dem Absturz?
      Aufstehen. Krönchen richten. Würdevollen Schrittes weitergehen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 8 mal editiert, zuletzt von Zaubernuss ()

    • Hallo Zaubernuss,

      bei uns ist es so, dass nur ganz gewählte Patientengruppen überhaupt die psychiatrische Institutambulanz nutzen dürfen. Man erklärte mir das mal mit Wartezimmer- und Nichtwartezimmertauglich. Also ich kann bzw. darf, selbst wenn ich schwer depressiv bin, nicht die PIA aufsuchen. Wir haben hier aber auch nur eine kleine Klinik mit angeschlossener PIA.

      Das ist natürlich auch sehr schwierig Ärzten vertrauen zu sollen, wenn diese keinen kompetenten Eindruck hinterlassen. Wenn die alle paar Monate wechseln, sind dass dann Ärzte im "Praktikum"?

      Ich denke auch, dass ein wirklich guter Arzt jemand ist, der neben seiner beruflichen Expertise vor allem Empathifähigkeit, Beistand und Hoffnungsträger ist. Jemand, der sein Gegenüber als ganzen Menschen wahrnimmt und ihn ernst nimmt und ihn auf seinen Weg begleitet.

      Viele Grüße Heike

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    • Hallo Heike!

      Wer denkt sich denn solche Regelungen aus?? Das ist unmoralisch! Wenn sie finden, dass Schwerdepressive eine Zumutung für andere Patienten sind (was ich deskreminierend finde), dann müssen sie sie wo anders separat warten lassen oder sich anders organisieren. Ich denke daran, dass man vorher anrufen könnte, dass es einem besondes schlecht geht und man das dann gut plant. Man könnte es auch so handhaben, dass man den Leuten, wenn sie da sind eine Zeit sagt und so lange können sie noch mal in den Park (seidenn sie sind schwersuizidal, aber selbst dafür würde sich eine Lösung finden). Ich finde eine Ambulanz ist ja irgendwo auch für die schwereren Fälle da, nachdem ich die Erfahrung gemacht habe, dass so einige niedergelassene Psychiater mit richtig kranken Leuten zum einen nicht so gut klar kommen (vor allem haben sie zu wenig Zeit) und zum anderen auch oft nicht auf dem neuesten Stand sind.
      Bei uns gibt es auf sonst keinen Klinikststationen übrigens mehr Pflegepersonal, als in der Psychiatrie der Uniklinik. Die haben einen Personalschlüssel, davon träumen andere Stationen nur. Bei der anderen Psychiatrie, die nicht zur Uni gehört ist es wiederum das krasse Gegenteil. Da soll eine Schwester alleine den Nachtdienst auf der Geschlossenen wuppen. Man bedneke, dass Geschlossene hier 15 oder 20 Betten haben, davon mindetens 2 Intensivbetten. Wenn eine Fixierung läuft (im blödesten Fall mehrere), dann müssen die per Sichtkontakt nonstop überwacht werden, alles andere ist nach deutschem Recht soweit ich weis illegal. Man braucht also allein deshalb für Geschlossene schon mehr als einen. Vor allem das weibliche Personal will sich weigern. Kann ich gut verstehen, da hätte ich auch Angst. Werd mal alleine mit wem schwer Psychotischen klar, wenn der ausrastet.

      Schnell wechselndes Personal: Nein, die wecheln alle paar Monate, weil die jungen Ärzte während ihrer Facharztausbildung durch verschiedenste Bereiche rotieren, sodass sie überall mal vorbeikommen- leider Gottes auch bei der Ambulanz. Wichtig für sie, ganz schlecht für uns. Ich weis nicht, wie es den anderen Kranken geht, aber für einen Bipolaren ist es schlecht, wenn er Behandler wechselt (vor allem ohne Vornkündigung). Es stresst, wenn einem plötzlich wer anders vorgesetzt wird. Man wird ja auch nicht mit jedem "warm". Und plötzlich steht man da und weis nicht, was das für ein Mensch ist und man ist verunsichert, ob er in der Krise verlässlich ist. Das ist vollkommen kontraproduktiv! Man muss ja auch lernen seinen Patientne lesen zu können und die Lage enschätzen können und wissen, was kann ich ihm noch zutrauen und wann wirds brenzlig. Was ist bloß leeres Gejammere und wann bricht er aus und wird Medikamente eigenständig absetzen ect.pp. Das AIP (Arzt im Praktikum) gibt es übrigens nicht mehr. Das wurde schon vor vielen Jahren abgeschafft.

