Grottenschlechte Schlafqualität

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Grottenschlechte Schlafqualität

      Hallo,

      wie ihr wisst, werde ich von Seroquel auf Lithium umgestellt.
      Bin bei der Dosis 100 mg Sero angelangt. Ich schlafe seit Anfang der Reduzierung ganz schlecht, heute war der Höhepunkt: um 10 habe ich mich hingelegt, bin schnell eingeschlafen (das geht dank 1/2 Dominal), um 12 war ich wieder hellwach.... dann wieder ein leichter Schlaf, so bis 2, und von 2 bis 5 wälzte ich mich nur noch herum. Ich bin um 7 wieder aufgestanden und fühle mich eigentlich nicht müde oder so... aber ich hätte gern mehr Schlafqualität. Wird es jetzt für immer so bleiben? MIr kommt vor, die Tendenz ist, dass ich Tag für Tag schlechter schlafe. Dabei gehe ich mit dem Sero langsam runter....
      Was toll ist: ich breche um 10 Uhr nicht mehr so "weg", wie früher... aber mit tut es leid um meinen guten Schlaf....

      LG
      fragile
      "Perhaps this final act was meant, to clinch a lifetime's argument
      That nothing comes from violence and nothing ever could
      For all those born beneath an angry star
      Lest we forget how fragile we are..." (Sting)
    • Seroquel und Lithium (letzteres habe ich jahrelang genommen, aber seit langem abgesetzt) sind jedenfalls bei mir in ihrer Wirkung überhaupt nicht vergleichbar. Unter Lithium hatte ich keinerlei Veränderung hinsichtlich Schlafdauer und -qualität feststellen können.

      Mit 25 mg Seroquel, das ich erst sehr kurz nehme - wahrscheinlich wird irgendwann die Dosis ggf. erhöht werden müssen - schlafe ich durch wie ein Baby, allerdings werde ich kurz (ca. 1/2 Stunde) nach der Einnahme auch sehr müde und bin auch nach dem Aufwachen für einige Zeit noch ziemlich "angedötscht". Zu "Dominal" kann ich nichts sagen, weil ich es nie genommen habe.
    • Ich nahm 400 mg Seroquel.... 25 sind zu wenig für mich, ich befürchte, obwohl ich damit noch leben könnte.. die Schlafprobleme zeigten sich schon bei einer Reduzierung auf 300 mg, jetzt schlafe ich wirklich katastrophal....
      "Perhaps this final act was meant, to clinch a lifetime's argument
      That nothing comes from violence and nothing ever could
      For all those born beneath an angry star
      Lest we forget how fragile we are..." (Sting)
    • Dieses Bild habe ich vor Jahren mal gemalt... acht Jahre lang war es kein Thema, mit dem Seroquel...
      Bilder
      • erst-schon.JPG

        44,38 kB, 288×384, 99 mal angesehen
      "Perhaps this final act was meant, to clinch a lifetime's argument
      That nothing comes from violence and nothing ever could
      For all those born beneath an angry star
      Lest we forget how fragile we are..." (Sting)
    • MOMENT MAL! Ihr zwei glaubt, dass ihr vom selben rdet, aber dem ist nicht so.
      Jannis nimmt 25mg normales Seroquel, fragile aber das XR! Gleicher Wirstoff, trotzdem in bestimmten Charakteristika ganz anders. Kann ich selbst bezeugen, habe beides schon genommen!
      Es wundert mich, dass Jannis selbst mit 25 mg morgens nach dem Aufwachen noch mit der Sedierung kämpft. Ich hatte das auch, aber ich habe 600mg genommen (24-fache Dosis). Es sind mir allerdings schon so einige Fälle zu Ohren gekommen, wo die Patienten von 25mg total abgeschossen sind, wie andere mit zig hundert. Keinen Kopf machen, ist scheinbar normal, es gibt eben beide Extreme. Das ist nichts Neues, aber ich staune immer wieder.

