Lithium - Warnung

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    • Lithium - Warnung

      Ich möchte alle, die Lithium einnehmen dringend ersuchen, regelmäßig ihre Nieren untersuchen zu lassen. Meine Großcousine, die 20 Jahre Lithium genommen hat, wird jetzt mit Dialyse anfangen müssen. Mit allem, was das bedeutet, wahrlich keine Kleinigkeit.
      Ich bin knapp an einem ähnlichen Schicksal vorbeigeschrammt: 26 Jahre Lithium.

      blattl
    • Mein früherer Facharzt hat auch immer gemeint, bei mir sei Lithium unbedingt notwendig. Aber ich war damit nie richtig stabil, hatte manische Phasen bis hinein ins Psychotische und vor allem dann schwere lange depressive Phasen. Erst mit meinem neuen Medicocktail bin ich jetzt seit vielen Jahren nicht nur stabil, ich kann vor lauter Energie Bäume ausreißen.

      Natürlich haben auch meine jetzigen Medikamente ihre Tücken - allerdings merken tu ich rein gar nichts von Nebenwirkungen (wenn ich da an die Lithiumzitterei denke, überhaupt, wenn ich aufgeregt war...). So muss ich jetzt auf meine Leber achten, das Depakine wird ja über die Leber verstoffwechselt.

      Das mit meiner Großkusine ist allerdings nicht vor 30 Jahren passiert, sondern JETZT, und es geht mir so nahe und sie tut mir unendlich leid. Darum war es mir ein Anliegen, hier zu warnen. Also ich an ihrer Stelle würde da wirklich schauen, wer da nicht aufgepasst hat, das ist doch Irrsinn!

      blattl
    • Na klar, das ist alles richtig. Bei mir ist es so, dass Lithium zu 100% jegliche Manie verhindert. Zittern habe ich auch nicht, aber der Antrieb und die Kreativität sind restlos/trostlos weg. Mein Shrink ist ein komischer Vogel, er kann kein Blutbild veranlassen. Eigentlich ist es sogar erstaunlich, was der alles nicht weiss. Dabei war er psychiatrischer Chefarzt einer größeren Klinik. Man könnte nun meinen, ich solle mir halt einen neuen Doc suchen. Dagegen spricht aber, dass ich müde bin, mich mit immer neuen Psychofritzen zu umgeben, die kollektiv einen an der Klatsche haben. Einen intakten Menschen habe ich in dieser Branche noch nicht kennengelernt. Aber 100% wussten meine Privatversicherung zu schätzen
    • Lieber Tornas,
      wirklich, du hattest Nebenwirkungen vom Depakine? Scheint ja sehr schlimm gewesen zu sein. Ich dagegen habe Null, ich muss halt jetzt wieder mal meine Leberwerte kontrollieren lassen, leider trinke ich gegen meinen Coronafrust manchmal ein (auch zwei) Gläschen Weißwein, überhaupt, wenn ich meinen mies bezahlten und aufreibenden Onlinejob mache.

      Liebe Grüße und eine schöne Woche
      blattl
    • Lieber Jannis,
      ich musste jetzt - bei allem Ernst, der hinter deiner Nachricht steckt - richtig lachen, du kannst so bitterbös-spitz formulieren.

      Ich habe meine künftige Fachärztin empfohlen bekommen, bin sehr gespannt, wie sie ist und wieviel Zeit sie fürs Erstgespräch eingeplant hat. Mal habe ich auch zu einer neuen Ärztin wechseln wollen, die hat sich für dieses Erstgespräch ca. 2 Minuten Zeit genommen - da bin ich wieder zu meinem vorherigen Facharzt gegangen. Der war auch immer erstaunt, über die Neuigkeiten auf dem Gebiet der Medizin, hat dann im Computer auch nachgelesen - ja, hmmm, tatsächlich, interessant.

      Haha.

      oder


      Weinwein


      Ich konnte ja für meinen Geschichtsunterricht auch nicht auf das bauen, was ich irgendwann beim Studium gelernt hatte, sondern musste mich täglich über die neuesten Entwicklungen und Ereignisse informieren - was ich von meinen älteren Schülern auch verlangt habe, da gab es am Anfang der Stunde immer die Zeit fürs Aktuelle....
    • Ach noch

      "aber der Antrieb und die Kreativität sind restlos/trostlos weg".

      Das tut mir so Leid. Für mich klingt das aber nach einer Depression - nimmst du ein Antidepressivum?

      Meine Kreativität ist auch sehr gebremst durch die Medikamente, ich bin so richtig bodenständig geworden, irgendwie wird da etwas blockiert oder lahmgelegt, das glaub ich auch. Aber Antrieb hab ich Ende nie und jede Menge positiver Energie. Das kann aber auch mit dem Postklimakterium zusammenhängen, haha, ich sehe das auch bei anderen Frauen.

      blattl
    • Hallo blattl,

      meine Leberwerte waren unter Depakine gut - aber massive Gewichtszunahme, immer nur Hunger, stumpfes Haar - massive Magen und Darmprobleme.
      Depakine verursacht ja Folsäuremangel - was von den meisten Ärzten nicht breitgetreten wird.
      Ist auch super toll wenn du mitten im Supermarkt ganz plötzlich ein WC brauchst...

      Ja mit Lithium kommt Ruhe ins Getriebe - mir gehts fallweise auf die Schilddrüse.

      lg r
    • Ja, das Problem mit der Schilddrüse hatte ich auch, die hatte 50% an Volumen zugelegt, die Werte blieben aber normal. Als ich Lithium abgesetzt hatte, bildete sie sich aber recht schnell zurück. Dafür jagte dann eine hochpsychotische Phase die nächste, mit neun (!) Klinikaufenthalten in zwei Jahren, drei davon waren nicht freiwillig in Frankreich, Spanien und Portugal. Seit 2 1/2 Jahren ticke ich unter dem Eindruck von Lithium wieder *normal*, aber auch so unkreativ wie ein Finanzbeamter im Vorruhestand. Ich vergleiche das Ob einer Lithiumtherapie mit der Wahl zwischen Pest und Cholera. Mein Bruder ist ein kluger Arzt und vertritt die Meinung, man solle Bipolare gar nicht behandeln, sondern sie auf eine einsame Insel verklappen, wo sie nach Belieben herumspinnen können, ohne anderen zu schaden. Der Gedanke erscheint mir durchaus sexy und für diesen Fall habe ich bereits mit einem kleinen Refugium mitten im Atlantik auf halbem Weg nach New York vorgesorgt.
    • Auch in der Depression haben die anderen ein Problem mit mir. Ich bin ja dann überhaupt nicht fähig, für andere dazusein. Meine depressiven Phasen waren für meine Familie genauso bedrückend, wie meine manischen Phasen nervenaufreibend waren. Meist bin ich aber von der Manie schnell in die Psychose gerutscht und habe dann schleunigst Hilfe in der Klinik gesucht. Nur nach der ersten missglückten Umstellung von Lithium auf andere Medis war ich über einen langen Zeitraum manisch, nicht extrem, aber doch. Das war gar nicht gut.