      Ich kenne mich natürlich nicht mit Abrechnungsmodalitäten aus, aber ich fürchte reine Gesprächstermine lassen sich schlecht abrechnen. Es wird schon einen Grund geben, warum hier in Deutschland niedergelassene Psychiater sich eigentlich nur um Pillenverschreiben drehen, während es in Ambulanzen ganz anders ist. Ich glaube mich zu erinnern, dass Niedergalssene jeden Termin einzeln abrechnen (Satz entsprechend niedrig), während Ambulanzen eine Pauschale von 250 Euro pro Quartal bekommen, egal, wie oft und lange der Patient da ist. Letztlich laufen die Termine in der Praxis für Kassenpatienten immer gleich ab: "Wie geht's Ihnen? Aha. Sie nehmen Sie das ..... (Präparat) noch? Nein, es geht Ihnen trotzdem grad nicht gut? Ja dann schlage ich vor, steigern wir die Dosis um ....mg und wir schauen dann ob's besser ist. Brauchen Sie ein neues Rezept? Ja dann bis zum nächsten mal!"

      In Gießen gibt es eine Spezialambulanz für Bipolare. Ich überlege ernsthaft, ob ich nicht mal dort vorbeischaue, ob es da anders ist. Eigentlich beknackt dafür extra in eine andere Stadt zu fahren und für Krisenzeiten der absolute Horror, aber was soll man machen?

      LG, Nüssli
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      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Zaubernuss ()

    • Heike schrieb:

      Hallo Zaubernuss,

      bei uns ist es so, dass nur ganz gewählte Patientengruppen überhaupt die psychiatrische Institutambulanz nutzen dürfen. Man erklärte mir das mal mit Wartezimmer- und Nichtwartezimmertauglich. Also ich kann bzw. darf, selbst wenn ich schwer depressiv bin, nicht die PIA aufsuchen. Wir haben hier aber auch nur eine kleine Klinik mit angeschlossener PIA.
      Wonach wird selektiert??? In Wien ist es so, dass man IM NOTFALL (Wochenende, schwer depressives Gedankengut... usw.) in der psychiatrischen Ambulanz jederzeit willkommen ist. Ich habe es schon mehrmals in Anspruch genommen und sie waren immer sehr hilfsbereit und haben mich sogar gelobt, dass ich HIlfe suchte (AKH-Ambulanz Wien). Es ist dort leider so, dass man wenig Betten hat und im wirklichen Notfall dann auf die Baumgartner Höhe muss, aber eine erste Hilfe bekommt man dort...

      Es gibt noch bei uns den Psychosozialen Dienst (PSD), den besuchen normalerweise Menschen, die sich in einer schwierigen Lage befinden (meine VErmutung: finanziell oder sie sind obdachlos oder irgendwie verwahrlost, drogenabhängig oder ohne E-Card), ich war einmal ganz am Anfang dort für ein Erstgespräch, aber sie haben mich dann mit einer Liste der niedergelassenen Kassenärzte weggeschickt. In der SHG war eine Frau, die jahrelang dorthin ging, dann hieß es plötzlich, sie muss einen niedergelassenen Arzt suchen, weil der PSD für ganz schwierige Fälle "reserviert" ist. Ich finde es aber fair... als ich dort das ERstgespräch hatte, merkte ich, dass ich doch nicht in so einer miesen Lage bin, wie die anderen, die dort gewartet haben.
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      That nothing comes from violence and nothing ever could
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    • Also wir haben DEFINITIV in der Klinikambulanz nicht die Zeit, ambulante Patientenbehandlungen von solcher Dauer zu machen!
      Was die biologisch-medizinischen Kenntnisse betrifft, gibt es hier eine ganz komische Wahrnehmung.
      Oft stehen auf der einen Seite die "bösen" biologisch orientierten PsychiaterInnnen, die ihr Medizinstudium nicht vergessen haben und sich , dem Beispiel angepaßt, womöglich besser mit Schilddrüsenwerten und deren konkreten Auswirkungen auf die Psyche auskennen als manche Hormonspezialisten,
      andererseits die "lieben" empathischen ..... die davon oft keine Ahnung haben. Ich bin nicht der Meinung, daß es sich hier um ein sehr einfach erklärbares Phänomen handelt.
      Festzuhalten ist, daß es einige innerhalb der Psaychiatrie gibt, die sich die Mühe machen, die Zusammenhänge immer wieder neu zu lernen und die biologischen Grundlagen ständig verfolgen. Natürlich kann niemand ein Hans-Dampf-in-allen-Gassen sein. Gerade deshalb ist oft auch die gute Zusammenarbeit zwischen Ärztinnen und Psychotherapeutinnen so wichtig, wobei jeder jeweils sein Gebiet beackern sollte.......
    • Hallo Moritz,