      @ fragile

      Ich frage mal umgekehrt, warum streichst du nicht das Dominal aus der Gesamtgleichung und ersetzt es gegen 100mg unretardiertes Seroquel?? Wenn alle Stricke reißen sicher eine Option. Es ist aber fraglich, inwiefern die 100mg nromales Sero das XR ersetzen können. Musst du mal probieren.
      Ansonsten weiterer Vorschlag: Wenn du so schlecht schläfst, könntest du vielleicht außerdem eine Kombination aus retardiertem und nicht-retardiertem Sero nehmen. Ich weis nicht, ob das funktioniert. Frag doch mal deine Ärztin.
      Außerdem kommst du vielleicht in die Situation, dass du wirst überlgen müssen, ob du z.B. damit leben kannst 25 oder 50mg nromales Seroquel dauerhaft wegen des Schlafs beizbehalten, aber das hängt natürlich davon ab, aus welchem Grund es abgesett werden sollte. Wenn es ganz raus muss, dann ist es natürlich keine Option. Aber 25mg Sero sind so verschwindend wenig, dass du damit trotzdem ganz gut abnehmen können solltest ect.pp.
      Vorgestern habe ich auch das erste mal seit langem gar nicht schlafen können. Das war schlimm für mich. Ich hatte einen Notfallblister Seroquel trotz meiner "Hassliebe" zu dem Zeugs zu Hause und war schon kurz davor die Hausapotheke danach zu durchforsten, aber da fiel mir wieder ein, dass ich es neulich entsorgt habe, weil abgelaufen. Außerdem plagten mich große Ängste, durch die ich noch weniger schlafen konnte. Weis irgendjemand, ob man trotzdem mit so starker Sedierung reagiert, wie als man das erste Mal darauf eingestellt wurde, wenn man Seroquel später nochmal bedarfsmäßig nimmt??? Ich hatte nämlich am nächsten Tag Termine und hätte mich nicht getraut es nach all den Jahren Abstinenz auszuprobieren, aus Angst, ich würde dann rumlaufen wie ein Zombi.


      LG Nüssli
      Was tun nach dem Absturz?
      Aufstehen. Krönchen richten. Würdevollen Schrittes weitergehen.
    • Am ersten Tag in der Klinik bekam ich 50 mg von dem Zeug. Am nächsten morgen konnte ich die Mischbatterie von der Dusche nicht einmal bedienen und habe daher um Halbierung der Dosis gebeten, ist immer noch zu viel... Aber die Dinger sind so klein, dass man sie mit gem handelsüblichen Werkzeug nicht teilen kann. Tagsüber koennte ich das Zeug überhaupt nicht nehmen, geschweige denn am Strassenverkehr - oder sonstigem Verkehr :) - teilnehmen.
    • Was dich betrifft: Abgefahren! Als ich an Seroquel gewöhnt war, war ich gerade mal 1 bis 2 Stunden sediert von 100mg. *Hust* so unterschiedlich ist das.

      Die 25mg-Tablette ist tatsächlich die kleinste Dosis. Wenn du das Seroquel ein paar Wochen nimmst, dann entfaltet sich schon die annäherungsweise maximale Toleranz für deine ganz höchstperönlichen Verhältnisse. Danach bleibt es gleich, was die sedierende Wirkung angeht und dessen Konsequenzen. Es wird keine neue Dosisanpassung notwendg sein, denn es gibt danach keine Art Gewöhungseffekt mehr. Ich sehe eher nicht, dass die Dosis in deinem Fall wird erhöht werden müssen (seidenn du schießt mal ne heftige Manie- mit 25mg Seroquel bist du davor nicht gefeit, da wandelst du weit außerhalb des wirksamen Dosisbereichs, der eine manieverhütende Wirkung hätte).

      Es wundert mich doch wirklich, dass du dich dazu hast hinreißen lassen, sowas weiter zu nehmen, obwohl Seroquel so massiv sediert und das Leben so enorm beeinflusst. Du schimpfst immer auf die Pharamindustrie, aber du nimmst da gerade richtig krasse Psychopharmaka. Wenn es seinen Zweck erfüllt und du eine wesentliche Verbesserung deiner Lebensumstände und psych. Stabilität hast ist das ja auch o.k. und 25mg Seroquel sind ehrlich ein Witz, aber dann ist die ganz bösartige Kritik daran irgendwie "schwierig", zumal die Ärzte, auf die du immer schimpfst, damit binnen kürzester Zeit dein Schlafproblem aus der Welt haben räumen können. Wer weis, man hat dich womöglich dadurch vor einer fetten Manie bewahrt oder Schlimmeren (Psychose mit allem drum und dran). Das solltest du vielleicht nicht aus dem Hinterkopf verlieren. Etwas abzuwenden, bevor es da ist, ist eine tolle Sache, aber so wenig spektakulär- man übersieht das recht schnell und empfinet das als selbstverständlich.
      Was tun nach dem Absturz?
      Aufstehen. Krönchen richten. Würdevollen Schrittes weitergehen.
    • Watt denn nu, "krasse Psychopharmaka" und "Minimaldosierung" passen vom wording nicht so recht zusammen. Ich bestreite ja gar nicht, dass die Industrie einen mit den Pillekes sedieren kann, ich bezweifle nur, dass das gut ist und ich bezweifle weiter die therapeutisch-kurative Wirkung. In Einzelfällen mögen ja sogar Benzos gerechtfertigt sein (über einen kurzen Zeitraum), ansonsten halte ich das für gefährlicher als Heroin, Kokain oder Crack.

