Zehn Thesen

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    • Für mich sieht es so aus, daß er zum ersten Mal eine Chance hat.
      Ich schließe das aus seinen Erzählungen von früheren Aufenthalten und seiner jetzigen Einstellung (Bereitschaft sein Verhalten/Erleben auch, ich betone: auch, psychotherapeutisch anzugehen).

      Lieber jetzt noch eine Chance, als mit 50 im betreuten Wohnen, WfbM... (das kostet auch).

      Danke, danke, danke - an die Gesellschaft.
    • Chance / An Bärin

      Hallo Bärin,

      ich stimme dir zu - durch eine wirkliche Bereitschaft zu einer vorbehaltlosen psychotherapeutischen Begleitung eröffnet er sich eine neue Chance. Ich nehme auch an, dass du ihm das anerkennend 'rüberreichen' wirst, wenn du es nicht schon getan hast.

      In welcher Soteria hat er seine Erfahrungen gemacht? (Wenn du das sagen magst.)

      Und natürlich wäre es interessant und auch für uns lehrreich, wenn er selbst das hier authentisch schildern würde, aber bitte unterschätz dabei auch nicht, welche innere Leistung das von ihm erfordert.

      Liebe Grüße

      Peter

      aka Pierrot le Fou
      aka Pedro el Loco
      aka Peter the Maniac
      You'll never gonna change anything!

      (John Rambo in Rambo IV)
    • Wie geschafft? / An Bärin

      Hallo Bärin,

      stimmt, ich habe schon viel über mein Achterbahn-Leben gepostet, aber alles recht verstreut. Und die Aufgabe eines komprimierten Curriculum Vitae (oder meiner Memoiren? *smile*) harrt immer noch der überfälligen Erledigung (Sorry-Bussi an KK...).

      Wie hab ichs so lange ohne Diagnose geschafft? Mal ganz verkürzt:

      Bei meinem Uralt-Baujahr 1949 war in meiner Jugend und den frühen Erwachsenen-Jahren noch keinerlei Wissen über bipolare Stärungen (oder damals noch manische Depressionen) in die allgemeinen Praxen vorgedrungen.

      In meinen durch massive Alk- und Medi-Exzesse geprägten Jahren bis 77/78 wurde ich später halt als Alki diagnostiziert und behandelt.

      Die nächsten etwa 15 Jahre konnte ich im IT-Sektor gut und 'unauffällig' durchstehen, weil es dort eh viele 'Durchgeknallte' gab und ich sowohl depressive wie (hypo)manische Phasen sozialverträglich ausleben konnte.

      Ab 1993 lautete dann die Diagnose 'rezidivierende Major Depression', weil ich natürlich nur in depressiven Phasen mal zum Doc gegangen bin.

      Mit dieser Diagnose bin ich nach meinem Burn-Out ab 1996 auch durchgehend pschotherapeutisch begleitet und psychiatrisch medikamentiert worden - teilweise vollgepumpt mit Antidepressiva, was natürlich für einen Bipolaren 'herrlich' kontraproduktiv ist, wie ich heute weiß.

      Die unipolar depressive Diagnose war auch Basis für meine Erwerbsunfähigkeits-Berentung, zu der ich mich nach langem innerem Kampf (ich dachte, damit hört das Leben auf) 2001 entschlossen und die ich dann auch durch zähes anwaltliches und gutachterliches Ringen erstritten habe.

      Erst mein jetziger Shrink hat im Mai 2005 meine damalige akute Manie beim ersten Besuch binnen 15 min erkannt und zum Glück mit dem Valproat auch gleich einen 'Volltreffer' gelandet.

      Also unterm Strich eine ganz normale bipolare Diagnose-Laufbahn.

      Rückblickend sage ich auch heute, dass ich über diese späte Diagnose froh bin. Bei einer früheren Diagnose hätte ich mir mit dem Wissen um meine Erkrankung vieles nicht zugetraut (ganz zu schweigen von der Frage, wie das dann meine Arbeitgeber gesehen hätten). Und die Diagnose kam noch so rechtzeitig, dass ich jetzt mein Leben verstehen und genießen kann.

      Liebe Grüße

      Peter

      aka Pierrot le Fou
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      (John Rambo in Rambo IV)
    • Kontraproduktiv / An Flowers

      Hallo Flowers,

      wenn du eine/n als unipolar depressiv diagnostizierte/n, in Wahrheit aber bipolar gestörte/n PatientIn ohne Phasenprophylaxe nur mit ADs vollpumpst, hast du gute Chancen, ihn direkt ins (hypo)manische All zu schießen (Switch-Effekt).

      Das ist leider ein häufiges Schicksal vieler Bipolarer, die ja immer noch meist zunächst über lange Jahre als unipolar depressiv eingestuft werden - und solange die (Hypo)Manien nicht exzessiv auffällig oder sogar psychotisch sind, sehen wir Betroffene doch gar keine Veranlassung, in dieser Verfassung zum Doc zu gehen, oder? Wir sind dann einfach gut drauf und im Grunde so, wie wir uns am liebsten gern immer hätten...

      Lieben Gruß

      Peter

      aka Pierrot le Fou
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      (John Rambo in Rambo IV)
    • Bei mir ist es so daß ich eine riesige Dosis an ADs brauche aber ich habe auch 150 mg Lamotrigin.
      Wenn ich selber merke ein bischen drüber zu sein überfällt mich sofort die Angst vor einer Manie und ich renne zum Doc. Auch wenn es sich großartig anfühlt, so merke ich doch das bin nicht ich und ergreife geeignete Maßnahmen um das abzustellen. Ich hasse Maniene mehr als Depressionen. LG Flowers
    • Hass? / An Flowers

      Hallo Flowers,

      ich glaube, es ist inzwischen Allgemeingut unter unseren BehandlerInnen und halbwegs erfahrenen Betroffenen (in beiden Fällen mal von alten 'Betonköpfen' abgesehen), dass eine passende Medikation etwas extrem Individuelles ist - und letztlich nach dem Verfahren 'trial and error' im Einzelfall getestet werden muss, denn die Wirksamkeit von Medis im Einzelfall ist eben nicht mit 100% Sicherheit vorhersagbar, von den Wechselwirkungen bei einem 'Cocktail' ganz zu schweigen.

      Wenn du also gute Erfahrungen mit einer größeren Menge an ADs gemacht hast, gibt es keinen Grund, davon abzuweichen, im Gegenteil: 'Never change a winning team!'.

      Bei deinem - wie du es genannt hast - 'Hass auf die Manien' gebe ich nur zu bedenken, dass du damit auch dich selber hasst - denn du bleibst immer der Mensch hinter 'Flowers', ob nun manisch, depressiv oder 'normal'....

      Viell. steckt ja dahinter ein 'Hass' auf bestimmte Züge in dir, die (nur) in den Manien zum Vorschein kommen?

      Liebe Grüße

      Peter
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