      ich höre es von vielen Seiten, dass Interdisziplinarität immer mehr gefordert wird. Dafür braucht es mehr ein aufeinander zugehen und sich begegnen können auf Augenhöhe von allen Fachrichtungen und ich persönlich würde dazu auch "Nichtfachrichtungen" oder besser gesagt Laien ebenso mit einbeziehen.

      Viele Grüße Heike

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    • psmmg schrieb:

      Also wir haben DEFINITIV in der Klinikambulanz nicht die Zeit, ambulante Patientenbehandlungen von solcher Dauer zu machen!
      Von welcher "Dauer" sprichst du?

      Ich habe in Wien sehr gute Erfahrungen gemacht, mir hat es immer viel geholfen, dass ich mit einem Arzt sprechen konnte. Über die "Dauer" der Gespräche kann ich leider nicht berichten, man verliert da leicht das Zeitgefühlt, ich war aber immer so lange da, wie ich es gebraucht habe... soll ich mich jetzt schämen, die Zeit der diensthabenden Ärzte missbrauch zu haben???

      Ich ging aber nie aus Jux und Tollerei dorthin.

      Ganz am Anfang ging ich nach dem PSD in eine Kinikambulanz des Wiener AKH (Grund: ich hatte noch keinen niedergelassenen Arzt, keine Medis und überall bot man mir Termine an, auf die ich 2-3 Monate hätte warten müssen -- dafür litt ich unter akuten Selbstmordgedanken und massiven Schlafstörungen, die meinen Alltag beeinträchtigten), die haben da das erste Mal die VErdachtsdiagnose bipolare Störung/Mischzustand ausgesprochen und dort gab man mir das Seroquel, mit dem ich endlich wieder schlafen konnte... und mich auf die Suche nach einem niedergelassenen Arzt machen konnte.

      Ein anderes Mal war ich da, weil meine damalige Psychiaterin nicht bereit war, mich medikamentös einzustellen und mich dorthin schickte (damals nahm ich Venlafaxin, das mich weiter in eine Mischphase pushte....) und einmal suchte ich dort auf den Rat meines Mannes in einem depressiven Zustand einen Arzt auf(meine Ärztin war auf Urlaub und ich wollte vorsichtig jemanden fragen, ob ich meine Medikation geringfügig ändern soll, damit es mir besser geht), ich sagte gleich beim "Empfang", dass sie mich ruhig wegschicken sollten, wenn es unpassend ist -- die Schwester war aber sehr zuvorkommend und nett und sagte, ich soll lieber einmal ohne Grund herkommen, als einmal zu wenig... der diensthabende Arzt hat mich sogar gelobt, weil ich nicht eigenmächtig mit der Medikation herumjonglieren wollte...

      Ich wollte auch niemanden dazu ermutigen, die Krankenhausambulanzen zu "missbrauchen" -- die Frage ist eigentlich, wozu dann eine Krankenhausambulanz da ist, wenn man sich daran nicht wenden kann/darf/sollte... natürlich sollte man im Notfall hingehen und nicht mit einer leichten depressiven Verstimmung...

      fragile
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    • Landflucht -- Stadt ?

      Vor 17 Jahren waren wir ein Vorort (vorher mit anderen Gemeinden ein
      Amtssitz älter als die eingemeindende Großstadt) mit funktionierender
      Infrastruktur. Es gab Kneipe/Cafe/Restaurant, Friseur, Getränkehandel,
      einen Postkiosk mit Zubehör neben der Volksbank, Sparkasse, Änderungs-
      schneiderei, Ärzte, 2 Internisten nah bei usw.etc.pp

      Heutzutage haben wir noch einen Mini-Supermarkt mit Vor-Bäcker samt
      Steh-Cafe, so wenig Sitze, dass man keine Toilette braucht. Eine post-
      moderne ev. Kirche, deren Pfarrer grad in den Vorruhestand geht, danach
      Halbtagsstelle, einen Kindergarten und Friedhof.