      Aber wenn die Sedierung das einzige ist, was die Psychofutzis zuwege bringen, dann ist das mehr als armselig, das bekommt die Spirituosenbranche ohne großes Bohei ebensogut hin, in jedem Supermarktregal für 1,99 Eur ("Armseligenfelder"), bei mir haben zwei Wochen Seroqueleinnahme-Beobachtung einschließlich der dringend notwendigen Blutdruckmessung (der tatsächlich einmal von 120/80 auf 121/82 entgleist war) meine Kasse knapp 5.000,- EUR gekostet.

      Im übrigen: Ich habe keine Manien, deshalb mache ich mir um die Prophylaxe auch keine Gedanken.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Jannis ()

    • Antwort: beides. Krasses Antipsychotikum- aber in Babydosis.
      Um ehrlich zu sein, ich dachte, ich bin im falschen Film: "Jannis schwärmt von dem tollen Schlaf, den ein Neuroleptikum macht, dass er auch noch vollkommen freiwillig einwirft. Das ich DAS noch erleben darf."

      Du kannst nicht alle Pllen in einen Topf werfen! Es gibt Medikamente die verändern das Gehirn auf die Dauer auch strukturell- und zwar positiv. Außerdem gibt es ja nicht nur sedierende Wirkung, sondern manchen wirken sich sich positiv auf den Biorhythmus aus (Resynchronisieren), oder ausgefallen ist auch die antisuizidale Wirkung von Lithium.

      Benzos würde ich keinem wirklich ans Herz legen, außer "ausnahmsweise mal". Dazu habe ich zu viele Patienten kennengelernt, die dadurch zu ihrer Erkrankung eine Suchtproblematik noch dazu bekamen und man sich im Nachhinein denkt, dass hätte man auch anders regeln können.

      VORSICHT! Beim Thema Alkohol und Schlaf. Viele denken von Alkohol würde man besser schlafen können. Tatsächlich kann man davon ganz gut wegnicken, wenn man genug konsumiert hat, aber tatsächlich verschlechtert Alkohol den Schlaf nachweislich (ich erinnere mich Dunkel an besonders schlechte Auswirkungen auf den Tiefschlaf). Dadurch ist er wesentlich weniger erholsam und nur gut einschlafen können ist auch nichts, wenn man später wieder wach wird und dann doch nicht weiter schlafen kann oder man ewig lange vom Rausch schläft und sich dann doch fühlt, wie frisch ausgekotzt. Außerdem gehen auch jedes Mal viele Neuronen unter, wenn du dir einen hinter die Binde kippst. Schade um die vielen kleinen Nervenzellen. Einer der vielen Gründe, warum ich nichts trinke. Ich hange an meinen kleinen Freunden. An jedem einzelnen! Bei mir sterben so oder so ständig welche von denen mehr als mir lieb ist...deshalb geb ich keines freiwillig her durch sowas doofes wie Alkohol.

      Also irgendetwas in Richtung Manie muss ja gewesen sein, sonst hättest du nicht die Diagnose bipolar und wahrscheinlich auch kein Lithium genommen. Ich kann mich sogar dunkel an deine Schilderungen erinnern...das viele Geld...die Frauengeschichten... Es ist wohl schon ein paar Jährchen her. Nichts desto trotz solltest du dich deswegen zu sehr in Sicherheit wiegen.
      Gerade Schlafstörungen- Schlaflosigkeit im Besonderen- heizen eine Manie an, wie kaum sonst was.
      Was tun nach dem Absturz?
      Aufstehen. Krönchen richten. Würdevollen Schrittes weitergehen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Zaubernuss ()

    • Das, meine Liebe, ist klassische Beweisschlusslogik: Man hat eine Diagnose, deren Richtigkeit sich durch deren schlichte Existenz bestätigt. Es erinnert mich an meine Verfahren gegen psychiatrische Einrichtungen, die ich für andere geführt hatte "Der muss ja wohl verrückt sein, sonst wäre er ja schließlich nicht hier."

