Werner Ludvig Buchmayer
Oscar Fritz Schuh
GEDENKEN
Wer war Oscar Fritz Schuh?
Deutscher Regisseur und Theaterleiter
geboren 15.1.1904 (München), gestorben 1984 Großgmain (Salzburg)
1940-53 Oberspielleiter Wiener Staatsoper
1953-58 Leiter des Theaters am Kurfürstendamm Berlin
1960-63 Generalintendant der städt. Bühnen Köln
1963-68 Intendant des deutschen Schauspielhauses Hamburg
Abonnenten werfe ihm die "Massierung düsterer Stoffe" vor
Kultursenator verweigert ihm eine zweite Spielstätte
daraufhin vorzeitige Auflösung des Vertrages
(Schuh: "Ich bin nicht der Sklave eines Kultursenators!")
ab 1968 Gastregisseur u.a bei den Salzburger Festpielen
Operninszenierungen in ganz
Westeuropa
1946 scheint Schuh zum ersten Mal al Regisseur bei den Salzburger Festspielen
auf und inszenierte
insgesamt 30 Stücke und Opern, wobei er sich immer auch für Uraufführungen
einsetzte,.
unter anderem Dantons Tod (Gottfried von Einem) . Er verhalf auch Eugene O'Neill
zum Durchbruch
im deutschsprachigen Raum.
Ich hatte 1977/78 eine prägende Begegnung mit Oscar Fritz Schuh, dem ich
offensichtlich als Schauspieler gefiel und der mich in der Folge beim Fest in
Hellbrunn
für Improvisationsaufgaben einsetze, wo ich ständiger an seiner Seite war und
ihm zuhörte.
(Quasseln konnte er!, schließlich war er ja auch Professor - manchen
Journalisten war's schon zuviel!)
Im hohen Alter machte es ihm großen Spaß, das Salzburger Straßentheater zu
gründen, das heute noch
besteht. Er leitete auch lange Jahre das sehr erfolgreiche "Fest in Hellbrunn",
das sich nach seinem Tod
faktisch aufgelöst hat.
Da er jahrelang im Norden Deutschlands Intendanzen hatte, sehnte er sich immer
wieder nach dem
bayrisch-österreichischen Raum mit seinem charakteristischen Humor,
wo er immer wieder Schauspieler entdeckte, die er sowohl nach Berlin, als auch
nach Hamburg holte.
Nach ihm ist die "Oskar Fritz Schuh-Straße" in Großgmain bei Salzburg benannt,
die leider immer noch
falsch geschrieben, ist ("k" anstelle von "c" in Oscar), was seine Frau in einem
Telefonat mit mir 1992
beklagte! Sie fügte allerdings hinzu: "Aber was soll's, mein Mann ist ja
schließlich Teil der Theatergeschichte".
Ich habe mich in einem mühseligen Schriftverkehr mit Bürgermeister von Großgmain
und dem damaligen österreichsichen
Bundespräsidenten Klestil (der mich wiederum an Landeshauptmann Schausperger
verwies)
für eine Korrektur des Buchstabens eingesetzt, dann hatte ich genug.
Nun habe ich aber den OSCAR FRITZ SCHUH REGIEPREIS in Form eines
Keramikschuh (siehe Foto unten) gestiftet,
der alle
4 Jahre an eine(n) Regisseur(in), der Schauspiel und Oper
inszeniert,
vergeben werden
soll.
Mein Vorschlag für den ersten Preisträger ist Dieter Dorn (Staatsschauspiel
München), für andere Vorschläge
wäre ich durchaus offen und dankbar!
Resonanz habe ich bereits von der Dramaturgie für Öffentlichkeitsarbeit München
erhalten, sie stellen sich jedoch ein
Preiskomitee vor...