      Die Tendenz geht Richtung Industrialisierung, Vernormung, Wirtschaftlich-
      keit, Kosten-Nutzen-Pläne etc.pp, unsere Nachbar-Kleinkommunen sehen
      nicht besser aus. Auch das ist ein Teil vom Tod der Nachkriegs-Demokratie,
      Demokratie lebt durch Kommunikation :!:

      Erklärt wird uns das mit "Leistungsbündelung", aber faktisch gehen viele
      Arzt/Thera - Patient Vertrauensverhältnisse verloren, wir werden in Heller,
      Pfennig und Schilling berechenbarer, leider hat sich auch die Chance des
      Internets so fehl entwickelt, jedenfalls momentan.

      Trotzdem ist Aufklärung, Diskussion immer sinnvoll, wer weiss, was sich
      mit und nach uns entwickelt .. :?:

      Es geht immer weiter, es ist nie zu spät ..
      lgw
    • @ Moritz

      Also die Einteilung in "böse" Psychiater (=biologisch-orientierte) und "liebe"/empathische Psychiater ist eine, die du so konkret getroffen und ausgesprochen hast. Ich weis, du empfindest dich deshalb glaube ich manchmal als angegriffen, weil du ja viel Wert auf die biologischen Zusammenhänge legst. Ich weis gar nicht, warum das so viele verteufeln. Ein Chirurg ohne sehr gute anatomische Kenntnisse ist quasi gemeingefährlich und von so einem würde auch keiner behandelt werden wollen. Ein Psychiater verschreibt Medikamente, die erheblichen Einfluss auf das Gehirn haben. Da sollte man schon wissen, was man da macht und was dieser Eingriff für erwünschte, als auch unerwünschte Effekte haben kann (und das nicht nur auf das Gehirn).
      Ich gebe zu, ich gehöre auch zu den Leuten, die gerne alles im Kontext verstehen wollen und persönlich halte ich nichts davon, wenn ein Medikament verschrieben wird, weil es gerade von vielen anderen auch gern verschrieben wird- ohne das weiter zu hinterfragen.
      Wenn man hinter die Fassade auf die möglichen Ursachen schaut, dann gibt einem das ein Gefühl von "wenn ich die Ursache kenne/ die Zusammenhänge verstehe, dann kann ich auch effektiv etwas dagegen machen" (und wenn es nur unterstützend ist). Leider gibt es die verschiedensten Hypothesen und so richtig bewiesen ist keine nach meinem Kenntnisstand.

      Ich würde eher unterscheiden in vielseitige (gute) psychiater (solche, die beides können: biologische Grundlagen und gute Gesprächsführung) und einseitig-betonte Psychiater, die Experte in nur einem Bereich sind und das andere dafür zu sehr schleifen lassen.

      Und ich stelle mich hin und frage: Warum nicht beides?? Ich will nicht von einem totalen Fachfreak behandelt werden, der sonst aber nix mit seinen Patienten anfangen kann bzw. die Patienten nichts mit ihm. Es mag sein, dass mancher es anders sieht, aber der Erfolg der Behandlung steht und fällt mit der Qualität dieser besonderen zwischenmenschlichen Beziehung (auf Zeit & Geld- aber das beiseite). Bevor es wer missversteht: Für ein gutes Gespräch muss man keine 50 Minuten oder so aufwenden. Das war nur ein Beispiel. Jemand talentiertes schafft es auch in deutlch kürzerer Zeit. Länge bedeutet nicht gleich Qualität. Abes es versteht sich von selbst, dass 5 Minuten wohl nicht ausreichend sein werden.