      No, wenn mir ein Präparat hilft, nehme ich es völlig undogmatisch, setze es aber auch wieder nach eigenem Gusto ab, selbst wenn der Psychoheini schnappatmend an seiner Expertise (welcher?) zweifelt. Psychiater sind eine lustige Sorte Mensch, eigentlich wissen sie nix und verschwenden ihre ganze Lebensenergie darauf, andere vom Gegenteil zu überzeugen.
    • Du solltest mal dringend so eine Fachtagung besuchen, denn es scheint mir so, als ob du nichts über Psychiater weist. Du hast ein sehr oberflächliches, verallgemeinerndes Bild, dass mit der Wirklichkeit manchmal sehr wenig zu tun hat. Ein Psychiater kann schon mal nicht gar nichts können, sonst hätte er weder Physikum, noch spätere Examina geschafft. Erstmal ist man ja Arzt, Spezialisierung kommt später erst und bestimmte Basics sollte jeder nach dem Studium drauf haben.
      Was tun nach dem Absturz?
      Aufstehen. Krönchen richten. Würdevollen Schrittes weitergehen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Zaubernuss ()

    • Also: als ich mit Sero anfing, bekam ich 25 mg unretardiert. Es hieb mich innerhalb einer halben Stunde komplett um. Ich war beim Wäscheaufhängen und musste damit aufhören... ich wurde dann "toleranter" und vertrug auch größere Mengen -- retardiert und/oder unretardiert. Eigentlich möchte ich das ganze SEroquel wegen der Nebenwirkungen absetzen, ich befürchte aber, dass es nicht ganz gehen wird, wahrscheinlich wird meine Psychiaterin auch eine Babydosis vom unretardierten Sero vorschlagen... ich habe nächste Woche einen Termin bei ihr. Andererseits hat mich in einer anderen Gruppe jemand beruhigt, dass er damals auch drei Wochen lang schlecht schlief -- aber es hat sich dann normalisiert. ER hat das ganze Sero raus und es geht ihm gut damit.
      "Perhaps this final act was meant, to clinch a lifetime's argument
      That nothing comes from violence and nothing ever could
      For all those born beneath an angry star
      Lest we forget how fragile we are..." (Sting)
    • Deshalb lasse ich mich ja auch nicht von einem Medizinstudenten behandeln, z.B. operieren.

      Mit der gleichen Argumentation könntest Du ja auch homöpathisch tätige Ärzte als richtige Mediziner bezeichnen. Quark ist es dennoch, was sie tun.

      Ein Studium, das wie das Ausfüllen einen Lotto-Scheins absolviert wird (nämlich durch Ankreuzen) kann ich in der Tat nicht recht ernst nehmen, auch wenns an der Uni "multiple choice" heißt.
    • Auch homöopatische Ärzte haben ein normales Medizinstudium durchlaufen. Auch die wissen, wierum man ein Stethoskop hält :D
      Wahrschenlch richten die mit ihrer sanften Meizin manchmal weniger Schaden an, als andere, denn das erste, was man sich fragen sollte ist: Was passiert schlimmsten Falles mit meinem Patienten, wenn ich einfach nichts mache? Das ist aber sehr unspannend für den Arzt und unlukrativ dazu und Patienten haben eine bestimmte Erwartungshaltung (nämlich, dass sie zum Arzt kommen, der hört sich ihr Klagen an, dann untersucht er kurz und schreibt was schönes auf, damit alles ganz schnell wieder heile wird). Nur gibt es leider nichts wirksames gegen vollkommen triviale Erkältung durch die benso trivialen wie ordinären Erkältungsviren. Also verschreibt der Homöpath ein paar Globuli und sagt noch paar nette Sache, während mancher Schulmediziner dann auch schon mal Antibiotikum verschreibt (was in dem Fall total sinnlos ist, weil die nur gegen Bakterien wirken, nicht aber gegen Viren). Wenn also der Patient mal richtig böse krank wird, ist derjenige, der bisher Homöpathika gechluckt hat vielleicht besser dran, als der andere, weil er kein Problem mit den Resistenzen hat. Im übrigen gibt es Untersuchungen, die zeigen, dass intensive menschliche Zuwendung das Immunsystem fördert und Menschen tatsächlich schneller gesund werden. Entscheidend ist die Erwartungshaltung und der Optimimus. Also nicht sowas sagen, wie "Ach, sie hat es diesmal aber wirklich schlimm erwischt!" sondern "Ich hab ihnen da was aufgeschrieben, sie werden sehen das ist super, in wenigen Tagen sind schon wieder fit, ich hab hab das selbst schon an mir ausprobiert". Tja so dauert die Erkältung nur 7 Tage statt ne ganze Woche und beide sind zufrieden :devil:

      Und mal wieder glaubt der Jurist zu wissen, wie ein Medizinstudium aufgebaut ist, ohne jemals eines durchlaufen zu haben. Es ist ein totaler Irrglaube, dass Medizinstudenten nur Kreuzchen setzen würden. Außerdem kannst du auch nur richtig kreuzen, wenn du Ahnung hast (oder dir in ein paar wenigen Prozent das Glück gut gesinnt ist). In vielen Prüfungen haben wir auch ausformulieren müssen oder wurden mündlich geprüft. Entweder durch klassisches Ausfragen oder eine Präsentation. Ich kann dir versichern, man kann auch in 10 Minuten mündlicher Prüfung an der Leiche sehr viele sehr unangenehme Fragen stellen kann. Dagegen ist der "Duft" der Leiche ein Witz! Was glaubst du, warum 40% allein schon prompt durchs Physikum rauschen? Nur auswendig lernen ist halt nix, davon mal abgesehen, dass ja auch jedes Jahr wieder neue Fragen dazukommen.
      In Psychologie habe ich übrigens noch keine einzige MC-Klausur geschrieben!
      Was tun nach dem Absturz?
      Aufstehen. Krönchen richten. Würdevollen Schrittes weitergehen.
    • Man kann die Anforderungen an die Qualifikation natürlich beliebig senken, irgendwas kann ja jeder, z.B. Schnürsenkel zusammen binden...

      Dass eine homöopathischer Arzt weiß, wo bei einem Stethoskop hinten und vorne ist beruhigt schon sehr und dass er mit seinen Kügelchen ggf. weniger Schaden anrichtet als ein anderer Arzt ist ja wirklich eine tolle Sache, würde mich aber eher davon abhalten, die Leistung dieses anderen Arztes in Anspruch zu nehmen.

      Hierzu das Bekenntnis einer Aussteigerin, die den Weg zurück in die Legalität gefunden hat:

      welt.de/vermischtes/article147…r-Sekte-ausgestiegen.html

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Jannis ()

    • Ich bin überrascht, dass jemand so offen aussteigt und endlich mal klar sagt, was Sache ist.

      Mir wäre aber viel lieber, wenn Teile der Homoöpathie in die Schulmedizin eingehen würden (ich spiele auf die Zeit an, die man hat, um überhaupt mit dem Patienten zu reden!! Über den Schwachsinn mit dieser Verdünnung von angeblichen Wirkstoff brauchen wir gar nicht erst reden. Es gibt da Zeugs, das ist so hoch verdünnt, dass es ist als wäre ein Tropfen des Wirkstoffs in den Bodensee gefallen und wie bitte soll eine Substanz dürch Verdünnung beser werden...angeblich werden da ja irgendwelche Energien freigesetzt oder so, ich hab das nie ganz verstanden).
      Die 8 Minuten, die einem Allgemeinmediziner statistisch für senen PAtienten zur Verfügung stehen sind wirklich recht kurz.
      Sie sagte das, was viele ohnehin schon denken: vielen Patienten ist schon mit zuhören ein Stück weit geholfen. Das ist wie bei den PAtienten in der Notaufnahme, von denen ich schon mal erzählt habe: Die kommen teilweise sogar mit RTW ins Krankenhaus (großes Trara mit Verdacht auf ACS) und wenn der Internist nun endlich Zeit hat, sich den Patienten anzuschauen, dann sagen manche "ach, jetzt wo ich hier bin, geht's mir eigentlich schon viel besser". Und tatsächlich die Schätzchen kommen von ihrer großen Aufregung runter und haben zum Glück keinen Herzinfarkt.
      Ich möchte aber dennoch anmerken, dass ich es sehr kritisch beäuge, wie schnell manche Leute zum Rezeptblock greifen oder wie schnell manchen Patienten eine OP aufgeschwätzt wird, die sie womöglich gar nicht bräuchten oder gar keine Aussicht auf eine signifikante Verbesserung hat (oder ein viel zu großes Risiko birgt). Mal ganz zu schweigen von unsinnigen Untersuchungen- aber da trifft es ja besonders die privatversicherten (besonders jene, die selbst keinen mdizinischen Beruf haben)...man oh man, da hab ich Sachen mitbekommen, das darf ich gar keinem erzählen...