      LG, Nüssli


      PS: Nur 2 Minuten um die Ecke wohnt eine Bekannte von mir, die Neurologin ist und gerade noch was dranhängt, um auch den FA f. Psychiatrie anerkannt zu bekommen. Die ist z.B. total fit. Sie kennt sich auch mit der Interpretation der meisten Hormonwerte aus, hat ein super angenehmes Wesen und führt deshalb auch gute Gespräche. Sie kann Zusammenhänge gut erklären und da merkt man, da steckt echte Kenntnis dahinter. Sie versteht die Zusammengänge. Da hat sich wer gutes Basiswissen angeeignet und versucht sich auch aktuell zu halten und ist auch offen für Neues und auch ihre alte Überlegungen zu überdenken/korrigieren. Sie lässt sich auch gern Zusammenhäng aus der sicht der Patienten schildern, die sich hier und da von denen des Bildes, die Psychiater davon haben, grundlegend unterscheiden können. Es gibt diese Sorte von Ärzten durchaus!
      Ich mag nämlich diese Arroganz mancher nicht, die glauben alles über uns verstanden zu haben und ein unverrückbares Bild, dessen sie keine Korrektur zulassen wollen und uns Klischees aufdichten, die realitätsfremd sind und glauben bestimmte Dinge erst gar nicht probieren zu wollen/müssen, weil das nicht zu ihrer Vorstellung passt, wie man uns therapieren möge. Diesbezüglich habe ich mich gleich zu anfangs mit dem Oberarzt der Ambulanz angelegt. Er war extrem kritisch. Aber die sagte im Gegensatz zum OA "sie kennen sich am besten mit ihrer Erkrankung aus und merkten am ehesten, was ihnen gut tut und was nicht". Ich sagte ihr, ich habe das 5HTP angetestet und befunden, es hat kein Potential, um eine Manie auszulösen, dafür aber viele andere Vorteile. Am Ende hab ich Recht behalten.
      Was tun nach dem Absturz?
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      Dieser Beitrag wurde bereits 10 mal editiert, zuletzt von Zaubernuss ()

    • Wo kann ich nun meine (sehr gute) Psychiaterin einordnen??? Sie ist empathisch, nimmt sich viel Zeit für ihre PatientInnen und lässt dennoch alle nötigen Laboruntersuchungen machen... wahrscheinlich ist sie ein seltenes Exemplar. Noch dazu auf Kassa.
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    • Wenn man das hier so liest, glaubt man im falschen Märchen zu sein. Wir haben gelernt: Es gibt also zweierlei Mutanten, derer die sich Psychiater schimpfen dürfen, die biologisch-orientierten und die empathisch-lieben. Ist halt nur blöd, wenn man zum sympathischen kommt, der das Wort Schilddrüse erstmal im Duden nachschlagen muss, geschweige denn irgendetwas mit den sonstigen Werten eines Blutbildes etwas anfangen kann. Blöd ist dann natürlich weiter, dass ein einziger entgleister Hormonwert die alleinige Ursache für die seelische Störung sein kann. Aber macht ja nix, der Mann ist ja sooo sympathisch, was macht es da schon, dass er von nix ne Ahnung hat. Das ist doch das gleiche, als wenn ein Chirurg mir den Magen entfernt, weil er nicht weiss, wie so ein Blinddarm aussieht.

      Die völlige Ahnungslosigkeit zieht sich durch diese Branche wie ein roter Faden. Was sollen da auch Termine von mehr als 15 Minuten, die Zeit reicht doch völlig aus, das ganze Wissen vor dem Patienten auszubreiten, wenn der Doc sehr langsam spricht. Wie kann man bloss damit zufrieden sein, beruflich eine dilletante Lachnummer zu sein und zu bleiben?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Jannis ()

    • Ach hätt ich dich bloß nicht vorzeitig aus dem ignore genommen...na ja, aber jetzt wo ich es einmal gelesen habe kann ich natürlich nicht anders...

      Ich nenn sie mal netter Weise 2 Extreme (statt Mutanten). Aber daneben sind auch die, die beides drauf haben. Der reinste Glücksfall für den Patienten, rar und schwer zu finden. Fragile und ich haben mindestens einen davon kennenlernen dürfen.
      Ich bin mir nicht sicher, ob man sagen kann, dass EIN entgleister Wert das ganze psychische Desastem bei einem Patienten erklären kann, der so einen "Problemwert" hat. Oftmals ist dann ein ganzes System betroffen. Kommt scheinbar darauf an, wo im Regelsystem der Zwischenfall passiert. Wenn du ein Problem mit der Schilddrüse z.B. hast sind eigentlich immer gleich mehrere Sachen betroffen. Die Ursache kann an Veränderungen an der SD selbst liegen (autonomes Schilddrüsengewebe zum Bleistift), aber wenn man Pech hat auch durch das Organ, dass sie steuert (in dem Fall die Adenohypohyse = Hypophysenvorderlappen --> weil produziert das TSH [Thyreoidea-stimulierendes Hormon] oder Hypothalamus für TRH).