      Ich lobe den Artikel auch. Finde den mal ne super Abwechslung. Ich habe mich schon lange gefragt, ob das eigentlich selbst glauben, was sie da machen. ABER nicht alles ist totaler Müll an (ich nenn es mal) "sanfter Medizin". Manche Sachen helfen auch bei bestimmten Indikationen (z.B. Akkupunktur, aber nicht überall und jedem Leiden). Man muss das eben differenzieren.

      Was mich aber total entsetzt hat und was ich noch nicht wusste, ist, dass die solche sonderbaren Selbstversuche veranstalten. Das ist mir vollkommen neu und das hatte ich (wie viele andere) bei meinem Bild über Homöoptahen nicht auf dem Schirm. Wie auch? ICh wusste ja nicht, dass die so ne angefahrenen Sachen machen.

      So, jetzt muss ich Schluss machen...muss meine Sachen packen und habe noch sooooo viel zu tun. Morgen geht's ja auf nach Wien!

      CU
      Was tun nach dem Absturz?
      Aufstehen. Krönchen richten. Würdevollen Schrittes weitergehen.
    • psmmg schrieb:

      @Jannis:
      ausgezeichneter Link und einer der seltenen (oder doch nicht so seltenen?) Momente, wo wir wohl zu 100% übereinstimmen.
      Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir in den meisten Punkten nicht besonders weit auseinander liegen - das meine ich ganz ernst - auch wenn es manchmal den Anschein haben mag.

      Wenn mir ein homöopathischer Arzt erzählt, ich solle ihm dabei helfen, vom pflichtigen ärztlichen Notdienst befreit zu werden - was geschehen ist - weil er ja schließlich eine homöopathische Notfallpraxis betreibe, steige ich unmittelbar aus dem Gespräch aus. Was bitte soll das sein, ein armer Tropf hat einen Infarkt und wird dann mit Bachblüten behandelt??? Hintergrund war der, dass sich der Depp in Sachen Notfall-Medizin nicht fortgebildet hatte; mit dem Argument hätte er mit einiger Sicherheit und das völlig zu Recht seine Kassenzulassung verloren. - Ich habe ihn rausgeworfen und hoffe inständig, dass der Idiot nicht Dienst hat, wenn ich einen richigen Arzt brauche.

      Auch in meiner Branche gibt es schwarze Schafe und bei denen habe ich mir über viele Jahre den Ruf hart erarbeitet, ein "Netzbeschmutzer" zu sein, aber für was brauchen wir z.B. sog. Abmahnanwälte? Hat man jahrelang studiert, um anschließend auf der ethischen Ebene von Bankräubern und Zuhältern tätig zu sein? Das habe ich einem Kollegen einmal mitten in der mündlichen Verhandlung vor dem Landgericht genauso an den Kopf geknallt (was ziemlich unziemlich ist) und die Reaktion der Richter war volle Zustimmung, an "standing ovations" für die klaren Worte hat nicht mehr viel gefehlt.

      Klar, man muss mit dem System irgendwie zurecht kommen, in dem man sich bewegt. Deins ist das medizinische, meins das juristische. JEDES System hat Fehler, man kann sie aber nur in begrenztem Umfang anprangern, sonst wird man davon ausgeschlossen und wird dann als "Linienrichter" belächelt, wenn man weiter schimpft. Das ist logisch, denn primäres Ziel eines jeden Systems ist der Selbsterhalt.