      Jannis schrieb:

      Die Unfähigkeit der Psychiater zieht sich durch die ganz Zunft, wie ein roter Faden.
      Ja klar, du kennst ja auch jeden Psychiater dieser Welt persönlich und kannst deshalb ein allumfassendes Urteil abgeben...

      Es soll ja auch vollkommen ahnungslose Mediziner geben, die schreiben nebenher 300 Seiten starke Wälzer über Katecholamine, stimmt's Moritz? :biggrin:
      Tja Jannis mach dir doch mal den Spaß und geh auf die Seite von Amazon, gib seinen Namen in die Suche ein. Musst auch nicht lange suchen. Ist der erste Treffer. Mir ist es die Tage zufällig im Suchlauf angezeigt worden, als ich schon mal nach Fachbüchern für mein zweites Vertiefungsmodul (Neuropsychologie) für das kommende Semester geschaut habe...Ich würde ja einfach den link posten, aber das wäre quasi Schleichwerbung.
      Na ja mir wird langsam langweilig. Die Semesterferien ziehen sich zäh wie Kaugummi und ich kanns kaum erwarten endlich wieder im Hörsaal zu sitzen. Wenn da nur nich die Prüfungen Ende September wären...

      Nur allein schon um mal schnell ein bisschen zurück zu stänkern und dich auf die Palme zu bringen wünscht ich, ich hätte es mir zugelegt, aber wir wollen ja schön bei der Wahrheit bleiben. Es war mir einfach zu günstig :scheinheilig: ...na ja und ich liebäugel gerade gerade mit so nem ganz tollen Gehirnmodell von von Heine Scientific mit sämtlichen Funktionsbereichen nach Brodman ( praxisdienst.de/Diagnostik/All…ukturen/Gehirnmodell.html ) Ist es nicht hübschig?? Ich habs länger nicht erwähnt, aber GEHIRNE SIND TOLL (besonders so lange sie relativ fehlerfrei funktionieren). Leider ist mein Budget im Gegensatz zu deinem natürlich "etwas" *hust* begrenzter.

      Im Übrigen habe ich gestern zur Tat der Taten geschritten und hab mich dann doch entschieden in Spezialambulanz für Bipolare in Gießen angerufen!! Man versicherte mir, dass es dort keine ständigen Behandlerwechsel gibt. So wie ich gesehen habe, macht die Spezialsprechstunde ausschließlich eine der dortigen Oberärztinnen. Solange die mehr Ahnung hat, als die Leute hier ist mir das egal, dass ich dafür extra nach Gießen fahren muss (mit dem IC sind das nur 15 Minuten und Studies fahren ja kostenlos). Mir ist auch Wurst, wenn sie weniger Zeit, solange das Ergebnis dafür überzeugend ist. SO wie jetzt kanns jedenfalls nicht weitergehen. Ich bin ja sogar eine Zeit lang weiterhin zu meinem ersten Psychiater nach Berlin gefahren, als ich frisch hierher gezogen war, weil ich hier keinen guten finden konnte. Häufig hab ich das an einem Tag gemacht. 5 Stunden Bahn, nochmal insgesamt 3 Stunden innnerhalb Berlins zur Praxis hin und zurück zum Bahnhof und dann wieder 5 Stunden Bahn. Aber das hält man nicht ewig durch und ist auch keine Option, wenn es einem schlecht geht. Aber der hat wenigstens keinen Quatsch verschrieben und über jedes MEdikament umfassend augeklärt und war auch sehr bedacht darauf, dass alle 3 Monate die Blutwerte gepürft werden. Das ist auch so jemand, auf Bipolare Störung (u.a.) spezialisiert ist und sich ewig dazu auslassen könnte, wie jedes Medikament im einzelnen wirkt (insofern Mechanismus bekannt). Der wusste schon alle Details über verschiedenste Präparate, ehe sie überhaupt auf dem deutschen Markt erhältlich waren und hat mir damals schon Sachen off-label verschrieben usw. Leider ist er mitlerweile hemmungslos überlaufen, was später erwartungsgemäß die Qualität der Behandlung gesenkt hat.

      LG, Nüssli
      Was tun nach dem Absturz?
      Aufstehen. Krönchen richten. Würdevollen Schrittes weitergehen.

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