      Des Hauptfehler im psychiatrischen System, ist die rein faktisch vorhandene Abhängigkeit von der Industrie. Der Fehler im politischen System ist die Abhängigkeit von den Banken und anderen relevanten Wirtschaftskreisen, der Fehler im System der Flüchtlingsproblematik ist die Komplexität der Angelegenheit, also simplifizieren die Medien das in unerträglichem Maße, so dass beim Bürger nur noch ankommt: "Asylanten nehmen mir meinen Job weg und vergewaltigen meine Frau, nachdem sie den Mülleimer leergefressen haben." Und dann entlädt sich die Wut an der völlig falschen Stelle, nämlich an dem Flüchtling und nicht an denen, die überhaupt erst für diese Krise gesorgt haben.

      Griechenland ist genau dasselbe: "Aha, der faule Grieche macht sich auf unsere Kosten ein schönes Leben!" Blödsinn, wir "spenden" an französische und deutsche Großbanken, weil die sich verzockt haben. Warte ab, man wird es hinbekommen, dass der VW-Skandal das Problem des hiesigen Steuerzahlers wird.

      Und der Systemfehler unseres gesellschaftlichen Systems ist die Meinungsführerschaft. Weshalb wird eine Type wie Berlusconi wohl die Medien gekauft haben? Weshalb berufen sich mordende Salafisten auf den Koran, der ja von dessen Anhängern als DIE moralische und unfehlbare Instanz angesehen wird, egal wie sehr der Inhalt verdreht wird?

      Man führe sich auch einmal vor Augen, mit welchem Argument bei uns der Atomausstieg eingeleitet worden ist (nachdem kurz vorher die Laufzeiten verlängert worden sind): "Huch, da geht so ein Ding in Japan hoch, dann schalten wir das hier lieber mal ab!" In Deutschland sind Tsunamis eher selten. Ich bin auch kein Freund der Atomkraft, aber das Agument ist völlig Banane, man hätte es genausogut mit der Erhöhung des Briefportos begründen können - und auch dann hätte das Volk gejubelt. Vox populi = vox Rindvieh.

      Wo man auch hinschaut, nichts, wirklich gar nichts ist so, wie es scheint! Mit zunehmendem Alter kann ich wegen meiner vorherigen Blauäugigkeit eine Vermisstenanzeige aufgeben. Primär glaube ich nichts mehr, was ich nicht selbst nachgeprüft habe, vor allem dann nicht, wenn wirtschaftliche oder strategische Interessen im Raum stehen.

      Weil das beim Volk aber besser ankommt, werden moralische und humanitäre Gründe vorgeschoben: So war das z.B. bei Hussein (ehemaliger Kumpel der Familie Bush), Bin Laden (dito), Gaddafi, in Afganistan, aktuell in der Ukraine und in Syrien. Massaker im Dienste des Friedens (?????) also, welchen Unsinn wollen die uns eigentlich pausenlos verkaufen? Man muss nur schauen, wer von einer Krise letztlich profitiert und schon hat man den wahren Täter.

      Nicht anders funktioniert im Prinzip die Pharmaindustrie, wenn es an einer Krankheit für ein Medikament fehlt, erfindet man halt eine. Fuer derartiges halte ich das psychiatrische System für extremst anfällig, weil kaum etwas validierbar ist und es den Geschäftemachern damit sehr einfach gemacht wird. Wenn in diesem Bereich der einzelne Arzt endlich einmal die Industrie nicht als Partner sondern als potentiellen Gegner im Sinne des Patientenwohls erkennen wuerde, wäre unglaublich viel erreicht, denn die Industrie wuerde die Existenz ihres eigenen Systems ruinieren, wenn der Arzt nichts mehr verschreibt. Es fehlt daher nicht so sehr an Fachartikeln über den Nutzen eines Präparats sondern vielmehr an solchen, die sich mit deren Nutzlosig- bzw. Schädlichkeit befassen, nur dann wird die Industrie reagieren und uns nach und nach zeigen, dass sie doch etwas kann

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Jannis ()

    • Update-update: mit einem ganzen Dominal habe ich heute sehr gut geschlafen! Bin total erholt, dank meiner lieben Ärztin, die mir gestern die Änderung vorschlug.
      "Perhaps this final act was meant, to clinch a lifetime's argument
      That nothing comes from violence and nothing ever could
      For all those born beneath an angry star
      Lest we forget how fragile we are..." (Sting)